Glossar

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A

Abgeschlossenheitsbescheinigung
Bescheinigung des Bauaufsichtsamtes, dass die Wohnungen in einem Haus nach dem Wohnungseigentumsgesetz (WEG) abgeschlossen sind. Das heißt, dass sie baulich von den anderen Wohneinheiten getrennt sind und einen eigenen abschließbaren Zugang von außen besitzen.

Ablösung
Rückzahlung eines bestehenden Kredits durch ein neues Darlehen eines anderen Darlehensgebers.

Abnahmeverpflichtung
Verpflichtung eines Darlehensnehmers, sich innerhalb einer vereinbarten Frist (Abnahmefrist) das Darlehen auszahlen zu lassen.

Abschreibung
Die Wertminderung einer Immobilie kann jährlich zu einem bestimmten Prozentsatz als steuerlicher Verlust von den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abgesetzt werden. Es wird zwischen der linearen Abschreibung (jährlich gleich bleibende Abschreibungsbeträge) und der degressiven Abschreibung (jährlich abnehmende Abschreibungsbeträge) unterschieden. Bei der degressiven Form ist die steuermindernde Wirkung aufgrund der anfänglich höheren Abschreibung in den ersten Jahren höher. Während bei Altbauten nur die lineare Abschreibung möglich ist, besteht bei Neubauten ein Wahlrecht zwischen beiden Abschreibungsformen.Siehe auch: Abschreibungsarten, Abschreibungsmöglichkeiten, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Erhöhte Abschreibungen, Lineare Abschreibung, Steuervorteile

Abschreibung oder AfA
Die AfA (Absetzung für Abnutzung) soll den Wertverlust eines Wirtschaftsgutes widerspiegeln. Die Berechnung erfolgt nach gesetzlichen Vorschriften. Die AfA mindert das zu versteuernde Einkommen, ohne dass Ausgaben damit verbunden sind. In der AfA-Tabelle werden die gewöhnlichen Nutzungsdauern der gebräuchlichsten Wirtschaftsgüter dargestellt. Als Absetzung für Abnutzungen (kurz AfA; handelsrechtlich Abschreibungen) wird die steuerrechtlich zu ermittelnde Wertminderung von Anlagevermögen bezeichnet.

Abschreibungsarten
Es existieren 3 verschiedene Abschreibungsarten. Die Lineare Abschreibung, Degressive Abschreibung und Denkmalschutz-AfA (§7 h,i EStG). Bei der Denkmalschutz-AfA ist der Sanierungskostenanteil innerhalb von 12 Jahren zu 100% absetzbar. Im 1.-8. Jahr 9% p.a. und im 9.-12. Jahr 7% p.a. Zusätzlich ist der Altbauanteil linear absetzbar: Gebäude wurde a) vor dem 31.12.1924 erbaut: 2,5 % p.a. linear | b) nach dem 31.12.1924 erbaut: 2% p.a. linear. Besonderheit bei Denkmalschutz m. Erbbaurecht: Zahlung eines monatlichen Erbbauzinses (steuerlich absetzbar!). Die degressive Abschreibung, bekannt aus dem Bereich der Neubauimmobilie, wurde zu Beginn des Jahres 2006 abgeschafft, Neubauten werden nun ebenfalls linear mit 2% über 50 Jahre steuerlich abgeschrieben.Siehe auch: Abschreibung, Abschreibungsmöglichkeiten

Abschreibungsmöglichkeiten
Durch die hohen Abschreibungsmöglichkeiten ist die denkmalgeschützte Immobilie das Optimum in Bezug auf die Rendite nach Steuern bei Immobilien als Kapitalanlage. Die Abschreibungsmöglichkeiten bei einer Immobilie im Bereich Denkmalschutz sind in einem Betrachtungszeitraum von 12 Jahren in etwa um das 4-fache höher als bei einer vergleichbaren Bestandsimmobilie. Die Denkmalimmobilie wird über zwei Abschreibungsarten steuerlich interessant. Der Altbauanteil wird mit 2% oder 2,5% linear abgeschrieben, die Sanierungskosten werden über 10 ( Eigennutzer ) bzw. 12 Jahre ( Kapitalanleger ) zu 100% steuerlich geltend gemacht.Siehe auch: Abschreibung, Abschreibungsarten, Steuervorteile, Werbungskosten

Abstandflächen zu Grundstücksgrenzen
Die Bestimmungen zu Abstandflächen sind in den Landesbauordnungen §6 geregelt. Durch viele Streitigkeiten und eine Unzahl von gerichtlichen Entscheidungen zum Abstandflächenrecht ist dieses inzwischen sehr umfangreich und kompliziert geworden.

Abteilung I
In dieser Abteilung werden der Eigentümer und die Grundlage seiner Eintragung vermerkt. Grundlage der Eintragung können z. B. Auflassung, Erbfolge oder Zuschlagsbeschluss im Versteigerungsverfahren sein. (Auflassung ist die Einigung zwischen Verkäufer und Käufer über den Übergang des Eigentums. Aufgrund der Eintragung der Auflassung kann nachvollzogen werden, wann ein Eigentumswechsel stattgefunden hat.) Siehe auch: Abteilung III

Abteilung II
In Abteilung II werden Lasten und Beschränkungen des Grundstücks vermerkt, mit Ausnahme der Grundpfandrechte, die in Abt. III eingetragen werden. Dieses können zum Beispiel sein: Grunddienstbarkeiten §§ 1018 ff. BGB (Dienstbarkeiten, Grunddienstbarkeiten, p.b. Dienstbarkeiten) Dauerwohn- und Dauernutzungsrecht, Reallasten, Nießbrauch, Vorkaufsrechte, Auflassungsvormerkung, Erbbaurecht, Beschränkungen, Nacherbenvermerk, Testamentsvollstrecker-Vermerk, Zwangsversteigerungs- und Zwangsverwaltungsvermerk, Insolvenzvermerk, Sanierungs- und Umlegungsvermerk, Verwaltungs- und Benutzungsregelungen bei Miteigentum. Siehe auch: Abteilung III, Reallast

Abteilung III
Grundpfandrechte
Siehe auch: Abteilung I, Abteilung II

Abtretung
Übertragung von Rechten und Ansprüchen auf einen Dritten. Wenn ein Darlehensnehmer beispielsweise einen Anspruch auf die Auszahlung einer Kapitallebensversicherung hat, kann dieser Anspruch an den Darlehensgeber abgetreten werden. Auch können bei einer Immobilienfinanzierung die Rechte und Ansprüche aus Bausparverträgen, Investmentfonds und Grundschulden abgetreten werden.

Abwicklungsgebühr
Die Abwicklungsgebühr steht für das Aufgeld, mit dem ein Teil der Vertriebskosten abgedeckt wird (auch Agio genannt).

Agio
Eine Gebühr (Aufgeld/Aufschlag), die der Anleger beim Erwerb von Fondsanteilen zahlt. Sie dient zur Deckung der Kosten, die beim Absatz von Fondsanteilen entstehen. Gegenteil: Disagio.

AIF
Alternativer Investmentfonds – alle Investmentvermögen, die keine OGAW sind. Ein AIF ist ein Investmentvermögen, das nach den Bestimmungen des AIFMG des jeweiligen Domizillandes des AIF (in Deutschland nach dem KAGB) aufgelegt wird und von einem AIFM (in Deutschland von einer KVG) verwaltet wird. Im Gegensatz zu sog. OGAW-Fonds wird das Vermögen bei einem AIF nicht in vebriefte Werte (z.B. Wertpapiere) sondern in reale
Vermögensgegenstände (z.B. in Sachwerte wie Immobilien, Flugzeuge, Schiffe) investiert. AIF gibt es in zwei unterschiedlichen Gestaltungen: offene AIF (z.B. offene Immobilienfonds) und geschlossen AIF.

AIFM
Alternative Investmentfonds Manager – Gesellschaft unter gesetzlicher Aufsicht. Kerntätigkeiten sind die Portfolioverwaltung (Portfolio Management) und das Risikomanagement, die innerhalb des AIFM hierarchisch und funktionell voneinander getrennt sein müssen. Nach Art des verwalteten Investmentvermögens unterscheiden sich OGAW-AIFM und AIF-AIFM (siehe auch Kapitalverwaltungsgesellschaft/KVG).

AIFMD
EU-Richtlinie zur Regulierung von Managern alternativer Investmentfonds und damit auch Initiatoren geschlossener Fonds.

AIFMG
Gesetz über die Verwalter alternativer Investmentfonds (in Deutschland: Kapitalanlagegesetzbuch KAGB). Andienungsrecht: Das Recht, eine definierte Sache zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft einem anderen verkaufen („andienen“) zu dürfen (häufig im Rahmen des Leasing zur Abdeckung
des Restwertes bei Abschluss eines Teilamortisationsvertrages).

Allgemeine Darlehensbedingungen
Von Banken vorformulierte Vertragsbestimmungen, die für alle Kunden bei der Darlehensabwicklung gelten. Mit Unterschrift unter dem Darlehensvertrag werden die allgemeinen Darlehensbedingungen anerkannt. Damit sind sie vergleichbar mit Allgemeinen Geschäftsbedingungen.Siehe auch: Rücktritt vom Darlehensvertrag

Altbauanteil
Der Altbauanteil ist Bestandteil der Aufsplittung des Kaufpreises in 3 Teile. Grundstückanteil (auch Bodenanteil), Altbauanteil und Sanierungsanteil.Der Altbauanteil bezeichnet den Gebäudewert der Immobilie vor Sanierungsbeginn. Im Bereich Denkmalschutz muß die Aufteilung des Kaufpreises im Kaufvertrag enthalten sein, um die steuerlichen Vorteile effektiv nutzen zu können.

Altbausanierung
Der Bereich der Altbausanierung bezeichnet die Kernsanierung eines Gebäudes. Bei einer Kernsanierung bleiben i.d.R. nur die tragenden Wände des Gebäudes erhalten, nach erfolgter Entkernung wird mit dem Neuaufbau des Objektes begonnen, bzw. mit der Restauration bzw. Rekonstruktion der unter Denkmalschutz stehenden Bestandteile des Gebäudes.

Altlastengrundstück
Unter einem Altlastengrundstück oder einer Altlast versteht man ein verunreinigtes Grundstück. Die Belastung des Bodens kann nicht nur aus einer früheren Nutzung (zum Beispiel Produktionsbetrieb, Tankstelle etc.) herrühren, in vielen Fällen werden schädliche Rückstände auch von belasteten Nachbargrundstücken angeschwemmt. Da Sie als Grundstückseigentümer für die in der Regel sehr hohen Sanierungskosten auch dann haften, wenn Sie die Verschmutzung nicht verursacht haben, sollten Sie das Baugrundstück vor Unterzeichnung des Kaufvertrags genauestens überprüfen.Siehe auch: Altlastenkataster

Altlastenkataster
Geografische Karte, die alle Flächen im Gemeindegebiet markiert, die im begründeten Verdacht stehen, mit Chemikalien, Gewerbe- und Hausmüll oder Bauschutt verseucht zu sein. Im Bauamt zu erfragen.Siehe auch: Altlastengrundstück

Ankaufsrecht
Das Recht des Mieters oder Leasingnehmers, das zur Nutzung überlassene Objekt zu einem festgelegten Zeitpunkt und zu einem bestimmten Preis vom Eigentümer zu erwerben.

Anlagebedingungen
Dokument, das die Ausgestaltung der rechtlichen Verhältnisse zwischen dem geschlossenen Investmentvermögen und dessen Anlegern regelt. Hier werden u.a. die Anlagergrundsätze und –grenzen festgelegt. Diese sind zusätzlich zum Gesellschaftsvertrag bzw. der Satzung zu erstellen. Die Anlagebedingungen z.B. legen fest, in welche Vermögensgegenstände investiert werden darf, wie sich die Kosten im Detail zusammensetzen oder wie Auszahlungen an den Anleger vorzunehmen sind.

Anlaufkosten
Anlaufkosten sind Kosten, die beim Start eines Unternehmens entstehen – beispielsweise Gründungskosten für Rechtsberatung, Notar, Handelsregistereintrag. Außerdem Kosten für die Erarbeitung des Fondskonzepts, für Prospekterstellung und Prospektprüfung, Schätzgutachten, Eigen­­ka­pi­tal­platzierung, Fremdkapitalbeschaffung, Steuerberatung, Treuhandschaft, Geschäftsbesorgung, Mittelverwendungskontrolle, Zwischenfinanzierung usw.

Anlaufverlust
Verlust, der zu Anfang eines Unternehmens o.Ä. entsteht.

Anleger
Ein Direktkommanditist wird auch als Anleger bezeichnet, der sich unmittelbar als Kommanditist an der Fondsgesellschaft beteiligt und auch persönlich ins Handelsregister eingetragen wird.

Anliegergebühren
Vor der Bebauung eines Grundstücks schreibt das Gesetz die Sicherstellung der Erschließung vor. Zuständig für die Errichtung von Erschließungsanlagen ist die Gemeinde, die dem Grundstückseigentümer einen Erschließungsbeitrag, auch Anliegergebühr genannt, in Rechnung stellt.

Annuität
Zins und Tilgung umfassende Jahreszahlung auf ein gewährtes Darlehen. Die Höhe einer Annuität bleibt während der gesamten Zinsbindungsfrist konstant.Siehe auch: Tilgungsplan

Annuitätendarlehen
Langfristiges Darlehen, welches vom Darlehensnehmer in konstanten Kreditraten (der so genannten Annuität) zurückgezahlt wird. Die Annuität besteht aus Zins und Tilgung. Während der Laufzeit verringert sich der Zinsanteil der Rate, während der Tilgungsanteil durch den ersparten Zinsanteil steigt.

Anschaffungskosten
Anschaffungskosten (Summe aller Aufwendungen für einen (Immobilien-) Kauf) setzen sich u. a. aus dem Kaufpreis und den sonstigen übernommenen Leistungen wie Kosten der Vertragsvermittlung, des Vertragsabschlusses, der Besichtigung sowie Steuern, die mit der Anschaffung zusammenhängen (z. B. Grunderwerbsteuer), ferner sog. anschaffungsnahen Aufwendungen zusammen. Steuerlich absetzungsfähig in Form der Absetzung für Abnutzung (AfA), soweit auf Gebäude oder andere absetzbare Wirtschaftsgüter entfallend. Die Anschaffungskosten sind ein Begriff aus dem betriebswirtschaftlichen Rechnungswesen. Steuerlich und buchhalterisch ist der Begriff als Untergliederung des weiter gefassten Begriffs der Anschaffungs- und Herstellungskosten zu sehen. In diesem Rahmen werden die Herstellkosten den Anschaffungskosten eines Wirtschaftsgutes weitgehend gleichgestellt, da der Unternehmer zwischen beiden Möglichkeiten der Erstehung eines Wirtschaftgutes – Eigenfertigung oder Fremdbezug – frei wählen können soll.Im deutschen Handelsrecht sind Anschaffungskosten in § 255 (1) HGB geregelt. Es handelt sich dabei um die Nettokosten, die bei der Anschaffung einer Maschine, eines Fahrzeugs, einer Immobilie oder von Teilen der Betriebs- und Geschäftsausstattung anfallen. Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können. Zu den Anschaffungskosten zählen nicht nur der Netto-Kaufbetrag (ohne Umsatzsteuer), sondern auch sogenannte Anschaffungsnebenkosten wie Frachtkosten, Zoll und Verpackungskosten sowie alle Aufwendungen, um den erworbenen Vermögensgegenstand in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, wobei diese Aufwendungen einzeln zurechenbar sein müssen.

Anschaffungsnahe Aufwendungen
Anschaffungsnahe Aufwendungen sind Aufwendungen, die in den ersten drei Jahren nach Erwerb der Immobilie anfallen können. Überschreiten die Aufwendungen netto 15 % der erworbenen Immobilie, so sind diese Aufwendungen ihr zuzurechnen und sorgen somit für eine erhöhte Abschreibung (der sich nach der Fertigstellung der Immobilie richtende Afa-Satz bleibt jedoch gleich). Ist dies nicht der Fall, können die Aufwendungen im Veranlagungszeitraum voll als Werbungskosten angesetzt werden. Eine Ausnahme stellt eine sogenannte Standardhebung dar. Eine Standardhebung liegt vor, wenn drei von vier zentrale Merkmale der Immobilie saniert werden (in der Regel: Heizung, Sanitäranlagen, Elektrizität und Fenster). In diesem Fall können die Aufwendungen wieder nur über die Abschreibung angesetzt werden, nicht direkt als Werbungskosten. Die 15 %-Grenze bleibt hierbei ausser Acht.

Anschlussfinanzierung
Bei einer Anschlussfinanzierung wird ein bestehendes Darlehen durch ein neues abgelöst. Wenn das neue Darlehen bei der gleichen Bank aufgenommen wird, spricht man auch von einer Prolongation. Eine Umschuldung wird vorgenommen, wenn der Kreditnehmer die Bank wechselt.

Anschlusskosten
Kosten für den Anschluss an das öffentliche Versorgungsnetz (vom Haus bis zur Grundstücksgrenze), z. B. für Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Gas- bzw. Stromversorgung und Telekommunikation.

Anschlussvermietung
Vermietung einer Mietfläche nach Ablauf der Grundmietzeit.

Anwendungserlass
Verwaltungserlass zur Anwendung einer bestimmten Rechtsprechung.

Arbeitgeberdarlehen
Darlehen eines Arbeitgebers an Betriebsangehörige zur Finanzierung von Wohneigentum. Meist erhält der Arbeitnehmer besonders günstige Konditionen. Unter bestimmten Voraussetzungen muss er jedoch den geldwerten Vorteil versteuern.

Arbeitnehmersparzulage
Die Arbeitnehmersparzulage können sich Arbeitnehmer sichern, die bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Die Einzahlung auf einen Sparvertrag muss durch den Arbeitgeber vorgenommen werden und als Vermögenswirksame Leistung gekennzeichnet sein. Nach einer Ansparzeit von sieben Jahren kann der Sparer über sein eingezahltes Kapital und die Arbeitnehmersparzulage verfügen – bei einer vorzeitigen Verfügung fallen bereits gezahlte Zulagen wieder an den Staat zurück.

Architektenvertrag
Die Beauftragung eines Architekten wird rechtlich als Werkvertrag nach § 631 BGB eingestuft. Obgleich keine besonderen Formvorschriften gelten, sollten Sie aus Beweisgründen auf einen schriftlichen Vertrag bestehen. Für Sie als Bauherr kommt es entscheidend darauf an, dass die vom Architekt zu erbringenden Leistungen genau geregelt sind.

Asset Deal
Eine Unterart des Unternehmenskaufs. Der Kauf des Unternehmens vollzieht sich dabei durch den Erwerb sämtlicher Wirtschaftsgüter (engl. Assets) des Unternehmens. Das Gegenstück zum Asset Deal ist der sog. Share Deal, dies ist ein Kauf von Anteilen.

Assetklasse
Bezeichnung für unterschiedliche Arten von Vermögensgegenständen.

Asset Management
Asset Management bedeutet Vermögensverwaltung.

Außenanlagen
Hierzu gehören unter anderem die Ver- und Entsorgungsleitungen vom Hausanschluss bis zur Grundstücksgrenze, Gartenanlagen, Pflasterung und Befestigungen von Wegen. Ein Teil der Kosten für die Außenanlagen gehört zu den Herstellungskosten.

Auflassung
Einigung des Verkäufers und des Käufers auf den Eigentumswechsel zur Übertragung des Grundstücks- bzw. Immobilieneigentums (§ 925 BGB). Der Eigentumsübergang erfolgt erst durch die Auflassung und die Eintragung des Eigentumswechsels ins Grundbuch.Siehe auch: Auflassungsvormerkung

Auflassungsvormerkung
Sichert den schuldrechtlichen Anspruch auf Übertragung des Eigentums an einem Grundstück. Die Auflassungsvormerkung wird in Abteilung II des Grundbuchs eingetragen. Sie schützt den zukünftigen Eigentümer davor, dass der Verkäufer das Objekt z. B. an eine weitere Person verkauft und/oder mit weiteren Lasten und Beschränkungen belastet.Siehe auch: Auflassung

Aufschrift
Die Aufschrift, auch Deckblatt genannt, enthält die Angabe des Amtsgerichts, des Grundbuchbezirks und der Nummer des Blattes, eventuell auch noch den Schließungsvermerk und den Umschreibungsvermerk. Bei Erbbaurechten wird unter dem Vermerk über das Blatt in Klammern das Wort „Erbbaugrundbuch“ und bei Wohnungseigentum das Wort „Wohnungsgrundbuch“ oder „Teileigentumsgrundbuch“ oder „Wohnungserbbaugrundbuch“ gesetzt.

Aufteilungsplan
Eine von der Baubehörde mit Unterschrift beurkundete Bauzeichnung. Auf diesem Plan müssen sowohl die Aufteilung des Gebäudes als auch die Lage und Größe der im Sondereigentum und gemeinschaftlichen Eigentum stehenden Gebäudeteile erkennbar sein. Durch die in der Regel fortlaufende Nummerierung der Nutzungseinheiten sollen Verwechslungen und Irrtümer ausgeschlossen werden.

Aufwendungshilfen
Öffentliche Zuschüsse oder Darlehen für Eigentümer neu errichteter, eigengenutzter Immobilien. Diese sollen nach den Bestimmungen des II. WoBauG zu einer Entlastung nach dem Bezug beitragen und werden über mehrere Jahre hinweg in abnehmenden Monatsraten ausbezahlt. Für die Aufwendungshilfen müssen bestimmte Einkommens- und Wohnflächengrenzen eingehalten werden. Genaue Laufzeiten, Fördersätze und Verteilungskriterien können Sie den aktuellen Wohnungsbauförderungsbestimmungen der einzelnen Bundesländer entnehmen.

Ausbauhaus
Ein Haus, welches aus vorgefertigten Teilen nur bis zu einem bestimmten Grad durch eine Baufirma errichtet wird. Im Gegensatz zu einem Fertighaus wird ein Ausbauhaus nicht schlüsselfertig geliefert, sondern durch den Bauherrn in Eigenleistung fertiggestellt.

Ausschüttung
Ausschüttung ist ein Geldbetrag, den ein Geschlossener Fonds den beteiligten Kapitalanlegern auszahlt.

Auszahlungkurs
Prozentsatz des Darlehensbetrages (Nominalbetrag), der an den Darlehensnehmer ausgezahlt wird.

Auszahlungsvoraussetzungen
Im Darlehensvertrag vereinbarte Bedingungen, die innerhalb einer bestimmten Frist erfüllt werden müssen, damit die Bank das Darlehen auszahlen kann (z. B. Eintragung der Grundschuld).

Aval
Bei einem Aval übernimmt ein Kreditinstitut eine Bürgschaft oder stellt eine Garantie. Hierbei stellt das Institut keinen Geldbetrag, sondern seine eigene Kreditwürdigkeit zur Verfügung. Übernimmt das Institut eine Bürgschaft, verpflichtet es sich, für die Verbindlichkeiten des Kreditnehmers einem Dritten gegenüber einzustehen. Bei einer Garantie steht es für einen bestimmten in der Zukunft liegenden Erfolg ein. Siehe auch: Bürgschaft

B

Bürgschaft
Eine Bürgschaft ist ein Vertrag zwischen dem Bürgen und dem Gläubiger eines Dritten. Der Bürge verpflichtet sich gegenüber dem Gläubiger für die Erfüllung der Verbindlichkeiten bei Nichtzahlung des Dritten (Schuldners) einzustehen – der Bürge haftet mit seinem gesamten Vermögen (selbstschuldnerische Bürgschaft).

BaFin
BaFin steht für Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Das Amt mit Sitz in Frankfurt ist zuständig für die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit der Märkte für Wertpapiere und Derivate. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist eine selbstständige Bundesanstalt mit Sitz in Bonn und Frankfurt am Main. Sie untersteht der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen. Die BaFin beaufsichtigt und kontrolliert alle Bereiche des Finanzwesens in Deutschland (Allfinanzaufsicht). Diese Funktionen und Tätigkeiten werden ’nur im öffentlichen Interesse‘ wahrgenommen. Durch die BaFin werden auch die Emissionsprospekte für geschlossene Fonds, welche öffentlich vertrieben werden, gestattet.

Bauabnahmen
Man unterscheidet zwei Arten von Abnahmen: Die behördlichen Abnahmen ( Schornsteinfeger und Bauaufsichtsamt) und die Abnahmen von Bauleistungen Ihrer Bauunternehmen. Wann werden Bauabnahmen durchgeführt? In der Regel werden Bauabnahmen nach jedem Gewerk durchgeführt. Gegebenenfalls werden vertraglich weitere Termine v.a. für den Rohbau vereinbart. Wer führt die Bauabnahme durch? Die Bauabnahme wird durch Sie als Bauherren bzw. Käufer durchgeführt. Wenn Sie mit einem Architekten bauen, sollte auch der anwesend sein. Sie sollten auch darüber nachdenken, einen Gutachter hinzuzuziehen.

Bauabzugssteuer
Mit dem „Gesetz zur Eindämmung illegaler Betätigung im Baugewerbe“ vom 31.08.2001, BStBl 2001 I, 602 wurde ein Steuerabzug zur Sicherung von Steueransprüchen bei Bauleistungen eingeführt. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine weitere steuerliche Belastung. Es wird lediglich eine Verschiebung des Steuerzahlers vorgenommen. Statt des Bauunternehmers zahlt der Auftraggeber den größten Teil der Umsatzsteuer ans Finanzamt und zieht diesen Betrag von der Rechnung ab. Konkret heißt das: Ab dem 01.01.2002 müssen Auftraggeber von Bauleistungen in Deutschland einen Steuerabzug in Höhe von 15 % der zu zahlenden Rechnung für eine Bauleistung vornehmen, wenn nicht eine vom zuständigen Finanzamt ausgestellte Freistellungsbescheinigung für den Bauunternehmer vorliegt.

Bauamt
Für Baugenehmigungen und Bebauung (Bebauungsplan) zuständige Behörde und erste Adresse (im Rathaus des Ortes oder der nächsten Kreisstadt). Weiß auch über Bauland-Angebote der Gemeinde Bescheid.

Bauantrag
Schriftlicher Antrag bei einer Baubehörde auf eine Baugenehmigung. Um das Baugenehmigungsverfahren mit dem Bauantrag einzuleiten, müssen folgende Unterlagen vorliegen: * Lageplan mit Berechnung der Wohn- und Nutzflächen, Maßstab 1 : 500 * Bauzeichnungen (Grundriss-, Ansichts- und Schnittzeichnungen) im Maßstab 1 : 100 * Berechnung des umbauten Wohnraums nach DIN 277, Teil 1 (Ausgabe 1987) * Entwässerungspläne * Statische Berechnungen * Baubeschreibungen * Nachweis einer Haftpflichtversicherung des Entwurfverfassers * Standsicherheits-, Wärme- und Schallschutznachweis * Vom Bauherrn und vom vorlageberechtigten Entwurfsverfasser unterschriebener Bauantragsvordruck.

Bauanzeige
Eine Bauanzeige wird direkt vom Bauherrn bei der zuständigen Baubehörde eingereicht. Hiermit gibt er ein Bauvorhaben bekannt, welches nicht baugenehmigungspflichtig ist.

Baubehörde
In der Regel ist für Anträge und Auskünfte die untere Baubehörde zuständig. Die Untere Baubehörde ist auf der Gemeindeebene oder bei zu kleinen Gemeinden auf der Kreisebene angesiedelt. Sie ist die erste anzusprechende Bauaufsichtsbehörde für Sie. Bei ihr holen Sie sich Informationen rund um Ihr Bauvorhaben und stellen den Bauantrag. Bauämter sind in der Regel unterteilt in Ämter mit verschiedenen Schwerpunkten. So kümmert sich das Planungsamt um die Bauleitplanung, hier werden die Bebauungspläne erarbeitet. Das Bauaufsichtsamt prüft und erteilt Genehmigungen und ist für die Überwachung von privaten Bauvorhaben zuständig. Neben diesen Ämtern gibt es noch das Hochbauamt (plant, leitet öffentliche Bauten), das Katasteramt (Vermessungswesen), das Liegenschaftsamt (öffentliche Grundstücke), das Tiefbauamt (Erschließung, Straßenbau, Kanalisation) und das Wohnungsamt (Wohngeld, staatlich geförderter Wohnungsbau).

Baubeschreibung
Detaillierte Aufstellung über Ausstattungs- und Ausfertigungsmerkmale eines Bauvorhabens. Wichtige Inhalte der Baubeschreibung sind z. B. Beschaffenheit der Wände und des Daches, Heizung, Art der Fenster etc. Sie gibt außerdem genaue Auskunft über die beim Bau verwendeten Materialien. Aufgrund ihrer Wichtigkeit für die Beurteilung der Qualität eines Gebäudes ist die Baubeschreibung ein zentraler Bestandteil der Finanzierungsanfrage. Des Weiteren ist sie dem Antrag auf Baugenehmigung beizufügen.

Bauerwartungsland
Wenn eine Fläche noch nicht als Bauland gekennzeichnet ist, jedoch bereits die Absicht besteht, es in Bauland zu verwandeln, spricht man von Bauerwartungsland. Die finale Nutzungsbestimmung muss jedoch verbindlich durch einen Bebauungsplan festgesetzt werden.

Baufinanzierung
Die meisten Menschen benötigen eine Baufinanzierung, wenn Sie ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchten. Hierfür nehmen sie einen Kredit bei einer Bank auf und zahlen diesen über einen Zeitraum von mehreren Jahren oder Jahrzehnten wieder zurück.

Baufortschritt
In der Regel erfolgt im Bereich Denkmalschutz bei einer Sanierung die Zahlung des Kaufpreises nach Baufortschritt. Wie beim Neubau erhält der Bauträger die jeweilige Kaufpreisrate erst nach Erreichen eines im Kaufvertrag festgelegten Baufortschrittes. Der Bautenstand wird durch den jeweiligen Bauleiter bestätigt und dem abwickelnden Notariat mitgeteilt. Jeder Kunde kann durch eigene Überpüfung oder durch Hinzuziehung eines Sachverständigen den Baufortschritt überprüfen lassen, und damit die Richtigkeit der Meldung des Bautenstandes überprüfen.

Baugebiete
Die Baunutzungsverordnung (BauNVO) unterscheidet nach der Art baulich erlaubter Nutzung 11 Gebiete, von denen für private Grundstückskäufer interessant sind: Kleinsiedlungsgebiete, reine Wohngebiete, allgemeine Wohngebiete (mit Gewerbe), besondere Wohngebiete (mit Geschäften, Büros, Kinos), Mischgebiete (Wohnhäuser mit „leisem“ Gewerbe), Dorfgebiete, Sondergebiete (Ferien- und Wochenendhäuser). Wo diese Gebiete vorgesehen sind, ist im Flächennutzungsplan verzeichnet.

Baugenehmigung
Ein in den jeweiligen Bauordnungen der einzelnen Bundesländer vorgeschriebenes förmliches Verfahren zur Genehmigung eines Bauvorhabens. Die Baugenehmigung ist zeitlich befristet und gebührenpflichtig. Ohne die Erteilung einer Baugenehmigung darf mit den Baumaßnahmen nicht begonnen werden. In einigen Bundesländern ist für bestimmte Baumaßnahmen eine Bauanzeige ausreichend.

Baugesetzbuch
Das Baugesetzbuch (BauGB) regelt, wie Flächennutzungsplan und Bebauungsplan auszusehen haben, wann gebaut werden darf, wie Erschließungsbeiträge aufgebracht werden, was bei städtebaulicher Sanierung und Erhaltung zu beachten ist, wie der Grundstückswert ermittelt wird und wie Grundstückssucher zu unterstützen sind.

Baugrenze
Die im Bebauungsplan festgelegte Grenze, welche nach § 23 der Baunutzungsverordnung (BauNVO) von Gebäuden oder Gebäudeteilen nicht überschritten werden darf.

Bauherr
Ein Bauherr ist eine Person, die ein Bauvorhaben in eigenem Namen und Interesse durchführt bzw. durchführen lässt. Der Bauherr trägt die Risiken der Vorbereitung und der Durchführung einschließlich des Bauherrenhaftungsrisikos und entscheidet sowohl über die architektonische und technische Gestaltung als auch über die Finanzierung.

Bauherren-Haftpflichtversicherung
Diese Versicherung deckt Schäden, die Dritte auf einem Baugrundstück oder durch eine Baumaßnahme erleiden könnten und für die der Bauherr haftbar gemacht werden kann.

Bauherrn- und Fondserlass
Bauherrn- und Fondserlass ist der Verwaltungserlass zur steuerlichen Regelung von Bauherrenmodellen und Immobilienfonds.

Baujahr
Als Baujahr eines Gebäudes gilt das Jahr der Bezugsfertigstellung. Wurden Gebäude durch Schäden unnutzbar und später wiederhergestellt, gilt das Jahr der ursprünglichen Bezugsfertigstellung. Bei total zerstörten Gebäuden hingegen gilt das Jahr des Wiederaufbaus als Baujahr.

Baulandpreis
Der Baulandpreis schwankt regional stark und hängt von Qualität und Nachfrage ab. Regionalpreise kennen der Gutachterausschuss in der örtlichen Kaufpreissammelstelle (Bodenrichtwertkarte) und Makler (Preisspiegel).

Baulast
Verpflichtung eines Grundstückseigentümers gegenüber der Bauaufsichtbehörde. Gegenstand einer solchen Verpflichtung ist ein Verhalten, dass sich nicht bereits aus öffentlich-rechtlichen Vorschriften ergibt. Als Beispiel sei der Fall genannt, dass sich ein Grundstückseigentümer verpflichtet, den Nachbarn über sein Grundstück fahren zu lassen, ohne hierzu verpflichtet zu sein. Auf diese Weise wird es dem Nachbarn ermöglicht, der Baubehörde die ordnungsgemäße Erschließung seines Grundstücks (Zugang) nachzuweisen und damit eine Baugenehmigung zu erhalten.

Baulastenverzeichnis
Das Baulastenverzeichnis wird bei der zuständigen Bauaufsichtsbehörde geführt und kann dort eingesehen werden. Hervorzuheben ist, dass die im Baulastenverzeichnis eingetragenen Baulasten – anders als zum Beispiel eine privatrechtliche Grunddienstbarkeit – nicht in das Grundbuch eingetragen werden. Der Erwerber eines Baugrundstücks sollte sich daher niemals allein mit dem Blick in das Grundbuch begnügen, sondern zusätzlich das Baulastenverzeichnis konsultieren.

Bauleistungen
Dies sind alle Leistungen, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen.

Bauleistungsversicherung
Eine Bauleistungsversicherung springt ein, wenn während der Bauphase an der Immobilie, den Bauteilen oder den Baustoffen Schäden entstehen. Diese können durch Naturkatastrophen, Diebstahl oder Vandalismus verursacht werden.

Baumängel
Mängel an einem Bauwerk, die auf fehlerhafte Entwürfe, Ausführungen oder mangelhaftes Material zurückzuführen sind und den Wert bzw. die Tauglichkeit des Bauwerks mindern. Um vom Verursacher eventuell Nachbesserungs- oder Gewährleistungsansprüche geltend machen zu können, sollten Bauherren bei erkennbaren Schäden bereits bei der Bauabnahme einen schriftlichen Vorbehalt einlegen.

Baunebenkosten
Zu den Baunebenkosten gehören unter anderem die Kosten für Architekten- und Ingenieurleistungen, die Gebühren für behördliche Prüfungen und Genehmigungen und die Kosten der Finanzierung.

Baunutzungsverordnung
Die Baunutzungsverordnung (BauNVO) ist eine ergänzende Regelung zum Baugesetzbuch. Sie richtet sich an erster Stelle an die für die Bauleitplanung zuständigen Gemeinden. Kernpunkt der Regelungen in der Baunutzungsverordnung ist die planerische Festlegung über die Art und das Maß der baulichen Nutzung.

Bauordnung
Die Bauordnung wird auf Landesebene festgelegt. Neben dem Verfahren der Baugenehmigung werden auch die materiellrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung, Änderung und den Abbruch baulicher Anlagen geregelt.

Bauordnungsrecht
Unter dem Bauordnungsrecht, früher Baupolizeirecht genannt, sind diejenigen Vorschriften zu verstehen, welche sich mit dem Wie der Bebauung eines Grundstücks befassen. An erster Stelle sind hier die einzelnen Landesbauordnungen zu nennen.Siehe auch: Bauplanungsrecht

Bauplanungsrecht
Im Gegensatz zum Bauordnungsrecht, welches sich mit dem Wie der Bebauung eines Grundstücks befasst, regeln die Bestimmungen des Bauplanungsrechts die Frage, ob ein Grundstück überhaupt bebaut werden darf. Die entsprechenden Regelungen finden sich im Baugesetzbuch, der Baunutzungsverordnung und einer Reihe anderer baurechtlicher Nebengesetze.Siehe auch: Bauordnungsrecht

Bauspardarlehen
Ein von den Bausparkassen für wohnwirtschaftliche Zwecke gewährtes nachrangiges Baufinanzierungsdarlehen. Der Bausparer spart je nach Tarif 40 % bis 50 % der Bausparsumme an und erhält dann ein Bauspardarlehen von entsprechend 60 % bzw. 50 %. Der Vorteil von Bauspardarlehen ist der relativ günstige Darlehenszinssatz. Allerdings ist zu beachten, dass die Belastung des Grundstücks durch Bauspardarlehen nicht mehr als 80 % seines Beleihungswerts betragen darf. Siehe auch: Bausparen, Bausparguthaben, Bausparkasse, Bausparsumme, Bauspartarif, Bausparvertrag, Bewertungszahl

Bausparen
Regelmäßiges Sparen, um für wohnwirtschaftliche Zwecke ein Darlehen zu erhalten. Nach Abschluss eines Bausparvertrags ist der Bausparer verpflichtet, eine vorher festgelegte Mindestsumme anzusparen. Nach der Ansparphase erwirbt er das Recht auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen. Aufgrund der steuerlichen Vorteile und der Förderung durch die Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage für vermögenswirksame Leistungen bleibt das Bausparen eine beliebte Möglichkeit der Immobilienfinanzierung. Siehe auch: Bauspardarlehen, Bausparguthaben, Bausparkasse, Bausparsumme, Bauspartarif, Bausparvertrag, Bewertungszahl

Bausparguthaben
Summe der in einem Bausparvertrag bereits angesparten Bausparbeiträge inklusive der Zinsen. Siehe auch: Bauspardarlehen, Bausparen, Bausparkasse, Bausparsumme, Bauspartarif, Bausparvertrag, Bewertungszahl, Eigenkapital

Bausparkasse
Bausparkassen sind Kreditinstitute, deren Geschäftsbetrieb darauf ausgerichtet ist, Einlagen von Bausparern entgegenzunehmen und aus den angesammelten Beträgen den Bausparern für wohnungswirtschaftliche Maßnahmen Gelddarlehen zu gewähren. Das Bauspargeschäft darf nur von Bausparkassen betrieben werden. (Gesetz über Bausparkassen § 1.1) Siehe auch: Bauspardarlehen, Bausparen, Bausparguthaben, Bausparsumme, Bauspartarif, Bausparvertrag, Bewertungszahl

Bausparsumme
Betrag, über den ein Bausparvertrag abgeschlossen wird. Er setzt sich zusammen aus Bausparguthaben und Bauspardarlehen. Von der Bausparsumme hängt unter anderem die Höhe der Abschlussgebühr und des monatlichen Tilgungsbeitrags ab. Siehe auch: Bauspardarlehen, Bausparen, Bausparguthaben, Bausparkasse, Bauspartarif, Bausparvertrag, Bewertungszahl

Bauspartarif
Im jeweiligen Bauspartarif ist festgelegt, wie hoch die Guthabenverzinsung, die Mindestansparsumme, die Mindestlaufzeit und der Darlehenszins sind. Auch ist hier die Gebühr festgeschrieben, die bei Abschluss des Vertrags fällig wird. Bausparkassen bieten meist verschiedene Tarife an. Siehe auch: Bauspardarlehen, Bausparen, Bausparguthaben, Bausparkasse, Bausparsumme, Bausparvertrag, Bewertungszahl

Bausparvertrag
Vertrag mit einer Bausparkasse, durch den der Darlehensnehmer nach Ansparen der Bausparsumme ein Bauspardarlehen erhalten kann.Siehe auch: Bauspardarlehen, Bausparen, Bausparguthaben, Bausparkasse, Bausparsumme, Bauspartarif, Bewertungszahl, Festdarlehen

Bautagebuch
Zweck eines Bautagebuchs ist die genaue Dokumentation des Bauablaufs. Obgleich der private Bauherr nicht zur Führung eines Bautagebuchs verpflichtet ist, sollte er dies im eigenen Interesse tun. In der Regel gehört das Führen des Bautagebuchs zu den Architektenleistungen in Leistungsphase 8, sodass der Bauleiter eigentlich das Bautagebuch zu führen hat und sich der Bauherr nicht selbst darum kümmern muss. Im Bautagebuch wird genau vermerkt, welcher Handwerker wann mit welchen Arbeiten begonnen hat und wann diese abgeschlossen wurden. Festgehalten werden auch äußere Bedingungen der Baustelle, wie zum Beispiel Temperaturen, Feuchtigkeit und ähnliches. Das Bautagebuch kann jederzeit vom Bauherren eingesehen werden und Einträge können stets von ihm vorgenommen werden. Vor allem bei späteren Streitigkeiten über mögliche Baumängel kann ein sorgfältig geführtes Bautagebuch für den Bauherrn nützlich sein.

Bauträger
Ein Bauträger erwirbt in eigenem Namen und auf eigene Rechnung Grundstücke. Auf diesen errichtet das Unternehmen Immobilien, welche es nach Fertigstellung verkauft.

Bauträgermodell
Konzept, bei welchem noch in der Planungs- bzw. Bauphase befindliche Immobilien gekauft werden. Dadurch können steuerliche Förderungen ausgenutzt werden.

Bauvertrag
Das Gesetz kennt keinen speziellen Typ des Bauvertrags. Mit der Bezeichnung soll lediglich zum Ausdruck gebracht werden, dass es sich um die Beauftragung von Bauleistungen handelt. Rechtlich handelt es sich um einen Werkvertrag im Sinne von § 631 BGB. In der Praxis wird zwischen dem reinen BGB-Vertrag und dem VOB-Vertrag unterschieden. Immer dann, wenn nicht ausdrücklich die Geltung der VOB vereinbart wird, liegt ein BGB-Vertrag vor. Allgemein werden beide Verträge als Bauverträge bezeichnet.

Bauvoranfrage
Vor dem Bauantrag hilft oft das kleine Genehmigungsverfahren: Sie erhalten nach wenigen Wochen den Bauvorbescheid und wissen, ob Ihr Bauvorhaben planungsrechtlich zulässig ist. Zweifelhafte Punkte des Projektes werden damit geklärt. Notwendige Bauvorlagen sind zusammen mit dem Bauantrag von einem Architekten oder Bauingenieur einzureichen: Baubeschreibung, Lageplan, Bauzeichnungen, statische Berechnung, Zeichnungen für Wasserversorgung und Entwässerung, Lichtbilder, zustimmende Erklärungen der Nachbarn zum Bau.Siehe auch: Bauantrag

Bauwesenversicherung
Eine Bauwesenversicherung wird heutzutage als Bauleistungsversicherung bezeichnet. Diese Versicherung springt ein, wenn während der Bauphase an der Immobilie, den Bauteilen oder den Baustoffen Schäden entstehen. Diese können durch Naturkatastrophen, Diebstahl oder Vandalismus verursacht werden.

Bebauungsplan
In einem Bebauungsplan werden die zulässigen baulichen Nutzungsarten rechtsverbindlich festgesetzt. Das bedeutet, dass hierin alle wesentlichen Angaben in Bezug auf die künftige Gestaltung des Gebiets zu finden sind. Er beinhaltet z. B. die Bauweise, die überbaubaren und nicht überbaubaren Grundstücksflächen, die Baugrenzen, die Anzahl der Geschosse und die Mindestgröße der Baugrundstücke.

Beirat
Insbesondere in Vereinen, Verbänden und Unternehmen werden oft Beiräte auf freiwilliger Basis geschaffen. Die Befugnisse eines Beirats können in der Satzung frei definiert werden und sind im Gegensatz zum Aufsichtsrat nicht gesetzlich normiert. Ein Beispiel, wo ein Beirat auch als Kontrollinstrument verwendet wird, ist die Kommanditgesellschaft, etwa bei geschlossenen Fonds. Bei dieser besteht keine Verpflichtung zur Einrichtung eines Aufsichtsrats.

Beitrittserklärung
Vereinbarung, durch die der Anleger der Beteiligungsgesellschaft beitritt. Der Beitritt des Anlegers wird erst mit der Annahme durch den Treuhänder wirksam.

Beleihung
Die zu finanzierende Immobilie wird in den meisten Fällen als Sicherheit für den Baukredit herangezogen. Mit dieser so genannten Beleihung sichern sich Kreditinstitute gegen eine mögliche Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers ab. Die Höhe der Beleihung ist abhängig von dem Beleihungswert und der Beleihungsgrenze des Objekts. Siehe auch: Beleihungsauslauf, Beleihungsgrenze, Beleihungsobjekt

Beleihungsauslauf
Der Anteil des Objektwertes in Prozent, der fremdfinanziert – also beliehen – wird. Der Beleihungsauslauf bezieht sich auf den Beleihungswert einer Immobilie, nicht auf den Kaufpreis. Beispiel: Eine Immobilie kostet 300.000 Euro und hat damit einen Beleihungswert von 270.000 Euro (Sicherheitsabschlag 10 %). Bei einem Darlehen in Höhe von 150.000 Euro beläuft sich der Beleihungsauslauf somit auf 56%. Siehe auch: Beleihung, Beleihungsgrenze, Beleihungsobjekt

Beleihungsgrenze
Kreditinstitute dürfen nur bis zu einer bestimmten Grenze Immobilien beleihen. Das bedeutet, dass nur ein bestimmter Teil des Objekts als Absicherung für das Darlehen dienen kann. Die Grenze richtet sich nach den für das jeweilige Institut maßgebenden gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften. Siehe auch: Beleihung, Beleihungsauslauf, Beleihungsobjekt

Beleihungsobjekt
Beleihungsobjekte sind Grundstücke, Häuser oder Eigentumswohnungen, die als Sicherheit für eine Baufinanzierung dienen. Die Absicherung der Bank erfolgt in der Regel über die Eintragung von Grundschulden. Siehe auch: Beleihung, Beleihungsauslauf, Beleihungsgrenze

Beleihungswert
Vom jeweiligen Finanzierungsinstitut festgelegte Größe unterhalb des Verkehrswertes einer Immobilie. Der Beleihungswert entspricht in der Regel dem Wert, der unter normalen Umständen bei einem späteren Verkauf jederzeit erzielt werden kann. Beleihungswert = Verkehrswert – Sicherheitsabschlag

Bemusterung
Bei einer Bemusterung müssen sich die Käufer eines Fertighauses oder einer Bauträgerimmobilie entscheiden, wie ihre Immobilie ausgestattet sein soll. Fliesen, Eingangstür, Dachziegel oder Türgriffe – jedes Detail wird bei einer Bemusterung festgelegt. Erst nach diesem Termin steht der tatsächliche Kaufpreis fest, da von der Grundausstattung abweichende Sonderwünsche den Preis in die Höhe treiben.

Bereitstellungszins
Entgelt für die vom Kreditinstitut bereitgestellten und vom Darlehensnehmer noch nicht in Anspruch genommenen Darlehen oder Darlehensteile. Der Bereitstellungszins beträgt in der Regel 3% p.a. bzw. 0,25% monatlich.

Bestandsverzeichnis
Im Bestandsverzeichnis werden Grundstücke aufgeführt. Diese sind vom Kataster vorgeschriebene Angaben. Das Kataster ist ein amtliches Verzeichnis, in dem die Grundstücke unter Nummern aufgeführt sind. Die Karten des Katasteramtes sind nach Gemarkungen eingeteilt. Die Gemarkung wird in einzelne, fortlaufend nummerierte Flure untergliedert; für jede Flur wird deshalb eine Flurkarte erstellt.

Beteiligung
Mit Unternehmensbeteiligung oder Kapitalbeteiligung bezeichnet man den Besitz von Anteilen an einem Unternehmen. Der Kapitaleigner wird bei Beteiligung an einer Aktiengesellschaft als Aktionär bezeichnet, bei der Beteiligung an Genossenschaften als Genosse, bei Beteiligung an anderen Unternehmensformen in der Regel als Mitunternehmer.

Beteiligungsgesellschaft
Beteiligungsgesellschaft ist eine Gesellschaft, an der die Anleger mit ihrem jeweiligen Beteiligungsbetrag entweder direkt als Kommanditist oder als Treugeber über die Treuhandkommanditisten beteiligt sind.

Beteiligungssumme
Betrag, mit dem sich der Anleger an einem geschlossenen Investmentvermögen beteiligt. Für geschlossene Investmentvermögen wird im Verkaufsprospekt in der Regel eine Mindestbeteiligung festgeschrieben. Die jeweiligen Angaben zu möglichen Stückelungen enthält der Verkaufsprospekt.

Betriebskosten
Kosten für den laufenden Betrieb und den Unterhalt einer Immobilie, z. B. Heizkosten, Grundsteuer, Feuerversicherungs- und Haftpflichtbeiträge, Reparaturen.

Betriebsstättenfinanzamt
Das Betriebsstättenfinanzamt ist das für die Beteiligungsgesellschaft zuständige Finanzamt am Sitz des Unternehmens, bei dem die Gesellschaft steuerlich veranlagt wird.

Beurkundung
Nicht nur der Grundstückskaufvertrag, sondern auch der Bauträgervertrag, die Bestellung eines Erbbaurechts sowie die Einräumung von Wohnungseigentum bedürfen der notariellen Beurkundung. Der Notar ist verpflichtet, die am Vertrag Beteiligten über die rechtliche notarielle Tragweite des Geschäfts zu belehren und ihre Erklärungen klar und unzweideutig in der Urkunde wiederzugeben.

Bewertungszahl
Mit der Bewertungszahl soll eine gerechte Zuteilungsreihenfolge bei Bausparverträgen gewährleistet werden. Hierbei werden Faktoren wie die Dauer und die Höhe der Sparleistungen berücksichtigt. Die Bausparkassen wenden bei der Ermittlung jedoch unterschiedliche Verfahren an, was eine Berechnung für den Bausparer nahezu unmöglich macht. Damit ein Bausparvertrag zugeteilt werden kann, muss die von der Bausparkasse festgelegte Mindestbewertungszahl erreicht werden.Siehe auch: Bauspardarlehen, Bausparen, Bausparguthaben, Bausparkasse, Bausparsumme, Bauspartarif, Bausparvertrag

Bewirtschaftungskosten
Ausgaben für den laufenden Betrieb und Unterhalt einer Immobilie. Bei vermieteten Immobilien gibt es zwei verschiedene Arten: So können dem Mieter umlagefähige Bewirtschaftungskosten in Rechnung gestellt werden (z. B. Müllabfuhr, Straßenreinigung etc.). Nicht umlagefähige Bewirtschaftungskosten muss der Vermieter hingegen allein tragen (z. B. Verwalterkosten, Instandhaltungsrücklage).

BGB-Vertrag
Unter diesem Begriff versteht der Baujurist einen Bauvertrag nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), dem allein die Bestimmungen des Werkvertragsrechts (Werkvertrag) zugrunde liegen. Da im BGB der Bauvertrag nur sehr oberflächlich behandelt wird, das Thema jedoch viel höhere Anforderungen an den Gesetzgeber stellt, wurde 1926 vom RVA die VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) ins Leben gerufen. Die VOB entspricht Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), die, wenn sie vereinbart werden, die Regelungen des BGB-Vertrags erweitern. Für den Bauherrn ist wichtig zu wissen, dass ein VOB-Vertrag nur dann vorliegt, wenn ausdrücklich die Geltung der VOB vereinbart wird. Ohne diese ausdrückliche Vereinbarung liegt nur ein BGB-Vertrag vor, dem wichtige Vereinbarungen fehlen.

Blindpool
Blindpool ist eine Beteiligungsform, bei der der Investitionsgegenstand zum Zeitpunkt des Beitritts noch nicht oder nicht vollständig feststeht.

BMF
BMF steht für Bundesministerium der Finanzen mit Sitz in Berlin.

BMF-Schreiben
BMF-Schreiben sind Erlasse, die vom Bundesministerium der Finanzen (BMF) in unregelmäßigen Abständen herausgegeben werden und die an die weisungsgebundenen, nachgelagerten Finanzbehörden (nicht Zollbehörden) gerichtet sind. Mit diesen Schreiben wird die Steuerverwaltung angewiesen, genau definierte steuerliche Sachverhalte in einer vorgegebenen Art und Weise zu behandeln. Das soll zu einer deutschlandweit einheitlichen Rechtsanwendung führen, Zweifelsfragen ausräumen und somit insgesamt zur Gleichmäßigkeit der Besteuerung beitragen. BMF-Schreiben sorgen durch die Pflicht zur Anwendung bei der Behörde auch zu einer Planungssicherheit und Rechtsklarheit beim Steuerbürger, da dieser sich darauf berufen kann, dass ein, in einem BMF-Schreiben verbindlich geklärter Sachverhalt von der Finanzverwaltung in eben dieser Weise entschieden wird. Ebenso wie die Steuerrichtlinien ist durch ein BMF-Schreiben nur die Finanzverwaltung in der Rechtsanwendung gebunden. Der Bürger kann sich auf die Anwendung berufen, aber auch eine andere Meinung vertreten und gerichtlich anfechten. BMF-Schreiben werden im Bundessteuerblatt, Teil I veröffentlicht und sind auf der Homepage des BMF für eine Übergangszeit einsehbar. Verwaltungsanweisungen werden auch von den Finanzministerien der Länder und von Oberfinanzdirektionen herausgegeben – wobei Oberfinanzdirektionen keine Erlasse, sondern Verfügungen an den nachgeordneten Bereich richten.

Bodenwert
Wert des Grundstücks, welcher abhängig von Größe, Lage, Zuschnitt, Beschaffenheit und Grad der Erschließung ist. Berechnet wird der Wert nach folgender Formel: Quadratmeterpreis (inkl. Erschließung, aber ohne Grundstückserwerbskosten) x Grundstücksgröße

Bonität
Wenn eine Darlehensgewährung unter persönlichen und sachlichen Gesichtspunkten vertretbar ist, spricht man von Bonität bzw. Kreditwürdigkeit. Um die persönliche Bonität des Darlehensnehmers zu beurteilen, wird vor allem eine Schufa-Auskunft herangezogen. Die sachliche Bonität wird hingegen anhand sämtlicher Unterlagen über das Einkommen und die Ausgaben geprüft.

Bruttomietvertrag
Bei einem Bruttomietvertrag (Gegenteil: Nettomietvertrag) zahlt der Vermieter sämtliche Betriebskosten (z. B. Versicherungen, Grundsteuern, Reparaturen, Instandhaltung). Da die Betriebskosten nicht auf den Mieter umgelegt werden, wird bei Bruttomietverträgen eine Miete vereinbart, in der die für den Vermieter zu erwartenden Betriebskosten bereits einkalkuliert sind (Bruttomiete).

Buchwert
Der Buchwert (englisch: book value) ist ein Wertansatz im Rahmen der Bewertung von Unternehmen oder einzelnen Wirtschaftsgütern.

Handels- und steuerrechtlich bezeichnet der Buchwert die Anschaffungskosten eines einzelnen Wirtschaftsgutes. Angesetzt werden in der Regel die Anschaffungskosten abzüglich der (handelsrechtlichen) Abschreibungen bzw. der (steuerrechtlichen) AfA. Dieser Ansatz ist weitgehend willkürlich bzw. rechtlich vorgegeben und weicht vom „“tatsächlichen““ Wert (der im Steuerrecht als Teilwert bzw. gemeiner Wert bezeichnet wird) eines Wirtschaftsgutes daher in aller Regel ab. Im Umwandlungssteuergesetz ist der Buchwert der niedrigstmögliche Wertansatz, daneben sind Teilwert und Zwischenwert zulässig.Der Buchwert berücksichtigt nur den bilanziell ausgewiesenen Wert der Aktiva, nicht jedoch mögliche stille Reserven oder stille Lasten. Auch das verwendete Rechnungslegungssystem (zum Beispiel HGB, US-GAAP oder IFRS) führt zu unterschiedlichen bilanziellen Wertansätzen, sodass die ausgewiesenen Buchwerte – teilweise erheblich – differieren können. Der Buchwert weicht regelmäßig vom tatsächlichen erzielbaren Marktpreis oder Verkehrswert ab. Abschreibungssätze richten sich nicht nach dem Markt, sondern sind in amtlichen Abschreibungstabellen festgelegt.

Bulker
Massengutfrachter für alle losen Schütt- und Flüssiggüter, für die eine Mengenangabe in Stück nicht möglich ist.

C

Cash-Flow
Beim Cash-Flow (auch Kapitalflussrechnung oder Selbstfinanzierungskraft) handelt es sich um eine Kennzahl, mit 27 deren Hilfe man die Zahlungskraft eines Unternehmens beurteilen kann. Er stellt den Zahlungsmittelüberschuss dar, welcher insbesondere aus dem Jahresabschluss und der Gewinn- und
Verlustrechnung eines Unternehmens abgeleitet wird. Ein negativer Cash-Flow wird als Cash-Drain bezeichnet.

Charterer
Der Mieter des Schiffes für einen bestimmten Zeitraum. Er zahlt für die Überlassung des Schiffes eine vereinbarte Charterrate.

Charterrate
Die vereinbarte Miete für die Überlassung eines Schiffes. Wird vom Charterer i.d.R. in US-Dollar pro Tag bezahlt.

Closed-End Funds
Hierbei handelt es sich um einen Fonds, der von Beginn an in einer limitierten Anzahl herausgegeben wird. Sobald alle Anteile des Fonds auf dem Markt untergebracht wurden, wird der Fonds geschlossen und der Anleger hat nach Schließung keinen Anspruch auf Rücknahme, sondern muss, wie beim üblichen Aktienmarkt, einen Käufer über die Börse für seine Zertifikate finden. Diese Art des geschlossenen Fonds ist besonders in den USA sehr üblich. Beim Geschlossenen Fonds richtet sich der Kurs nach Angebot und Nachfrage im Sekundärmarkt mit den Fondsanteilen und nicht nach dem Tageswert des Fondsvermögens.

CO2-Gebäudesanierungsprogramm
Mit ihrem CO2-Gebäudesanierungsprogramm gewährt die KfW Eigentümern eines Altbaus günstige Darlehen für Umbauarbeiten, die den Energieverbrauch der Immobilie deutlich senken.

Courtage
Lohn eines Maklers für einen Vertragsabschluss. Übliche Provisionssätze bei Vermietungen liegen bei ein bis zwei Monatsmieten. Bei Grundstücks- oder Immobilienvermittlungen werden 3 % bis 6 % des Kaufpreises fällig.

D

Damnum
Siehe auch: Disagio

Darlehensbewilligung
Rechtlich bindliche Zusage eines Darlehensgebers über die Gewährung eines Darlehens.

Darlehensphase
An die Sparphase eines Bausparvertrags schließt sich mit Auszahlung des Darlehens die Darlehensphase an. Hierfür muss ein separater Darlehensvertrag geschlossen werden. Im Anschluss daran zahlt der Darlehensnehmer jeden Monat seine Darlehensrate an die Bausparkasse. Diese setzt sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammen. Das Darlehen wird damit annuitätisch getilgt.

DBA
Doppelbesteuerungsabkommen Dienstbarkeit: Ein dingliches Nutzungsrecht an einer fremden Sache. Eine Dienstbarkeit ist beispielsweise das Recht, einen Weg zu benutzen.

Degressive Abschreibung
Alternativ zur linearen Abschreibung können die Herstellungs- und Anschaffungskosten für Neubauten auch degressiv mit jährlich abnehmenden Sätzen abgeschrieben werden. Aufgrund der anfänglich höheren Abschreibung ist die steuermindernde Wirkung in den ersten Jahren höher.

Denkmal
Die Klassifizierung als Denkmal erfolgt durch das Amt für Denkmalschutz. Das Objekt muss die Voraussetzungen eines sogenannten Baudenkmals erfüllen und erhält ab diesem Zeitpunkt die wichtige Zuordnung als erhaltungswürdiges Denkmal. Ein weiteres wichtiges Kriterium in den neuen Bundesländern ist die Lage in einem behördlich anerkannten Sanierungsgebiet. Hier existieren bekanntlich sehr viele Objekte, die um die Jahrhundertwende erbaut wurden und die erhaltungswürdig sind. Trotzdem erfüllen nicht alle Objekte das Kriterium des Baudenkmals, da evtl. die Lage des Objektes nicht die Voraussetzungen eines behördlich anerkannten Sanierungsgebietes erfüllt. In diesem Falle kann es seitens des Finanzamtes zu einer Ablehnung der Geltendmachung der Sanierungskosten kommen. Diese Voraussetzung ist daher unbedingt durch den Bauträger nachzuweisen. Siehe auch: Denkmalschutz, Sanierungsgebiet

Denkmalschutz
Nachdem das Objekt die Einstufung als Denkmal erhalten hat, werden alle Kosten die in Zusammenhang mit der Wiederherstellung des Objektes stehen und die vom Amt für Denkmalschutz genehmigt worden sind als Werbungskosten anerkannt. Diese so genannten Sanierungskosten sind innerhalb von 12 Jahren zu 100% steuerlich absetzbar ( siehe auch Abschreibungsarten ). Je höher also der Sanierungskostenanteil eines Gebäudes ist, desto höher sind damit auch die vom Kapitalanleger anzusetzenden Werbungskosten. Siehe auch: Denkmal

Dienstbarkeit
Dienstbarkeit wird als Belastung eines Grundstücks in der Weise bezeichnet, dass ein anderer das Grundstück in einzelnen Beziehungen benutzen darf, dass auf dem Grundstück gewisse Handlungen nicht vorgenommen werden dürfen oder dass die Aus­übung eines Rechts ausgeschlossen ist, das sich aus dem Eigentum des belasteten Grundstücks ergibt (geregelt in §§ 1018 bis 1029 und 1090 bis 1093 BGB).

Dienstbarkeit
Eine Dienstbarkeit schränkt den Eigentümer bei der Nutzung seines Grundstücks ein. Steht dies sogar im Grundbuch, etwa ein Wegerecht für den Nachbarn über Ihr Grundstück, so ist dies eine Grunddienstbarkeit mit absolutem Machtanspruch des Begünstigten. Verwehren Sie ihm sein Recht, kann er Schadenersatz verlangen. Neben Grunddienstbarkeiten gibt es auch persönliche Dienstbarkeiten wie Nießbrauch. Sie erlöschen erst durch Tod des Begünstigten.

Direktkommanditist
Direktkommanditist wird auch der Anleger genannt, der sich unmittelbar als Kommanditist an der Fondsgesellschaft beteiligt und auch persönlich ins Handelsregister eingetragen wird.

Disagio
Differenz zwischen Nominalbetrag und tatsächlicher Auszahlung eines Darlehens. Das Disagio stellt eine Zinsvorauszahlung dar, die dazu führt, dass die Bank den Nominalzins senkt. Für Kapitalanleger kann ein Disagio steuerlich interessant sein, da es als Werbungskosten absetzbar ist.

Doppelbesteuerungsabkommen
Zur Vermeidung der Doppelbesteuerung werden zwei Standardmethoden angewandt:

Freistellungsmethode (u.U. unter Einbezug des Progressionsvorbehaltes)
Anrechnungsmethode
Zwei weitere Methoden, die als Unterfälle der Anrechnungsmethode anzusehen sind, sorgen lediglich für eine Verminderung der Doppelbesteuerung:

Pauschalisierungsmethode
Abzugsmethode
Zudem besteht die Möglichkeit des Erlasses der Steuer auf Einkünfte, die bereits im Quellenstaat besteuert worden sind, durch den Wohnsitzstaat.

Ziel der Doppelbesteuerungsabkommen ist die Vermeidung der Doppelbesteuerung, nicht jedoch das Herbeiführen einer Nullbesteuerung. Vielmehr soll der Grundsatz der Einmalbesteuerung gewahrt bleiben. Zur Vermeidung einer eventuellen Nullbesteuerung sind in vielen Abkommen Subject-to-tax-Klauseln vereinbart worden.

Um die einzelnen Mitgliedstaaten bei der Abfassung ihrer Abkommen zu unterstützen (und auch um Doppelnichtbesteuerungen zu vermeiden), werden von Experten der OECD in unregelmäßigen Abständen Musterabkommen (OECD-MA) erarbeitet. Der dazu erscheinende Kommentar ist eine wichtige Auslegungshilfe bei Streitfragen. Das OECD-MA behandelt dabei in erster Linie die Verhandlungssituation zwischen Industrienationen. Für Verhandlungen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern gibt es daher das von den Vereinten Nationen entwickelte Musterabkommen. Die Vereinigten Staaten von Amerika unterhalten zudem ein eigenes Musterabkommen.

Drei-Objekt-Grenze
Die Drei-Objekt-Grenze ist von der Rechtsprechung eine festgelegte, typisierte Grenze, bei deren Überschreiten die private Vermögensverwaltung in eine gewerbliche Tätig­keit umschlägt. Die Drei-Objekt-Grenze wurde vom Bundesfinanzhof zur Abgrenzung von steuerfreien Erträgen privater Vermögensverwaltung und steuerpflichtigen Einkünften aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG) entwickelt. Sie besagt, dass bereits ein gewerblicher Grundstückshandel – und keine private Vermögensverwaltung mehr – vorliegt, wenn ein Grundstückseigentümer innerhalb von fünf Jahren mehr als drei „Objekte“ in zeitlicher Nähe zu deren Anschaffung, Herstellung oder grundlegender Modernisierung verkauft. Die Gewinne aus dem Verkauf führen zu Einkünften aus Gewerbebetrieb. Je nach Höhe des Gewinns setzt das Finanzamt nicht nur Einkommensteuer, sondern auch Gewerbesteuer fest. Besonderheiten gelten bei langjährigem Vorbesitz und Rechtsnachfolge: Werden bebaut erworbene Grundstücke veräußert, die der Veräußerer mindestens 10 Jahre durch Vermietung oder für eigene Wohnzwecke nutzte, ist dies unabhängig von der Zahl der veräußerten Objekte noch private Vermögensverwaltung. Die Veräußerung ererbten Grundbesitzes wird grundsätzlich von der Drei-Objekt-Grenze nicht erfasst. Unabhängig von der Drei-Objekt-Grenze ist ein Spekulationsgewinn nach § 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG bei einer Grundstücksveräußerung innerhalb der Zehnjahresfrist zu versteuern.

Due Diligence
Detaillierte und fundierte Untersuchung, Prüfung und Bewertung potenzieller Zielfonds oder Anlageobjekte als Basis für Investitionsentscheidungen. Beinhaltet eine Stärken/Schwächen-Analyse bspw. eine Immobilie und eine fundierte Bewertung vor einem möglichen Ankauf.

DWT / TDW
Beschreibt die Tragfähigkeit eines Schiffes: dead weight tonnage bzw. tons dead weight. Es ist die Differenz der Wasserverdrängung des bis zur höchstzulässigen Lademarke belasteten Schiffes und jener des unbelasteten Schiffes.

E

EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)
Zweck dieses Gesetzes ist es, insbesondere im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen, die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte zu verringern,
fossile Energieressourcen zu schonen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien zu fördern. Anlagebetreiber erhalten durch das EEG 20 Jahre lang eine festgelegte Einspeisevergütung für ihren erzeugten Strom. Der nächstgelegene öffentliche Netzbetreiber ist zur vorrangigen Abnahme des Stroms verpflichtet. Die Vergütungssätze sind nach verschiedenen gesetzlich geförderten Technologien
und Standorten differenziert und sollen einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen ermöglichen.

Effektivzins
Preis eines Darlehens, in dem nahezu alle Preisbestandteile berücksichtigt sind. Schätzkosten, Bereitstellungszinsen, Kontoführungsgebühren und Teilauszahlungszuschläge fließen nicht in die Berechnung ein. Der Effektivzins ermöglicht den Vergleich verschiedener Angebote. Die Effektivzinsberechnung ist in der Preisangabenverordnung (PAngV) geregelt. Siehe auch: Nominalzins

Eigenheimzulage
Diese staatliche Förderung wurde zum 1. Januar 2006 abgeschafft. Darlehensnehmer, die vor diesem Zeitpunkt den Kaufvertrag für Ihre Immobilie geschlossen oder den Bauantrag gestellt hatten, konnten sich jedoch die gesamte Förderung sichern. Die Eigenheimzulage bestand aus dem Fördergrundbetrag (max. 1.250 Euro) und der Baukinderzulage (je Kind 800 Euro). Sie war an bestimmte Einkommensgrenzen gekoppelt und wurde für die Dauer von acht Jahren gewährt. Die Auszahlung erfolgte durch das zuständige Finanzamt jeweils zum 15. März eines Jahres. Siehe auch: Förderung des Wohneigentums, Staatliche Förderung

Eigenkapital
Bezeichnung für die finanziellen Mittel, die von den Gesellschaftern eines AIF für die Finanzierung der Vermögensgegenstände in den AIF eingebracht werden.

Eigenleistung
Persönliche Arbeitsleistung (Selbst-, Verwandten- und Nachbarschaftshilfe), die zur Einsparung von Handwerkerlohnkosten erbracht wird. Die Höhe der Eigenleistung wird vielfach überschätzt. Risiken liegen im hohen Zeitaufwand, der längeren Bauzeit, der teilweise unzureichenden fachlichen Qualifikation und dem Ausschluss von Gewährleistungsansprüchen. Die Eigenleistung wird oft auch als Muskelhypothek bezeichnet. Siehe auch: Eigenkapital, Fremdkapital, Muskelhypothek

Eigennutzung
Wenn der Darlehensnehmer seine Immobilie selbst bewohnt, spricht man von Eigennutzung. Diese Art der Nutzung kann für bestimmte Darlehensformen oder Sondervereinbarungen vorgeschrieben sein.

Eigentumswohnung
Beim Kauf einer Wohnung wird nicht nur das Sondereigentum (die Wohnung selbst) sondern auch ein Miteigentumsanteil (Anteil am Gemeinschaftseigentum) erworben. Die Eigentumsverhältnisse sind im Wohnungseigentumsgesetz geregelt.

Einheitswert
Ein vom Finanzamt festgesetzter Richtwert für Grundstücke und Gebäude, nach dem u. a. die Grundsteuer ermittelt wird. Der Wert liegt deutlich unter dem tatsächlichen Wert der Immobilie und wird mittels des Einheitswertbescheides dem Eigentümer mitgeteilt.

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
Eine von sieben im Einkommenssteuergesetz (§ 21 EStG) geregelten Einkunftsarten. Diese Einkünfte umfassen alle einkommensteuerpflichtigen Überschüsse oder Verluste aus Vermietung oder Verpachtung eines unbebauten oder bebauten Grundstücks. Als Werbungskosten sind beispielsweise Kosten für Modernisierung, Reparaturen, Versicherung, Grundsteuer sowie Aufwendungen für Wasser und Schornsteinfeger abzuziehen. Zusätzlich können Darlehenszinsen und Abschreibungen (AfA) steuerlich geltend gemacht werden.Siehe auch: Abschreibung

Einkaufsfaktor
Einkaufsfaktor ist der Faktor, mit dem die Jahresmieteinnahmen multipliziert werden, um den Preis einer Immobilie zu bestimmen.

Einkunftserzielungsabsicht
Einkunftserzielungsabsicht ist die Absicht, langfristig einen Totalüberschuss zu erzielen.

Einlage
Einlage wird bei geschlossenen Fonds der Betrag eines Investors genannt, den er als Beteiligung an der Fondsgesellschaft leistet.

Einlage der Kommanditisten
Auf Seite der Kommanditisten bezeichnet die Pflichteinlage den Betrag, den ein Kommanditist in die Gesellschaft einzuzahlen hat. Unabhängig hiervon besagt die im Handelsregister eingetragene Haftsumme (veraltet: „Hafteinlage“), mit welchem Betrag der jeweilige Kommanditist persönlich haftet. Wird im Gesellschaftsvertrag keine Pflichteinlage vereinbart, dann kann unterstellt werden, dass diese mit der Haftsumme identisch ist. Mit Leistung der Pflichteinlage erlischt die unmittelbare Haftung des Kommanditisten in Höhe des eingezahlten Betrages.

Einliegerwohnung
Von einer Einliegerwohnung kann gesprochen werden, wenn in einem Einfamilienhaus eine Wohnung separat und in sich abgeschlossen ist, eine Wohnfläche von mindestens 25 Quadratmetern aufweist und eine eigene Küche sowie sanitäre Einrichtungen vorhanden sind.

Einspeisemenge
Begriff aus der Energiewirtschaft; Menge der in das öffentliche Stromnetz eingespeisten Energie.

Einspeisevergütung
Gesetzlich festgelegte Vergütung von Strom, die dazu dient, bestimmte Arten der Stromerzeugung zu fördern. In der Regel handelt es sich dabei um erneuerbare Energien, d.h. die Stromerzeugung aus Windkraft-, Solar-, Wasserkraft-, Geothermie- und Biomasseanlagen, prinzipiell sind jedoch auch
andere Arten der Stromerzeugung denkbar.

Emissionshaus
Ein Emissionshzaus ist eine Gesellschaft, die geschlossene Fonds konzipiert, den Fondprospekt erstellt und Fondsanteile ausgibt sowie Bank, Kreditinstitut oder Beratungsgesellschaft, die im Rahmen der Fondsfinanzierung wesentliche Aufgaben wie zum Beispiel die Beratung bei der Konzeption von Fonds, Erstellung des Beteiligungsprospektes, Finanzierungsvermittlung und Ausgabe von Kommanditanteilen übernimmt.

Emittent
Der Emittent ist die Fondsgesellschaft. Die Gesellschaft ist berechtigt, alle Geschäfte und Handlungen vorzunehmen, die der Erreichung des Unternehmensgegenstandes unmittelbar und/oder mittelbar zweckdienlich sind.

Erbbaurecht
Ein Erbbaurecht ist in der Regel zeitlich begrenzt (meist 99 Jahre) und ermöglicht einem Bauherrn, ein Haus zu errichten und zu nutzen, ohne selbst ein Grundstück kaufen zu müssen. Dafür zahlt er über die gesamte Nutzungsdauer einen im Voraus festgelegten Erbbauzins an den Eigentümer des Grundstücks.Siehe auch: Erbbauzins, Erbpacht

Erbbauzins
Wiederkehrendes Entgelt für die Inanspruchnahme eines Erbbaurechts. Es ist an den Grundstückseigentümer zu zahlen und nach § 9 Abs. 2 der ErbbauRVO nach Zeit und Höhe für die gesamte Laufzeit festzulegen. Siehe auch: Erbbaurecht, Erbpacht

Erbpacht
Erbpacht ist ein anderes Wort für den Begriff Erbbaurecht. Ein solches Recht ist in der Regel zeitlich begrenzt (meist 99 Jahre) und ermöglicht einem Bauherrn, ein Haus zu errichten und zu nutzen, ohne selbst ein Grundstück kaufen zu müssen. Dafür zahlt er über die gesamte Nutzungsdauer einen im Voraus festgelegten Erbbauzins an den Eigentümer des Grundstücks. Siehe auch: Erbbaurecht, Erbbauzins

Erhöhte Abschreibungen
Die Modernisierungs- und Erhaltungsmaßnahmen an vermieteten Gebäuden, die nach § 7 i EStG dem Denkmalschutz unterliegen oder sich nach § 7 h EStG in Sanierungsgebieten und städtebaulichen Entwicklungsgebieten befinden, können auf Antrag über einen Zeitraum von zehn Jahren mit bis zu 10% der begünstigten Kosten abgeschrieben werden.Siehe auch: Abschreibung

Erhaltungsaufwand
Dem Einkommenssteuergesetz (EStG) zufolge können alle Aufwendungen, die für die Instandhaltung und Renovierung einer Immobilie anfallen, steuerlich als Erhaltungsaufwand abgesetzt werden. Erhaltungsmaßnahmen an vermieteten Gebäuden können als Werbungskosten im Jahr der Rechnungszahlung sofort in einem Betrag als Werbungskosten von den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abgezogen werden. Gehen die Modernisierungsarbeiten über eine zeitgemäße, substanzerhaltende Erneuerung der Immobilie hinaus und wird der Gebrauchswert sogar gesteigert, zählen sie zu den Herstellungskosten.

Erneuerbare Energien
Vielfältige Erscheinungsformen von dem Menschen nutzbarer Energie, die im Rahmen menschlichen Einflusses zeitlich scheinbar unerschöpflich zur Verfügung stehen und sich verhältnismäßig schnell ‚erneuern‘. Erneuerbare Energien gelten als nachhaltig nutzbare Energieressourcen, zu denen
insbesondere Wasserkraft, Windenergie, solare Strahlung (Sonnenenergie), Erdwärme (Geothermie) und die durch nachwachsende Rohstoffe erzeugte Energie zählen.

Erschließung
Gesamtheit der erforderlichen Aktivitäten, um ein Grundstück baureif zu machen. Dazu zählen der Anschluss des Grundstücks an die Wasser- und Abwasserversorgung und die Anbindung an das Gas-, Strom- und Telefonnetz. Verantwortlich für die Infrastrukturanbindung ist in der Regel die Gemeinde, allerdings wird der Grundstückseigentümer an den Kosten beteiligt. Siehe auch: Erschließungskosten

Erschließungskosten
Erschließungskosten umfassen Kosten für den Anschluss des Grundstücks an Kanalisation, Wasser- und Energieversorgung. Sie enthalten auch anteilige Kosten des Straßenbaus samt Gehweg und Beleuchtung, öffentlicher Grünflächen und Kinderspielplätze und Lärmschutzanlagen. Erschließungskosten sind auch für das Telefon- und Kabelfernsehnetz zu entrichten. Üblicherweise muss sich der Eigentümer daran mit bis zu 90% beteiligen.

Ertragswert
Insbesondere bei vermieteten Mehrfamilienhäusern bildet der Ertragswert die Grundlage zur Berechnung des Beleihungswertes. Die Berechnungsbasis bilden die Erträge aus Mieten und Pachten abzüglich der Bewirtschaftungskosten. Diese werden auf die Restnutzungsdauer der Immobilie hochgerechnet. Siehe auch: Sachwertverfahren, Verkehrswert

Erwerbskosten
Erwerbskosten sind alle Kosten, die beim Erwerb eines Grundstücks oder einer Immobilie anfallen. Dazu zählen die Maklerprovision, Gerichts- und Notargebühren, Vermessungskosten und Kosten für den Grundbucheintrag und Bodenuntersuchungen. Bei nicht zur Selbstnutzung vorgesehenen Immobilien können die Erwerbskosten steuerlich abgesetzt werden.Siehe auch: Erwerbsnebenkosten

Erwerbsnebenkosten
Die Erwerbsnebenkosten beim Kauf einer Immobilie umfassen in der Regel die Notar- und Grundbuchkosten, die Grunderwerbssteuer und evtl. Maklercourtage. Siehe auch: Erwerbskosten

ESMA (European Securities and Markets Authorithy)
ESMA ist die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde. Sie koordiniert und kontrolliert die Wertpapieraufsichtsbehörden in der EU und erlässt Leitlinien und Empfehlungen.

EStG
Im Einkommensteuergesetz der Bundesrepublik Deutschland wird die Besteuerung des Einkommens natürlicher Personen geregelt. Die vom Steueraufkommen her wichtigste Erhebungsform der Einkommensteuer ist die Lohnsteuer. Andere Erhebungsformen sind das allgemeine Verfahren (Festsetzung durch Veranlagung, Erhebung durch Bescheid, notfalls Zwangsvollstreckung) und die Kapitalertragsteuer (inkl. des Zinsabschlags). Bei der Steuerpflicht unterscheidet man zwischen unbeschränkter und beschränkter Steuerpflicht. Natürliche Personen (§ 1 BGB), die ihren Wohnsitz (§ 8 AO) oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt (§ 9 AO) im Inland haben, sind unbeschränkt mit ihrem Welteinkommen einkommensteuerpflichtig. Die sachliche Steuerpflicht erstreckt sich dabei auf die sieben Einkunftsarten (§ 2 EStG). Die jeweiligen Einkünfte sind: Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Einkünfte aus Gewerbebetrieb, Einkünfte aus selbständiger Arbeit, Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, Einkünfte aus Kapitalvermögen, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und sonstige Einkünfte. Die Besteuerung von juristischen Personen u. ä. (insbesondere Kapitalgesellschaften etc.) ist in anderen Steuergesetzen, insbesondere im Körperschaftsteuergesetz geregelt.

European Interbank Offered Rate
EURIBOR (Abkürzung für „European Interbank Offered Rate“) ist der Zinssatz für Termingelder in Euro, die zwischen europäischen Banken gehandelt werden. Der EURIBOR hat mit Einführung des Euro den FIBOR (Frankfurt Interbank Offered Rate) als Referenzzinssatz bei Krediten und Anlagezinssätzen ersetzt. Siehe auch: Variabler Zins

Exit
Exit ist der Ausstieg eines Investors aus einer Beteiligung durch Veräußerung seines Anteils.

Exposé
Exposé ist die Bezeichnung für die Unterlagen, die ein Makler an Interessenten abgibt. In den allermeisten Fällen enthält das Exposé neben den Angaben über das Objekt zugleich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Maklers.

F

Facility Management
Das Facility Management umfasst die kaufmännische, technische und infrastrukturelle Objektverwaltung.

Fertighaus
Ein aus vorgefertigten Teilen errichtetes Gebäude in Massiv- oder Holzbauweise. Meist werden sie an den Käufer schlüsselfertig übergeben, jedoch ist auch eine Auslieferung als Ausbauhaus möglich, bei dem ein Teil des Ausbaus vom Käufer in Eigenleistung übernommen wird. Im Normalfall werden diese auch von den Banken finanziert.

Festdarlehen
Langfristiges Darlehen, das am Ende der Zinsbindung in einer Summe zurückgezahlt wird. Während der Zinsbindung sind nur die Zinsen zu entrichten. Für die Tilgung des Darlehens werden häufig Bausparverträge, Kapitallebensversicherungen, Rentenversicherungen oder Investmentfonds bespart. Siehe auch: Bausparvertrag, Festzins

Festpreis
Die Vereinbarung eines Festpreises, auch Pauschalpreis genannt, ist sowohl für den Erwerb vom Bauträger als auch für den Fertighausvertrag charakteristisch. Dennoch bedarf die Vereinbarung eines Festpreises einer ausdrücklichen Regelung im Vertrag. Als Bauherr sollten Sie die Festpreisabrede besonders genau prüfen. Durch unklare Formulierungen und unübersichtliche Vertragsgestaltungen wird die Festpreisklausel häufig stark entwertet.

Festzins
Der bei Hypothekendarlehen für einen bestimmten Zeitraum festgeschriebene Zinssatz. Eine Kündigung des Darlehens ist in dieser Zeit nicht möglich. Nur bei einer Zinsfestschreibung von mehr als zehn Jahren kann das Darlehen unter Berücksichtigung einer sechsmonatigen Frist gekündigt werden. Siehe auch: Festdarlehen

Festzinsdarlehen
Darlehen, dessen Konditionen die Bank für einen vorher bestimmten Zeitraum garantiert, unabhängig davon, ob die Zinsen steigen oder fallen. Das Gegenteil eines Festzinsdarlehens ist ein Gleitzinsdarlehen, bei dem sich die Konditionen in Abhängigkeit des am Markt gültigen Zinses jederzeit ändern.

Feuerversicherung
Eine Feuerversicherung deckt Schäden an Gebäuden, die durch Brand, Blitzschlag oder Explosion entstehen. Im Schadensfall sollte sie die Gesamtkosten der Wiederherstellung des Gebäudes (Neuwertversicherung) übernehmen.

Finanz- und Investitionsplan
Im Finanz- und Investitionsplan werden die Mittelherkunft und die Mittelverwendung der Gesellschaft dargestellt.

Finanzamt
Um Steuervorteile im Bereich Denkmalschutz schon frühzeitig nutzen zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Vordrucke für den Eintrag eines monatlichen Freibetrages auf die Lohnsteuerkarte erhalten Sie beim zuständigen Finanzamt, sie erhöhen dadurch ihr Nettoeinkommen deutlich, da Sie für den entsprechenden Freibetrag keine Steuern mehr zahlen. Ebenfalls erhalten Sie hier die bei Immobilieneigentum notwendige Anlage V. Werbungskosten durch den Erwerb einer denkmalgeschützten Immobilie können als Freibetrag auf die Lohnsteuerkarte eingetragen werden bei Angestellten, Selbständige können hierdurch die monatlichen oder quartalsweisen Vorauszahlungen reduzieren. Weiterhin besteht natürlich die Möglichkeit die Werbungskosten in der jährlichen Steuererklärung anzugeben.

Finanzierungsplan
Detaillierte Aufstellung der Herstellungs- und Erwerbskosten einerseits sowie der für die Finanzierung einzusetzenden Eigen- und Fremdmittel andererseits. Der Finanzierungsbedarf ergibt sich aus der Differenz der Gesamtkosten und der Eigenmittel. Daraufhin kann für den Darlehensnehmer ein Tilgungsplan erstellt werden, der die anfallenden Zins- und Tilgungsleistungen auflistet und die monatliche Belastung enthält.

Flächennutzungsplan
Der Flächennutzungsplan (FNP) (vorbereitender Bauleitplan) stellt die beabsichtigte städtebauliche Entwicklung einer Gemeinde dar. Er ist das Ergebnis eines grundsätzlichen politischen sowie fachlichen Planungsprozesses einer Gemeinde. Seine Inhalte richten sich nach den Vorschriften des § 5 des Baugesetzbuches (BauGB).
Der Flächennutzungsplan ist ein vorbereitender Bauleitplan, der keine direkte Rechtskraft für den Bürger entfaltet, sondern für Behörden verbindliche Hinweise zur Entscheidung über Genehmigungen von Vorhaben oder den Inhalt von Bebauungsplänen gibt. Flächennutzungspläne müssen von der übergeordneten Verwaltungsbehörde (in der Regel Bezirks- oder Landesverwaltung) genehmigt werden und sind für die Entwicklung nachgeordneter Planwerke bindend.

Flurkarte
Landkarte, die alle Flurstücke einer Gemarkung abbildet. Diese Karte kann beim zuständigen Katasteramt eingesehen und angefordert werden. Siehe auch: Flurstück, Grundbuch

Flurstück
Bezeichnung für eine bestimmte Grundstücksfläche, die eine genaue Identifizierung dieser Fläche ermöglicht. Ein Grundstück kann aus einem oder mehreren Flurstücken bestehen. Siehe auch: Flurkarte, Grundbuch

Förderdarlehen
In Deutschland gibt es zahlreiche Angebote von staatlicher Seite, die den Erwerb, die Erstellung und die Modernisierung von Wohneigentum fördern. Förderdarlehen haben folgende allgemeine Merkmale: Verbilligter Zinssatz (unter Kapitalmarktniveau) bis zu zinslosen Darlehen, Tilgung über Zeitraum 35 – 100 Jahre (i. d. R. 0,5 Prozent oder 1 Prozent p. a.) Möglichkeit einer tilgungsfreien Zeit je nach Förderprogramm Grundbuchliche Besicherung: Die Eintragung von Sicherheiten zugunsten des Förderdarlehensgebers erfolgt zumeist nachrangig hinter dem Kapitalmarktdarlehen für die geförderte Maßnahme (Investitionen). Die Eintragung kann sowohl als Grundschuld wie auch als Hypothek erfolgen. Keine Übernahme von Baulasten ohne Zustimmung des Förderdarlehensgebers. Für das Immobilienunternehmen kann durch das günstige Fremdkapital u. U. unrentable Investitionen mit Kalkulationsbasis des Kapitalmarktniveaus rentabel gestaltet werden. Damit werden Möglichkeiten der Portfolioverbesserung erschlossen. Aus der Sicht des Staates liegen die Interessen beim Einsatz von Förderdarlehen zum einen im sozialen Wohnungsbau zur Versorgung sozial schwacher Schichten mit Wohnraum und zur Entwicklung bestimmter Wohngebiete mit sozial schwacher Struktur. Siehe auch: KfW-Wohneigentumsprogramm

Förderung des Wohneigentums
Um in der Bundesrepublik Deutschland die Wohneigentumsquote zu erhöhen, wurden zur Erleichterung von Baufinanzierungen staatliche Förderungen eingerichtet. Dies wurde einerseits durch die Bereitstellung öffentlicher Mittel, Bürgschaften oder Zulagen ermöglicht. Andererseits besteht die Möglichkeit, bestimmte beim Bau anfallende Kosten steuerlich geltend zu machen. Die staatliche Förderung wurde jedoch unter anderem mit der Abschaffung der Eigenheimzulage zum 1. Januar 2006 gekürzt. Siehe auch: Eigenheimzulage

Forward-Darlehen
Darlehen, mit dem sich ein Darlehensnehmer bereits heute einen Zinssatz für ein Darlehen in der Zukunft sichert. Voraussetzung für die Aufnahme eines Forward-Darlehens ist das Vorhandensein einer Immobilie, über die eine Besicherung erfolgen kann. Häufig wird diese Darlehensform genutzt, wenn die Zinsbindung des bestehenden Darlehens erst in zwölf bis 60 Monaten ausläuft, das aktuelle Zinsniveau jedoch gesichert werden soll. Für Forward-Darlehen werden je nach Dauer der „Aufschubzeit“ Zinsaufschläge berechnet. Es fallen keine Bereitstellungszinsen an.

Freistellungsbescheinigung
Ab dem 01.01.2002 müssen unternehmerisch tätige Auftraggeber von Bauleistungen in Deutschland einen Steuerabzug in Höhe von 15 % der zu zahlenden Rechnung für eine Bauleistung vornehmen, wenn nicht eine vom zuständigen Finanzamt ausgestellte Freistellungsbescheinigung für den Bauunternehmer vorliegt. Der Auftraggeber (Bauherr) haftet für die 15% Bauabzugsteuer selbst dann, wenn der Bauunternehmer ihm eine gefälschte Freistellungsbescheinigung vorgelegt hat. Deshalb ist es dringend notwendig, jede Freistellungsbescheinigung beim Finanzamt auf ihre Echtheit zu überprüfen bevor ein Auftrag erteilt wird. Diese Überprüfung kann telefonisch und bei einzelnen Finanzämtern per Internet erfolgen. Da die Bauabzugssteuer für Bauherren ein erhöhtes Risiko und erhöhten Aufwand mit sich bringt, geht der Trend dahin, dass nur noch Unternehmer mit Freistellungsbescheinigung Aufträge erhalten werden.

Fremdkapital
Bezeichnung für die finanziellen Mittel eines Unternehmens, die durch Dritte (z.B. Banken) in Form von Darlehen bereitgestellt werden. Für die Überlassung des Fremdkapitals zahlt der Fremdkapitalnehmer in der Regel Zinsen an den Fremdkapitalgeber.

Full-Life-Zustand
Begriff aus der Luftfahrt. Full-Life-Zustand bezeichnet wirtschaftlich den Zustand eines Flugzeuges (inklusive Triebwerke und anderer Komponenten), der wertmäßig einem vollständig gewarteten Flugzeug einschließlich Komponenten entspricht. (siehe auch Half-Life-Zustand).

Fungibilität
Fungibilität (Handelbarkeit) ist der lateinische Begriff für Vertretbarkeit im Sinne von Austauschbarkeit und eine Voraussetzung für den Börsenhandel. Die Standardisierung von Wertpapieren, die zum Börsenhandel zugelassen sind, macht diese austauschbar und ermöglicht ihren breiten Handel. Anteile
geschlossener Fonds weisen wegen ihrer langen Laufzeiten und der steuerlichen Rahmenbedingungen hingegen eine geringe Fungibilität auf. Allerdings gibt es inzwischen Ansätze, einen Zweitmarkt mit Anteilen geschlossener Fonds zu etablieren und dadurch die Fungibilität zu steigern.

Für Inländer im deutschen Einkommensteuerrecht gilt:
Wohnsitzland- und Welteinkommensprinzip. Für Nicht-Inländer im deutschen Einkommensteuerrecht gilt: Quellenland- und Territorialitätsprinzip.

G

GbR
Abkürzung für Gesellschaft Bürgerlichen Rechts. Eine GbR kann von mindestens 2 Personen jederzeit begründet werden, eine Eintragung ins Handelsregister ist nicht erforderlich. In einigen Fällen können sich so mehrere Personen zusammenschließen und eine Immobilie zusammen erwerben, um so in die Vorzüge der steuerlichen Vergünstigungen zu kommen. Beim Kauf einer Immobilie z.B. erhält diese GbR eine eigene Steuernummer beim Finanzamt.

Gefahrübergang
Hierunter versteht man die Frage, wer im Falle einer – weder vom Bauherr noch vom Bauunternehmer zu vertretenden – Zerstörung oder Beschädigung des Bauwerks das Risiko der Neuherstellung und der Vergütung zu tragen hat. Beim BGB-Vertrag findet der Gefahrenübergang nach § 644 BGB mit Abnahme des Bauwerks statt. Nach diesem Zeitpunkt muss der Bauherr die Vergütung des Bauunternehmers auch dann zahlen, wenn das Gebäude zerstört oder beschädigt wird. Eine davon zugunsten des Bauunternehmers abweichende Regelung enthält § 7 VOB/B, der die Gefahr auf beide Vertragspartner verteilt.

Geldbeschaffungskosten
Kosten, die im Zusammenhang mit der Beschaffung von Finanzierungsmitteln entstehen. Dazu gehören z. B. Bearbeitungskosten, Vermittlerprovisionen, Gutachterkosten, Notar- und Grundbuchgebühren für die Eintragung der Grundschuld etc. Von der Bank erhobene Kosten werden oft direkt vom Auszahlungsbetrag abgezogen.

Gemeinschaftseigentum
Dieser Begriff taucht meist in Zusammenhang mit Eigentumswohnungen auf. Zum Gemeinschaftseigentum gehören die Teile des Grundstücks und des Gebäudes, die nicht Sondereigentum oder Eigentum eines Dritten sind. Dazu gehören alle Gebäudeteile, die für den Bestand und die Sicherheit notwendig sind, wie z. B. Fassade, Dach, Treppenhaus, Fahrstuhl, Strom- und Wasserleitungen sowie Außenanlagen. Das Gemeinschaftseigentum wird von allen Miteigentümern gemeinsam verwaltet und in Stand gehalten.

General Partner
Unbeschränkt haftender Gesellschafter einer L. P., von der Haftungssituation vergleichbar mit dem Komplementär einer deutschen Kommanditgesellschaft.

Generalübernehmer
Darunter versteht man ein Bauunternehmen, das neben allen für ein Bauvorhaben zu erbringenden Bauleistungen auch alle planerischen Leistungen, die Koordination aller Gewerke und die Bauüberwachung übernehmen kann. Die auszuführende Leistung wird oft zu einem Pauschalpreis angeboten. In vertraglichen Beziehungen steht der Bauherr allein mit dem Generalübernehmer und nicht mit Architekt, Fachplaner und den Bauunternehmen. Diese werden vom Generalübernehmer als Subunternehmen beauftragt.Siehe auch: Generalunternehmer

Generalunternehmer
Darunter versteht man ein Bauunternehmen, das alle für ein Bauvorhaben zu erbringenden Bauleistungen, meistens zu einem Pauschalpreis, übernimmt. In vertraglichen Beziehungen steht der Bauherr allein mit dem Generalunternehmer und nicht mit einzelnen Bauunternehmen. Diese werden vom Generalübernehmer als Subunternehmen beauftragt. Siehe auch: Generalübernehmer

Gesamthypothek
jedes Grundstück haftet nur für einen Teil der Forderung jedes Grundstück haftet für die gesamte Forderung Der Gläubiger der Gesamthypothek kann nach seinem freien Belieben alle Grundstücke zugleich oder nur einzelne Grundstücke wegen seiner Forderung in Anspruch nehmen. Siehe auch: Hypothek, Hypothekenbank, Hypothekendarlehen

Gesamtschuldner
Wenn mehrere Darlehensnehmer gemeinschaftlich für einen Kredit haften, spricht man von einer gesamtschuldnerischen Haftung. Jeder Gesamtschuldner ist damit unabhängig von den anderen zur vollen Zahlung verpflichtet. Die Bank ist dabei in der Wahl des von ihr in Anspruch genommen Gesamtschuldners frei. Sie darf jedoch die Leistung nur einmal verlangen.

Geschäftsbesorgungsvertrag
Ein Geschäftsbesorgungsvertrag ist ein Dienst- oder Werkvertrag, durch den sich der Beauftragte zur entgeltlichen Besorgung eines ihm von dem Auftraggeber übertragenen Geschäfts verpflichtet. Die Fondsgesellschaft überträgt dem Geschäftsbesorger die mit ihrem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb verbundenen laufenden Geschäfte. Die Geschäftsbesorgung erstreckt sich auf alle Geschäfte und Maßnahmen, die dem Betriebsablauf und dem Zweck der Gesellschaft dienen.

Geschäftsführung
Die GmbH & Co. KG wird durch die GmbH (Komplementär) vertreten, die typischerweise auch die alleinige Geschäftsführungsbefugnis besitzt. Der Kommanditist ist im Regelfall von der Geschäftsführung ausgeschlossen; er kann lediglich bei außergewöhnlichen Geschäften sein Widerspruchsrecht ausüben (§ 164 Satz 1 HGB). Somit ist, sofern nichts anderes im Gesellschaftsvertrag vereinbart ist, der Geschäftsführer der GmbH mittelbar auch Geschäftsführer der KG. Für die GmbH handeln die Geschäftsführer, die bei der typischen GmbH & Co. KG mit den Kommanditisten identisch sind. Im Übrigen sind die Rechtsgrundlagen dieselben wie bei der KG.

Geschlossener AIF / geschlossenes Investmentvermögen
Es handelt sich bei der Beteiligung an einem geschlossenen AIF nicht um eine reine Kapitalanlage sondern um eine unternehmerische Beteiligung mit Chancen und Risiken.

Geschlossener Immobilienfonds
Geschlossene Immobilienfonds investieren das Geld ihrer Gesellschafter in Immobilien. Diese Fonds beschränken sich meist auf die Finanzierung eines oder weniger Objekte. Anders als bei offenen Fonds ist das Zertifikatskapital damit auf eine feste Summe begrenzt. Die Investoren werden entweder Miteigentümer an den Grundstücken oder Gesellschafter einer KG oder BGB-Gesellschaft. Geschlossene Immobilienfonds eignen sich speziell für Anleger, die mit begrenztem Kapitaleinsatz und ohne eigenen Verwaltungsaufwand am wirtschaftlichen Nutzen einer Immobilie teilhaben und zudem Steuervorteile erzielen wollen.

Geschlossener Publikums-AIF
Bezeichnung für einen geschlossenen AIF, an dem sich auch Privatanleger beteiligen können. Die gesetzlichen Vorgaben für geschlossene Publikums-AIF sind besonders streng, weil der Gesetzgeber davon ausgeht, dass Privatanleger weniger über unternehmerische Beteiligungen wissen als professionelle Anleger. Geschlossene Publikums-AIF dürfen nur in bestimme Vermögensgegenstände investieren und müssen das Risiko grundsätzlich streuen (Risikomischung). Im Gegensatz dazu steht der geschlossene Spezial-AIF, der weniger strengen Vorgaben unterliegt und an dem sich nur professionelle
Anleger und semi-professionelle Anleger beteiligen können.

Gesellschafter
Die Beziehungen und Rechte der Gesellschafter untereinander regelt der Gesellschaftsvertrag. Die diesbezüglichen Vorgaben für die KG aus dem HGB (Vorlage:§ ff) sind weitestgehend dispositiv, d. h. sie können durch vertragliche Vereinbarungen abbedungen werden. So sieht z. B. Vorlage:§ Abs. 1 i.V.m. § 161 Abs. 2 HGB vor, dass Beschlüsse der Gesellschafter einstimmig zu fassen sind. Diese Regelung kann im Gesellschaftsvertrag durch eine Vereinbarung ersetzt werden, die Mehrheitsbeschlüsse ermöglicht. Auch die Berechnung dieser Mehrheit sollte hier definiert werden, andernfalls gilt nach § 119 Abs. 2 die Kopfzahl der Gesellschafter.

Gesellschafterversammlung
Eine Gesellschafterversammlung ist eine jährliche, regelmäßige (ordentliche) oder seltener unregelmäßige (außerordentliche) Versammlung der Fondsgesellschafter und ein wesentliches Forum der Anlegermitbestimmung. Der Gesellschaftsvertrag regelt Form und Frist der Versammlung. Wichtige Tagesordnungspunkte (TOPs): Bericht der Geschäftsführung, Feststellung und Genehmigung des Jahresabschlusses, Entlastung von Geschäftsführung und Beirat, Beschlüsse über Ausschüttung, Beiratswahl, Ausschuss von Gesellschaften, Änderung der Geschäftspolitik.

Gesellschaftsvertrag
Dieser Vertrag regelt die Belange der Gesellschaft. Er ist einer der wichtigsten Verträge eines geschlossenen Fonds und im Emissionsprospekt vollständig abgedruckt. Gewinnerzielungsabsicht: Die Gewinnerzielungsabsicht (Einkunftserzielungsabsicht) ist Voraussetzung für die Anerkennung von Werbungskosten, und zwar sowohl auf der Ebene der Fondsgesellschaft als auch auf der Ebene des Gesellschafters. Auf der Ebene der Fondsgesellschaft wird die Einkunftserzielungsabsicht in der Regel durch die Planrechnung und die daraus abgeleitete Wirtschaftlichkeitsprognose unterstellt. Auf der Ebene des Gesellschafters/Anlegers muss während der voraussichtlichen Dauer der Vermögensnutzung ein Totalüberschuss, d. h. ein positives steuerliches Gesamtergebnis, angestrebt werden. In die Berechnung des Totalüberschusses gehen sowohl die steuerlichen Anfangsverluste aus der Investitionsphase als auch die steuerlich positiven Ergebnisse der Folgejahre ein. Weiterhin sind die vom Anleger geltend gemachten Sonderwerbungskosten/Sonderbetriebsausgaben (z. B. Zinsen für eine Finanzierung des Anteils) in Abzug zu bringen. Liegt kein Totalüberschuss vor, so qualifizieren die Finanzämter die Beteiligung als „Liebhaberei“ und erkennen die steuerlichen Verluste nicht an.

Gewässerschadenhaftpflicht
Wenn Sie einen Öltank besitzen, haften Sie in einem Schadensfall für alle auftretenden Schäden und deren Folgen in unbegrenzter Höhe. Mit einer Gewässerschadenhaftpflichtversicherung können Sie sich gegen dieses Risiko absichern.Siehe auch: Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung

Gewerblicher Grundstückshandel
Gewerblicher Grundstückshandel umschlagen der privaten Vermögensverwaltung in eine gewerbliche Tätigkeit.

Gewerk
Gewerk ist die Bezeichnung für die Arbeiten der verschiedenen bei der Bauausführung tätig werdenden Handwerker. Das sind zum Beispiel Maurer, Stahlflechter, Betonarbeiter, Zimmerer, Tischler, Fliesenleger, Sanitär- und Elektroinstallateure usw.

Gewinnzuweisung
Übertragung des steuerlichen Gewinns an Anleger entsprechend seinem gesellschaftsvertraglich vereinbarten Anteil am Betriebsergebnis des Fonds (prozentualer Gewinn-/ Verlustanteil meistens in Höhe seines Anteils am Kommanditkapital). Anleger setzt den zugewiesenen Gewinn in seiner Einkommensteuererklärung an.

Gleitzinsdarlehen
Darlehen, dessen Konditionen die Bank jederzeit aufgrund von marktüblichen Zinsentwicklungen ändern kann. Dieses Zinsänderungsrisiko wird meist mit günstigeren Einstiegskonditionen belohnt.

Globalbelastung
Eine Globalbelastung liegt vor, wenn ein Grundpfandrecht auf mehreren Grundstücken lastet. Dabei haftet jedes Grundstück für den Gesamtbetrag des Grundpfandrechts. Die Grundpfandrechtsgläubiger sichern sich so gegen eine mögliche Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers ab, da sie alle oder eine beliebige Auswahl der Grundstücke zur Befriedigung ihrer Forderungen verwerten können.

GmbH & Co. KG
Die GmbH & Co. KG ist im deutschen Recht eine Sonderform der Kommanditgesellschaft (KG) und somit eine Personengesellschaft. Anders als bei einer typischen Kommanditgesellschaft ist der persönlich haftende Gesellschafter (Komplementär) keine natürliche Person, sondern eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Ziel dieser gesellschaftsrechtlichen Konstruktion ist es, Haftungsrisiken für die hinter der Gesellschaft stehenden Personen auszuschließen oder zu begrenzen.

Gründungskommanditist
Gründungskommanditist ist die (vom Gesetz nicht verwendete) Bezeichnung für einen Kommanditisten, der bei die Gründung einer Kommanditgesellschaft mitgewirkt hat.

Grundbuch
Beim Amtsgericht geführtes Register, welches die Rechtsverhältnisse eines Grundstücks darlegt. Es gibt Auskunft über die Größe und Nutzungsart sowie die Eigentumsverhältnisse. Außerdem enthält es eine Aufstellung der Rechte an anderen Grundstücken sowie der Lasten und Beschränkungen. Jeder mit berechtigtem Interesse (z. B. Käufer) kann das Grundbuch einsehen. Es genießt öffentlichen Glauben, d. h. auf die Richtigkeit der Angaben kann vertraut werden. Siehe auch: Flurkarte, Flurstück, Grundbuchauszug

Grundbuchamt
In dieser Abteilung des Amtsgerichts werden die Grundbücher und Grundakten geführt. Für Grundbuchauszüge und Einsichten in das Grundbuch muss man sich an das Grundbuchamt wenden. Siehe auch: Grundbuchauszug

Grundbuchauszug
Vollständige Abschrift aller zu einem Grundstück bestehenden Grundbucheintragungen, die beim zuständigen Grundbuchamt von jedem mit berechtigtem Interesse angefordert werden kann. Siehe auch: Grundbuch, Grundbuchamt

Grundbucheinsicht
Bei berechtigtem Interesse kann das Grundbuch beim Grundbuchamt eingesehen werden. Käufer und Eigentümer haben immer ein berechtigtes Interesse und können jederzeit einen Grundbuchauszug verlangen.

Grunddienstbarkeiten
Eine Belastung eines Grundstücks zugunsten des Eigentümers eines anderen Grundstücks (des herrschenden Grundstücks) in der Weise, dass dieser das belastete Grundstück in einzelnen Beziehungen nutzen kann (z.B. Wegerecht) oder dass auf diesem Grundstück bestimmte Handlungen nicht vorgenommen werden dürfen.

Grunderwerbssteuer
Steuerliche Belastung beim Kauf bebauter und unbebauter Grundstücke.

Grundflächenzahl
Die im Bebauungsplan festgesetzte Zahl gibt an, wie groß die Grundfläche eines Gebäudes im Verhältnis zur Grundstücksfläche sein darf. Bei einer Grundflächenzahl von 0,4 dürften beispielsweise 40% des Grundstücks bebaut werden, wobei Grundflächen von Garagen und Stellplätzen sowie deren Zufahrten mitzurechnen sind.

Grundpfandrecht
Mit einem Grundpfandrecht sichert ein Gläubiger seine Forderungen gegenüber dem Immobilienbesitzer ab. Hierfür wird beispielsweise eine Hypothek oder eine Grundschuld eingetragen.

Grundschuld
Eine Grundschuld wird meist zugunsten eines Gläubigers in das Grundbuch eingetragen. Damit sichert dieser seine Forderungen gegenüber dem Eigentümer ab. Die Grundschuld ist somit ein Pfandrecht an einer Immobilie. Sie ist abstrakt, das heißt, dass sie auch ohne Bestehen einer bestimmten Forderung im Grundbuch aufgeführt sein kann. Siehe auch: Realkreditinstitut

Grundschuldbestellung
Mit der Grundschuldbestellung stimmt ein Eigentümer der Belastung seiner Immobilie zu. Diese Zustimmung muss notariell beurkundet werden und ist mit dem Antrag auf Eintragung in das Grundbuch verbunden.

Grundschuldzins
Der Grundschuldzins wird zusammen mit der Grundschuld im Grundbuch eingetragen. Während die Höhe der Grundschuld meist dem Darlehensbetrag entspricht, weicht der Grundschuldzins erheblich vom Darlehenszins ab. Damit möchte der Gläubiger im Falle einer Zwangsversteigerung weitere Forderungen (ausstehende Zinszahlungen, Kosten für Zwangsversteigerung etc.) abdecken.

Grundstück
Räumlich exakt abgetrennter Teil der Erdoberfläche, der im Bestandsverzeichnis eines Grundbuchblatts eingetragen ist. Die mit dem Grund und Boden fest verbundenen Gebäude gehören zu den wesentlichen Bestandteilen eines Grundstücks.

Grundsteuer
Von den Gemeinden erhobene Steuer auf Grundbesitz. Sie wird nach einheitlichen Grundsätzen erhoben. Die Höhe hängt im Wesentlichen von dem jeweiligen Einheitswert und dem Hebesatz der Gemeinden ab.

G-Wert
Dieser benennt den Energiedurchlassgrad von Fenstern und damit den Anteil der für einen Raum verfügbaren Solarenergie.

H

Haftsumme
Hafteinlage ist die im Handelsregister vermerkte Beteiligungshöhe des Kommanditisten einer Kommanditgesellschaft. Die Hafteinlage ist der von außenstehenden Dritten über das öffentlich zugängliche Handelsregister einsehbare Haftungsumfang; im Innenverhältnis der Gesellschafter untereinander spricht man dagegen von der Kommandit- oder Pflichteinlage. Die Hafteinlage kann erheblich niedriger sein als die zwischen den Gesellschaftern vereinbarte Kommanditeinlage (oftmals nur 1% oder 10% der Kommanditeinlage). Richtigerweise sollte man daher von der Haftsumme und nicht von der „Hafteinlage“ sprechen, da es sich nicht um eine Form der Einlage (also eines Gesellschafterbeitrages), sondern um die im Handelsregister sichtbare summenmäßige Begrenzung der Haftung handelt. Hat der Kommanditist die Hafteinlage (also seine Kommanditeinlage bis zur Höhe der Haftsumme) nicht in das Vermögen der Kommanditgesellschaft eingezahlt oder sie später zurückerhalten, so haftet er den Gläubigern der Kommanditgesellschaft bis zur Höhe der Haftsumme unmittelbar persönlich.

Half-Life-Zustand
Begriff aus der Luftfahrt. Bezeichnet wirtschaftlich den Zustand eines Flugzeuges, in dem sich sämtliche wartungsrelevanten Komponenten in der Mitte des Wartungszyklus befinden (siehe auch Full-Life-Zustand).

Hammergrundstück
Ein Hammergrundstück ist ein Grundstück, bei dem der hinten wohnende Nachbar (nutzt praktisch die Fläche wie beim echten Hammerkopf) keine eigene Zufahrt hat und darauf angewiesen ist, über das vordere Grundstück laufen und fahren zu müssen (praktisch wie beim echten Hammerstiel). Im Baulastenverzeichnis bzw. Grundbuch ist dann dieses Wegerecht als Nutzungsbeschränkung für den Eigentümer des vorderen Grundstücks eingetragen.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung
Als Eigentümer einer Immobilie sind Sie verpflichtet, Ihr Objekt in einem für andere Personen ungefährlichen Zustand zu halten. Wenn dennoch Personen oder Sachwerte geschädigt werden, müssen Sie Schadenersatz leisten. Gegen dieses Risiko können Sie sich mit einer Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung absichern.

Herstellungskosten
Aufwendungen, die bei der gebrauchsfähigen Errichtung eines Gebäudes anfallen. Dazu zählen Baukosten, Architektenhonorare, Kosten für Außenanlagen und Gebühren für die Baugenehmigung.

HOAI
HOAI ist die Abkürzung für Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Sie regelt die Frage, welche Vergütung der Bauherr dem Architekten oder einem Fachplaner für dessen Leistung schuldet und welche Leistungen überhaupt erbracht bzw. beauftragt werden können. Soweit keine anderen, schriftlichen Vereinbarungen bei Abschluss eines Werkvertrages getroffen werden, gilt grundsätzlich das jeweilige Mindesthonorar der HOAI als vereinbart.

Hypothek
Mit einer Hypothek können Gläubiger ihre Forderung gegenüber dem Immobilieneigentümer durch das Grundstück absichern. Im Gegensatz zur Grundschuld ist die Hypothek abhängig von der ihr zugrunde liegenden Forderung. Ist die persönliche Forderung bezahlt, erlischt auch die Hypothek. Heutzutage sind Hypotheken weitestgehend durch Grundschulden ersetzt worden (Reduzierung von Kosten und Arbeitsaufwand). Siehe auch: Gesamthypothek, Hypothekarkredit, Hypothekenbank, Hypothekendarlehen, Sicherungshypothek, Teilhypothek, Verkehrshypothek

Hypothekenbank
Die Hauptaufgabe von Hypothekenbanken liegt in der Gewährung von mittel- und langfristigen grundpfandrechtlich gesicherten Krediten in Form von Hypotheken- und Kommunaldarlehen. Die Refinanzierung erfolgt durch die Ausgabe von Hypothekenpfandbriefen und Kommunalobligationen. Die Hypothekenbanken (auch Realkreditinstitute genannt) unterliegen besonderen gesetzlichen Regelungen. Siehe auch: Gesamthypothek, Hypothek, Hypothekarkredit, Hypothekendarlehen, Sicherungshypothek, Teilhypothek, Verkehrshypothek

Hypothekendarlehen
Durch ein Grundpfandrecht gesichertes langfristiges Darlehen. Um den Hypothekendarlehensnehmer gegen kurzfristige Zinsschwankungen abzusichern, wird der vereinbarte Zins für einige Jahre festgeschrieben.

I

IATA
International Air Transport Association, der internationale Luftfahrt-Branchenverband. Er repräsentiert aktuell rund 240 Fluggesellschaften und damit 84% des kompletten Luftverkehrsaufkommens sowie die Luftfahrtindustrie allgemein.

Immobilie
Allgemeine Bezeichnung für unbebaute oder bebaute Grundstücke aller Art einschließlich der darauf errichteten Gebäude.

Immobilienfinanzierung
Die meisten Menschen benötigen eine Immobilienfinanzierung, wenn Sie ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchten. Hierfür nehmen sie einen Kredit bei einer Bank auf und zahlen diesen über einen Zeitraum von mehreren Jahren oder Jahrzehnten wieder zurück.

Immobilienfonds
Fonds zur Finanzierung bestimmter Bauobjekte. Hierbei kann zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds unterschieden werden.

Immobilienmarkt Deutschland
Immobilien sind seit jeher eine wichtige Säule in der langfristig orientierten Vermögensplanung. Qualitätsimmobilien erfüllen wie kaum eine andere Anlageoption die mit einer verantwortungsvollen Kapitalanlage verbundenen Ziele: Nur einer beschränkten Anzahl von Anlegern stehen Mittel in einer Größenordnung zur Verfügung, die eine wünschenswerte Streuung von Immobilieninvestitionen ermöglichen. Die Auswahl, der Erwerb, die Bewirtschaftung sowie die Verwertung von Grundbesitz erfordern ein hohes Maß an Fachwissen und Engagement. Mit geschlossenen Immobilienfonds kann der Anleger sich an ertragsstarken Wohn- und Gewerbeimmobilien beteiligen. Aktuell eröffnen sich aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Lage in Deutschland günstige Einstiegsmöglichkeiten. Die historisch niedrigen Zinsen ermöglichen eine weitere Verbesserung der Investition. Des Weiteren bieten Immobilien Schutz vor Inflation, da die Mieteinnahmen meist an die Inflationsrate gekoppelt sind und somit automatisch steigen.Im deutschen Wohnimmobilienmarkt bestehen außergewöhnliche Chancen, so streben z. B. 59 % der Mieter eigenes Wohneigentum an.Angelsächsische Investorengruppen, die vergleichsweise emotionslos und hochprofessionell alle relevanten Märkte analysieren, bevor ein konkretes Investment in Erwägung gezogen wird, haben in jüngster Vergangenheit Großinvestitionen in deutsche Wohnimmobilien getätigt. Ausländische Großanleger haben entdeckt, was spezialisierten Fachleuten der deutschen Immobilienwirtschaft seit vielen Jahren bekannt ist. Die Perspektiven für Wohnimmobilien in Deutschland sind außergewöhnlich. Der Handel mit deutschen Wohnimmobilien aus Sondersituationen bleibt häufig im Verborgenen.

Indexierter Mietvertrag
Die Indexmiete ist eine variable Miete für ein Objekt (Wohnung, Gewerberaum). Der Mietpreis ist demnach nicht dauerhaft auf einen festen Wert bestimmt, sondern wird ausgehend von einer Basismiete nach bestimmten, von beiden Vertragsparteien nachvollziehbaren Parametern verändert. Zumeist wird die Miete an den Index der Lebenshaltungskosten gekoppelt, veröffentlicht vom Statistischen Bundesamt. Verändert sich der
Index, so verändert sich die Höhe der Mieten entsprechend, sofern eine 100%ige Indexierung vereinbart wurde. Wurde die Indexierung nur für einen bestimmten Prozentsatz (z. B. 70%) vereinbart, so erfolgt die Anpassung der Mieten nur prozentual. Ein solcher Vertrag bietet nur teilweisen Schutz vor Inflation.

Index-Klausel
Wertsicherungsklausel. Vereinbarung über die Anpassung z. B. von Mieten in Abhängigkeit von der Entwicklung eines Indexes (z. B. Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte der Bundesrepublik Deutschland). Siehe auch Indexierter Mietvertrag.

Inflation
Der Begriff Inflation bezeichnet Wertverluste der Kaufkraft einer Währung. Deutliches Überwiegen der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen über das zur gleichen Zeit vorhandene Angebot, in dessen Folge die Preise steigen bzw. eine Entwertung des Geldes (Kaufkraftverlust) stattfindet.

Inflationsrate
Maß für den Anstieg der Lebenshaltungskosten. Die Inflationsrate drückt aus, um wie viel Prozent die Preise für einen breiten „Warenkorb“ innerhalb eines bestimmten Zeitraums, beispielsweise eines Jahres, gestiegen sind.

Initialkosten
Einmalige Aufwendungen und Vergütungen, die bei der Auflage eines geschlossenen Investmentvermögens anfallen. Dazu zählen z.B. die Kosten für die Konzeption des AIF, seine Gründung, die Vermittlung des Eigenkapitals und das Marketing.

Instandhaltungskosten
Die Instandhaltung von technischen Systemen, Bauelementen, Geräten und Betriebsmittel soll sicherstellen, dass der funktionsfähige Zustand erhalten bleibt oder bei Ausfall wieder hergestellt wird. Instandhaltung kann zur Vorbeugung von Systemausfällen betrieben werden.

Instandhaltungsrücklage
Nach dem Wohnungseigentumsgesetz vorgeschriebener, regelmäßig zu zahlender Pauschalbetrag zur Beseitigung auftretender Schäden und Mängel am Gemeinschaftseigentum. Der von allen Miteigentümern aufzubringende Betrag richtet sich nach der Wohnfläche der einzelnen Eigentumswohnungen. Im Allgemeinen liegt er zwischen 0,8 % und 1,0 % p.a. der Herstellungskosten.

Investitionsphase
Fondsstart über ca. ein bis zwei Jahre. Fondskonzeption, Prospekterstellung, Beschaffung von Fremd- und Eigenkapital.des/der Windparks.

Investitions- und Finanzierungsplan
Zusammenfassende Darstellung von Mittelherkunft (Gesamtfinanzierung) und Mittelverwendung (Gesamtausgaben) eines geschlossenen Fonds. Während der Investitionsplan die Verwendung der finanziellen Mittel bezüglich einzelner Kostengruppen abbildet, zeigt der Finanzierungsplan die Beschaffung bzw. Herkunft dieser Mittel. Der Investitions- und Finanzierungsplan einer Fondsgesellschaft zeigt also das gesamte Investitionsvolumen des Fonds auf „Soll- und Habenseite“.

Investorenfinanzierung
Wenn eine Immobilie nicht zur privaten Nutzung sondern als Kapitalanlage erworben wird, stellt das auch an die Finanzierung andere Anforderungen. Hierbei werden zum einen andere Bewertungsverfahren angesetzt, zum anderen weichen bei einer sogenannten Investorenfinanzierung für gewöhnlich auch die Konditionen geringfügig von denen einer privaten Baufinanzierung ab.

IRR (Internal Rate of Return) / Interner Zinsfuß
Bei dieser finanzmathematischen Berechnungsmethode wird derjenige Abzinsungssatz (Interner Zinsfuß) ermittelt, bei dem die Summe aller
Barwerte der zu unterschiedlichen Zeitpunkten anfallenden Einund Auszahlungen einer Beteiligung gleich groß ist und damit zu einem Kapitalwert von Null führt. Wirtschaftlich gesehen ermöglicht die so ermittelte IRR-Kennzahl Aussagen über die Verzinsung des sich über die Zeit verändernden und rechnerisch in der Kapitalanlage gebundenen Investorenkapitals. Ein anfänglich als Einlage erbrachter Betrag reduziert sich rechnerisch durch Ausschüttungen/Entnahmen und erhöht sich durch die interne Verzinsung selbst. Die IRR-Kennzahl ist im vorliegendem Beteiligungsangebot
durchgängig aggregiert auf Fonds- bzw. Zielfondsebene dargestellt. Die IRR-Kennzahl eignet sich nur sehr eingeschränkt zum Vergleich der Vorteilhaftigkeit einer Kapitalanlage mit Kapitalanlagen anderer Art, insbesondere eignet sie sich nicht zum Vergleich mit festverzinslichen Anlagen mit konstantem Kapitalbindungsverlauf. Ein Vorteilhaftigkeitsvergleich auf Basis von IRR-Kennzahlen ist nur unter Einbeziehung des jeweils gebundenen Kapitals, der Reihe der prognostizierten Zahlungen sowie der Laufzeiten sinnvoll.

J

Joint Venture
Unter dem Begriff Joint Venture (deutsch: Gemeinschaftsunternehmen) versteht man eine gemeinsame Tochtergesellschaft von mindestens zwei rechtlich und wirtschaftlich getrennten Unternehmen.

K

Kaltmiete
Die Kaltmiete bezeichnet die Miete abzgl. der umlagefähigen Nebenkosten.

Kapitalanlage
Neben der Selbstnutzung von Wohneigentum kann eine Immobilie auch vermietet oder verpachtet werden. In einem solchen Fall ist sie eine Kapitalanlage, die einen möglichst hohen Gewinn abwerfen soll. Dieser wird unter anderem durch Mieteinnahmen und steuerliche Vorteile erzielt.

Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB)
Gesetz in Deutschland zur umfassenden Regulierung und staatlichen Aufsicht aller wesentlichen Investmentvermögen einschließlich der geschlossenen
Fonds.

Kapitaldienstfähigkeit
Ein Kreditnehmer verfügt über Kapitaldienstfähigkeit, wenn er die Belastungen durch ein Darlehen aus seinen laufenden Einkünften bedienen kann. Diese wird vor jeder Darlehensvergabe überprüft.

Kapitalkonto
Die Kapitalkonten dienen bei Personengesellschaften dem individuellen Ausweis des Eigenkapitals für jeden Gesellschafter und spiegeln die Bewegungen der Kapitaleinzahlungen, 30 zugewiesenen Gewinn- und Verlustanteile sowie Auszahlungen bzw. weiteren Einlagen wider.

Kapitalkosten
Im Bereich der Baufinanzierung versteht man unter Kapitalkosten die Zinsen, die ein Kunde für die in Anspruch genommenen Finanzierungsmittel zahlen muss.

Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG)
Eine Kapitalverwaltungsgesellschaft in Deutschland ist vergleichbar mit einem Alternativen Investmentfonds Manager (AIFM). Eine KVG verwaltet Sondervermögen in der Form von Investmentfonds für gemeinschaftliche Rechnung der Anleger. Kerntätigkeiten sind die Portfolioverwaltung
(Portfolio Management) und das Risikomanagement, die innerhalb der KVG hierarchisch und funktionell voneinander getrennt sein müssen. Nach Art des verwalteten Investmentvermögens unterscheiden sich OGAW-KVG und AIF-KVG (siehe auch AIFM). Eine KVG muss von der BaFin zugelassen und überwacht sein.

Katasteramt
Im Kataster, speziell Liegenschaftskataster, werden sämtliche Flurstücke (Parzellen) und baulichen Anlagen einer Liegenschaft nach ihrer Lage, Art der Nutzung und Größe beschrieben und kartographisch dargestellt.

Katasterauszug
Ein Katasterauszug ist der Auszug aus der Flurkarte des Katasteramtes, der Ihr Grundstück mit seinen Abmessungen und genauen Grenzen zu den Nachbarn beschreibt. Das Kartenwerk beinhaltet zu diesem Zweck Angaben zu Gemarkung, Flur, Flurstück, Angaben zum Eigentümer, Lage, Grenzen, Straßen und Wege. Zu dem Katasterauszug gehört auch der entsprechende Auszug aus dem Kasterbuch.

Kaufvertrag
Der Kauf einer Immobilie muss durch einen notariell beurkundeten Vertrag erfolgen, da das Geschäft sonst nicht rechtsgültig ist. Hierbei werden auch die Bedingungen für die Eigentumsübertragung geklärt. Der Verkäufer verpflichtet sich zur Übertragung des Eigentums, der Käufer zur Zahlung des vereinbarten Kaufpreises. Die drei Schritte zum Erwerb einer Immobilie sind: 1. Notarieller Abschluss des Kaufvertrages 2. Notarielle Einigungserklärung von Verkäufer und Käufer über den Eigentumsübergang 3. Eintragung des Eigentumsübergangs in das Grundbuch. Erst mit der Eintragung ins Grundbuch wird der Käufer tatsächlich Eigentümer des Grundstücks.

KfW-Wohneigentumsprogramm
Das von der KfW aufgelegte Wohneigentumsprogramm eignet sich für alle, die eine Immobilie zur Eigennutzung erwerben möchten. Siehe auch: Förderdarlehen, Kreditanstalt für Wiederaufbau, Ökologisch Bauen, Staatliche Förderung, Tilgungsfreie Jahre

Klasse
Begriff aus der Schifffahrt. Jedes Schiff muss nationalen und internationalen gesetzlichen Vorschriften genügen. Dies wird von sog. Klassifikationsgesellschaften festgestellt. Das Testat darüber bezeichnet man als „Klasse“.

Klassifikationsgesellschaft
Eine Klassifikationsgesellschaft tritt im Schiffbau als Gutachter auf und kontrolliert die Instandhaltung von Schiffen. Die Vorschriften dieser Gesellschaften, von denen es nur einige weltweit gibt, gelten als anerkannte Regeln der Technik und werden von Reedern und Werften als Arbeits- und Vertragsgrundlage genutzt. Die deutsche Klassifikationsgesellschaft ist der Germanische Lloyd.

kN
Kilo Newton = Einheit zur Angabe der Leistungsfähigkeit eines Triebwerkes (Flugzeug).

Knoten
Bezeichnung für die Schiffsgeschwindigkeit: 1 Knoten = 1
Seemeile/Stunde = 1,852 km/h

Kommanditbeteiligung
Kommanditbeteiligung ist ein Anteil eines Kommanditisten an einer Kommanditgesellschaft. Die Höhe der Kommanditbeteiligung ergibt sich aus der übernommenen Pflichteinlage; dieser Betrag ist für den Anteil des Kommanditisten am Ergebnis (Gewinn und Verlust) und am Vermögen der Kommanditgesellschaft sowie für die Verwaltungsrechte des Kommanditisten (wie z. B. das Stimmrecht) von Bedeutung.

Kommanditeinlage
Beteiligungsbetrag und Mindestbeteiligung, d.h. Eigenkapital (Kommanditeinlage), das ein Anleger gemäß Beitrittserklärung in die Fondsgesellschaft investiert. Die Kommanditeinlage (auch Kommanditanteil oder Pflichteinlage) drückt die Höhe der Beteiligung eines Kommanditisten an einer Kommanditgesellschaft aus. Die Kommanditeinlage ist dabei die zwischen den Gesellschaftern (meist aufgrund des Gesellschaftsvertrages oder eines Gesellschafterbeschlusses) vereinbarte Beteiligungshöhe; sie ist zu unterscheiden von der Hafteinlage (auch Haftsumme), die für den Kommanditisten in das Handelsregister eingetragen wird und die für die Außenhaftung gegenüber Gläubigern der Kommanditgesellschaft maßgeblich ist.

Kommanditgesellschaft (KG)
Eine Kommanditgesellschaft ist eine Personengesellschaft, in der sich zwei oder mehr natürliche Personen und/oder juristische Personen zusammengeschlossen haben, um unter einer gemeinsamen Firma ein Handelsgewerbe zu betreiben. Bei der Kommanditgesellschaft haftet mindestens
ein Gesellschafter unbeschränkt (sog. Komplementär). Die anderen Gesellschafter (Anleger) haften normalerweise nur mit ihrer Einlage (sog. Kommanditisten). Komplementär kann auch eine GmbH sein. In diesen Fällen spricht man von der GmbH & Co.KG. In dieser Rechtsform werden heute sie meisten geschlossenen Fonds angeboten. Die Komplementär-GmbH, also der persönlich haftende Gesellschafter des Fonds, wird in der Regel von Initiator gestellt.

Kommanditist
Der Kommanditist ist, im Gegensatz zum Komplementär, der beschränkt haftende Gesellschafter (Anleger) einer Kommanditgesellschaft. Seine Haftung ist grundsätzlich auf die von ihm geleistete Einlage begrenzt. In Ausnahmefällen beinhaltet der Gesellschaftsvertrag eine Nachschusspflicht. Sie verpflichtet den Kommanditisten dazu, auf Anforderung der Gesellschaft eine zusätzliche (über die ursprünglich geleistete Einlage hinausgehende)
Zahlung zu erbringen. Siehe auch Komplementär.

Kommunalobligation
Von einem Kreditinstitut emittiertes festverzinsliches Wertpapier, welches durch eine Forderung gegen Städte und Gemeinden besichert ist.

Komplementär
Als Komplementär wird der voll haftende Gesellschafter einer Kommanditgesellschaft bezeichnet. Seine Haftung ist nicht auf die geleistete Einlage begrenzt, sondern umfasst sein gesamtes Vermögen. Siehe auch Kommanditist / Kommanditgesellschaft.

Konditionen
Als Konditionen bezeichnet man die Kosten, zu denen ein Darlehensgeber bereit ist, ein Darlehen zu Verfügung zu stellen. Hierzu zählen: Nominalzinssatz, Dauer der Zinsfestschreibung, Auszahlungskurs, Tilgungssatz sowie der Beginn der Tilgung, Bearbeitungskosten und Bereitstellungszinsen. Die günstigste Finanzierung lässt sich nur unter Einbeziehung aller Eckpunkte und durch den sorgfältigen Vergleich der Gesamtkondition ermitteln.

Konditionenanpassung
Bei Ablauf der Zinsfestschreibung müssen für den folgenden Zeitraum neue Konditionen festgelegt werden. Änderungswünsche des Kunden können zu diesem Zeitpunkt berücksichtigt werden (z. B. Höhe des Darlehensbetrages, Höhe des Tilgungssatzes etc.).

Kreditanstalt für Wiederaufbau
KfW ist die Abkürzung für die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Dieses bundeseigene Institut vergibt zinsgünstige Darlehen, mit denen der private Wohnungsbau und ökologisches Bauen gefördert sowie die Wirtschaft gestützt werden sollen. Die KfW vergibt ihre Mittel nicht selbst, sie müssen über ein durchleitendes Institut beantragt werden. Dies kann auch im Zuge einer Finanzierungsanfrage bei uns erfolgen. Siehe auch: KfW-Wohneigentumsprogramm

Kreditfähigkeit
Nur volljährige und damit uneingeschränkt geschäftsfähige Personen sind per Gesetz kreditfähig. Allerdings kann Jugendlichen unter 18 Jahren durch eine gerichtliche Erklärung die volle Geschäftsfähigkeit zugesprochen und älteren Personen unter bestimmten Voraussetzungen entzogen werden.

L

Landesbauordnung
Jedes Bundesland hat seine eigene Bauordnung. Die Bauordnung regelt im betreffenden Bundesland was z.B. technisch beim Bau zu beachten ist und wann eine Baugenehmigung nötig ist. Die Bauordnungen der einzelnen Länder weichen in einigen Punkten voneinander ab. Die Kenntnis der betreffenden Bauordnung ist sehr wichtig für jeden Bauherren, der sich nicht nur auf seinen Baupartner verlassen möchte.

Landmark-Immobilie
Als Landmark-Immobilie wird eine markante Immobilie bezeichnet, die durch ihre Größe oder Höhe als Orientierungspunkt dient oder aufgrund ihrer Bedeutung ein Wahrzeichen eines Standorts darstellt.

Laufzeit
Die Laufzeit eines Darlehens umfasst den Zeitraum von der Auszahlung bis zur vollständigen Rückzahlung. Die Laufzeit ist abhängig vom Tilgungssatz und vom Nominalzinssatz. Gerne wird der Begriff Laufzeit mit dem der Zinsbindung verwechselt. Diese beschreibt im Gegensatz zur Laufzeit lediglich den Zeitraum, für den die Zinsen fest vereinbart sind.

LCC
Low-Cost-Carrier = Luftfahrtgesellschaft im unteren Preissegment

LEED
Die Leadership in Energy and Environmental Design (Führerschaft in energie- und umweltgerechter Planung; LEED) ist ein System zur Klassifizierung für ökologisches Bauen. Es definiert eine Reihe von Standards für umweltfreundliches, Ressourcen schonendes und nachhaltiges Bauen.

Leerstand
Leerstand bedeutet „Nicht vermietete Fläche eines Gebäudes“.

Leerstandsrate
Nicht vermietete Fläche eines Gebäudes, ausgedrückt in Prozent der Gesamtmietfläche.

Legitimation
Jeder Darlehensnehmer muss sich durch Vorlage eines gültigen Personalausweises oder Reisepasses ausweisen. Häufig kann aufgrund der räumlichen Entfernung des Kreditinstituts die Vorlage der notwendigen Papiere nicht persönlich erfolgen. Hier übernimmt die Deutsche Post AG im Rahmen des PostIdent-Verfahrens vielfach die Legitimationsprüfung.

Letter of Intent (LOI)
Erklärung eines Verhandlungspartners, die das Interesse an Verhandlungen und am Abschluss eines Vertrages ausdrückt. Sie hat regelmäßig keine rechtliche Bindungswirkung.

Leverage
Leverage bezeichnet die Hebelwirkung der Finanzierungskosten des Fremdkapitals auf die Eigenkapitalverzinsung. Durch den Einsatz von Fremdkapital kann die Eigenkapitalrendite einer Investition gesteigert werden, soweit das Fremdkapital zu günstigeren Konditionen aufgenommen werden kann, als die Investition an Gesamtkapitalrentabilität erzielt.

Liegenschaftsamt
Das Liegenschaftsamt ist zuständig für die Verwaltung des bebauten und unbebauten Grundbesitzes einer Gemeinde oder Stadt. Hierzu zählen u.a. Vermietung, Kauf und Verkauf von städtischen Wohnungen, Stadthallen, Kioske, usw. sowie die Verpachtung des städtischen Grundbesitzes (Ackerland, Wiesen, Kleingärten usw.).

Limited Partner
Beschränkt haftender Gesellschafter einer Limited Partnership (L.P.), von der Haftungssituation vergleichbar mit dem Kommanditisten einer deutschen Kommanditgesellschaft.

Limited Partnership
Eine Limited Partnership (LP oder L.P.; deutsch: Beschränkte Partnerschaft) ist eine angelsächsische Unternehmensrechtsform, die mit einer deutschen Kommanditgesellschaft vergleichbar ist und sich aus mindestens zwei Gesellschaftern zusammensetzt. Der Komplementär einer Limited Partnership
ist der General Partner, der die Geschäftsführung und Vertretungsmacht der Gesellschaft innehält. Siehe auch Limited Partner.

Lineare Abschreibung
Alternativ zur degressiven Abschreibung, bei der sich die Abschreibungsrate mit der Zeit verringert, können die Herstellungs- und Anschaffungskosten auch linear abgeschrieben werden. Hierbei bleiben die jährlichen Raten über die gesamte Laufzeit konstant. Damit ist auch die steuermindernde Wirkung gleichbleibend. Siehe auch: Abschreibung.

Liquidationsphase
Bezeichnung für die Phase, in der die Vermögensgegenstände eines geschlossenen AIF veräußert und dieser aufgelöst wird.

Liquiditätsreserve
Eine Sicherungsposition in der Prognoserechnung einer Fondsgesellschaft. Ein Teil der laufenden Überschüsse (z. B. aus dem Vermietungsgeschäft) wird hierbei nicht an die Fondsgesellschaft ausgeschüttet, sondern der Liquiditätsreserve zugeführt. Als Sicherheitspolster sozusagen, aus dem in
der Folge unvorhergesehene Kosten abgedeckt werden können.

Loan-to-Value-Klausel (LTV-Klausel)
Die Loan-to-Value-Klausel gibt das Verhältnis zwischen maximaler Beleihung bzw. Höhe des Kredits und dem ermittelten Wert des zu finanzierenden Objekts (z. B. einer Immobilie oder einem Schiff) an. Meist wird vereinbart, dass die Darlehenshöhe einen bestimmten %-Satz des Wertes des finanzierten Objekts nicht übersteigen darf. In den Darlehensverträgen sichert die LTV-Klausel für die Bank, dass das Darlehen durch den Wert der Fondsobjekte stets ausreichend besichert ist.

Löschungsbewilligung
Öffentlich beglaubigte Erklärung des Gläubigers (z. B. Kreditgeber). Nach der Rückzahlung des Darlehens wird hiermit der Löschung des Grundpfandrechts (Hypothek oder Grundschuld) zugestimmt.

Loss Of Hire Insurance / Betriebsausfallversicherung
Versicherung aus der Schifffahrt. Neben der Versicherung eigener und fremder Schäden (Kasko- und Maschinenschäden, Totalverlust, Haftpflicht gegenüber Dritten) sollte auch das Risiko eines Einnahmeausfalls versichert werden. Diese Versicherung dient daher der Absicherung des Verdienstausfalls, den ein Reeder hat, wenn eines seiner Schiffe durch einen Schaden ausfällt. Ein Einnahmeausfall kann z. B. eintreten, wenn ein Schiff nach einem Unfall zur Reparatur in eine Werft muss. Üblich ist die Vereinbarung eines Selbstbehalts bei einer Ausfallzeit von 10-14 Tagen.

M

Makler- und Bauträgerverordnung
In der MaBV sind die Pflichten der Immobilienmakler, Darlehensvermittler und Bauträger geregelt, die nach § 34c GewO einer Erlaubnis für die Ausübung ihres Gewerbes bedürfen.

Massengutfrachter
Schiffe, die zum Transport von losen Massengütern verwendet werden, beispielsweise Erz, Kohle, Bauxit, Phosphat, Zement oder Getreide. Massengutfrachter übernehmen etwa ein Drittel des weltweiten Seetransports – man nennt sie auch Bulkcarrier oder Schüttgutfrachter. Flüssige Massengüter werden von Tankern transportiert.

Mehrwertsteuer
Die Mehrwertsteuer wird zum 1. Januar 2007 erhöht. Damit klettert der Satz von bisher 16 % auf nun 19 %. Dies wird sowohl die Immobilienpreise als auch die Nebenkosten verteuern.

Mezzanine
Mezzanine-Kapital gilt insbesondere bei mittelständischen Unternehmen als flexibles Finanzierungsinstrument, das bilanziell zwischen dem Eigen- und Fremdkapital steht. Es hat einen eigenkapitalähnlichen Charakter, schafft neue Liquidität und erhöht gleichzeitig die Haftungsbasis.

Mietgarantie
Die Mietgareantie garantiert für einen zuvor definierten Zeitraum – in der Regel 5 Jahre, selten 10 Jahre oder andere Zeiträume – dem Garantienehmer (Vermieter) eine garantierte Mieteinnahme in zuvor bestimmter Höhe, die sogenannte Mietgarantie.

Mietrendite
Eine Immobilie erwirtschaftet eine durchschnittliche Mietrendite in Höhe von 4 – 5% p.a. Dies ist die Sofortrendite, die der Anleger für sein eingesetztes Kapital erhält. Hinzu kommen jedoch noch die Steuerrückerstattungen, die sich aufgrund der Abschreibungsmöglichkeiten ergeben, die ebenfalls eine Einnahmequelle darstellen und damit der Rendite zugerechnet werden müssen. Eine weitere Rendite ist die Wertsteigerung, die sich aus zwei Komponenten zusammensetzt. Die erste Komponente ergibt sich aus der Tatsache, dass es sich um eine inflationsgeschützte Anlage handelt. Die bedeutet, dass der Wert der Immobilie im Gegensatz zu direkten Geldanlagen um den Wert der Inflationsrate ansteigt. Der zweite Punkt ist die Wertsteigerung, die sich aus der gewählten Lage der Immobilie ergibt. Kaufpreise in sehr guten Lagen können durchaus bis zu 5% p.a. ansteigen.

Mindestbeteiligung
Der vom Anleger zu zeichnende Kommanditanteil soll einem definierten Mindestbetrag entsprechen, um den Verwaltungsaufwand in angemessener Relation zu halten.

Mittelherkunft
Unter “Mittelherkunft” wird die Herkunft der für die geplante Investition erforderlichen Mittel (Kommanditeinlagen, Agio und Bankdarlehen) verstanden („Finanzplan“).

Mittelverwendung
Unter “Mittelverwendung” wird die Verwendung dieser Mittel für die Durchführung der Investition dargestellt, unter Aufschlüsselung der einzelnen Investitionskosten („Investitionsplan“).

Mittelverwendungskontrolle
die Mittelverwendungskontrolle ist eine Kontrolle der Verwendung der von Kapitalanlegern eingezahlten Gelder, z. B. durch eine Steuerberatungsgesellschaft. Sie ist eine neutrale Überwachung der Anlegergelder in der Inve­sti­tions­phase des Fonds. Kontrolleur ist meistens ein Standesrechter (Rechtsanwalt, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer), gelegentlich eine Bank. Die von den Anlegern auf ein Treuhandkonto des Kontrolleurs eingezahlten Kapitaleinlagen plus Agio werden erst nach Erfüllung bestimmter Freigabekriterien (z. B. Nachweis Bauvertrag, Platzierungsgarantie) an den Fonds oder Dritte ausgekehrt.

Modernisierung
Bei einer Modernisierung wird der Wohn- oder Nutzwert eines bestehenden Gebäudes erhöht und an die Anforderungen gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse angepasst. Dies kann beispielsweise durch eine Veränderung des Grundrisses oder die Erneuerung der Ausstattung erreicht werden. Durch die Modernisierung wird der Gebrauchswert nachhaltig erhöht oder die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer verbessert.

Muskelhypothek
Umgangssprachliche Bezeichnung für Eigenleistung. Persönliche Arbeitsleistung (Selbst-, Verwandten- und Nachbarschaftshilfe), die zur Einsparung von Handwerkerlohnkosten erbracht wird. Die Höhe der Muskelhypothek wird meist überschätzt. Risiken liegen in dem hohen Zeitaufwand, der längeren Bauzeit, der teilweise unzureichenden fachlichen Qualifikation und dem Ausschluss von Gewährleistungsansprüchen.

N

Nachbesserung
Nachbesserung wird immer dann nötig und gefordert, wenn eine vertraglich vereinbarte Leistung nicht die nötigen Anforderungen erfüllt, also mangelhaft ist. Dies ist z.B. der Fall, wenn sie nicht den anerkanten Regeln der Technik entspricht, die Gebrauchsfähigkeit eingeschränkt oder eine vereinbarte Güte nicht erreicht wird. Ein Recht auf Nachbesserung steht dem Bauherrn bereits vor der Abnahme zu, wenn er bereits während der Ausführung einer Bauleistung die Mangelhaftigkeit (also Vertragswidrigkeit) erkennt. Es handelt sich dann noch um den ursprünglichen Erfüllungsanspruch aus dem Bauvertrag. Nach erfolgter Abnahme muss der Bauherr dem Bauunternehmer zunächst die Möglichkeit einer Nachbesserung einräumen. Gleichzeitig muss er dem Unternehmer eine angemessene Frist zur Nachbesserung setzen und androhen, dass er nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist die Nachbesserung durch ein anderes Unternehmen auf Kosten des mangelverursachenden Unternehmers durchführen lässt.

Nachfinanzierung
Als Nachfinanzierung wird ein über die ursprünglich abgeschlossene Darlehenssumme hinausgehender Finanzierungsbedarf bezeichnet. Eine Nachfinanzierung kann notwendig werden, wenn die für das Bauvorhaben geplanten Kosten während der Bauphase überschritten werden und deswegen zusätzliche Gelder aufgenommen werden müssen.

Nachsteuerrendite
Die Nachsteuerrendite – oder prognostizierte Rendite nach Steuern – ist im Gegensatz zur Vorsteuerrendite die Rendite der Beteiligung in Abhängigkeit vom persönlichen Steuersatz unter Beachtung der Steuereffekte. In den Prospekten wird sie meist beispielhaft für verschiedene Steuersätze berechnet.

Narrowbody-Flugzeug
Bezeichnung für ein Flugzeug mit nur einem Gang zwischen den Sitzreihen. Im Gegensatz dazu werden Flugzeuge mit mindestens zwei Gängen als Widebody-Flugzeug bezeichnet.

Nebenabrede
Nebenabrede bedeutet so viel wie Nebenvereinbarung. Nach § 313 BGB bedarf der Grundstückskaufvertrag mit sämtlichen Nebenabreden der notariellen Beurkundung. Wird diese Formvorschrift nicht beachtet, ist der Vertrag nach § 125 BGB nichtig.

Nebenkosten
Beim Kauf einer Immobilie entstehen folgende Nebenkosten: Grunderwerbssteuer, Notar- und Grundbuchgebühren und ggf. Maklerprovision. Diese Kosten dürfen bei der Kalkulation der Gesamtinvestition nicht vernachlässigt werden. Nach dem Erwerb fallen laufende Nebenkosten in Form der Betriebskosten/Bewirtschaftungskosten an. Sie sind bei der Ermittlung der monatlichen Belastung zu berücksichtigen.

Nebenleistungen
Nebenleistungen sind alle über die Zins- und Tilgungsleistungen hinausgehenden Zahlungsverpflichtungen des Darlehensnehmers wie z. B. Bereitstellungszinsen, Schätzkosten, Teilauszahlungszuschläge oder Bürgschaftsgebühren.

Negativbescheid
Das Amt zur Regelung offener Vermögensfragen bescheinigt per Negativbescheid, dass keine vermögensrechtlichen Ansprüche auf das Grundstück geltend gemacht werden. Dieser Bescheid muss meist vor Bestellung einer Grundschuld vorliegen.

Negativbescheinigung
Gemeinden steht grundsätzlich bei allen Grundstücken ein Vorkaufsrecht zu, welches keiner Eintragung im Grundbuch bedarf. Mit dem Ausstellen einer Negativbescheinigung versichert die Gemeinde, dass sie dieses Recht nicht ausüben wird.

Negativerklärung
Mögliches Sicherungsmittel für Finanzierungen mit einer relativ geringen Darlehenshöhe (z. B. 10.000 Euro). Mittels der Negativerklärung verpflichtet sich der Darlehensnehmer, sein Vermögen nicht zu Ungunsten des Kreditgebers zu verändern. Dies könnte beispielsweise durch die Veräußerung oder Belastung seines Grundbesitzes der Fall sein. Die Negativerklärung wird statt einer Grundschuldeintragung eingesetzt.

Negatives steuerliches Ergebnis
Kapitalanlegern eines geschlossenen Fonds werden sowohl tatsächlich Verluste als auch reine Buchverluste (insbesondere Abschreibungen) zugewiesen. Durch negative steuerliche Ergebnisse sparen die Anleger Einkommensteuer.

Negativzeugnis
Wird auch Negativbescheinigung genannt und ist die Bestätigung der Gemeinde, dass sie von ihrem Vorkaufsrecht für das betreffende Grundstück keinen Gebrauch macht. Das klärt der Notar bei der Kaufhandlung, kann aber schon vorher vom Kaufinteressenten durch Nachfrage im Planungsamt ermittelt werden. Kein Vorkaufsrecht besteht, wenn der Verkäufer in gerader Linie mit dem Käufer verwandt ist.

Net Asset Value (NAV)
Inventarwert/Nettovermögenswert. Hierbei handelt es sich um einen Ansatz zur Ermittlung des Wertes eines Private Equity-Fonds bzw. einer Unternehmensbeteiligung. Der NAV einer Unternehmensbeteiligung wird von Private Equity-Managern in regelmäßigen Abständen ermittelt. Zu seiner Ermittlung haben sich unterschiedliche Bewertungsverfahren etabliert. Er dient als wichtige Bezugsgröße bei Private Equity-Transaktionen. Der NAV einer Unternehmensbeteiligung kann sich vom Buchwert bzw. vom Marktwert unterscheiden, da hierin auch Erwartungen über die zukünftige Wertentwicklung enthalten sein können.

Nichtabnahmeentschädigung
Werden zugesagte Darlehen oder auch Teilbeträge von einem Darlehensnehmer nicht abgenommen, entsteht dem Kreditinstitut ein Verlust. Diesen muss der Darlehensnehmer durch eine entsprechende Entschädigung – die Nichtabnahmeentschädigung – ausgleichen. Siehe auch: Rücktritt vom Darlehensvertrag

Nießbrauch
Belastung einer Immobilie in Abt. II des Grundbuchs zugunsten einer bestimmten Person. Diese Person ist berechtigt, aus der Immobilie einen Nutzen zu ziehen. Beispiele hierfür sind Wohnrechte oder Ansprüche auf Mieteinnahmen aus der besagten Immobilie. Ein Nießbrauch macht eine Immobilie normalerweise unverwertbar.

Nießbrauch ist das höchstpersönliche dingliche Recht, die gesamten Nutzungen (Ertrag) eines Grundstückes zu ziehen. Die Bestellung des Nießbrauchs erfolgt an beweglichen Sachen durch Einigung und Übergabe (§ 1032 BGB).

Nominalzins
Der Nominalzins wird meist für ein Jahr angegeben und vom Nominalbetrag des Darlehens berechnet. Wenn für ein Darlehen von 100.000,- Euro beispielsweise ein Nominalzins von 4,5 % gewährt wird, liegen die jährlichen nominalen Zinszahlungen bei 4.500,- Euro. Der Effektivzins, der Zins der alle anfallenden Kosten beinhaltet, liegt über diesem Satz. Siehe auch: Effektivzins

Notar
Der Notar ist ein von der Justizverwaltung eines Bundeslandes nach dem Bedarfsprinzip bestellter Volljurist, der bestimmte Aufgaben im Rahmen der freiwilligen Gerichtsbarkeit und der Rechtspflege wahrzunehmen hat. Voraussetzung der Bestellung ist eine in der Regel dreijährige Anwärterzeit als Notarassessor. Bei Immobiliengeschäften ist die Mitwirkung des Notars vielfach erforderlich (notarielle Beurkundung).
Bei den Rechtsgeschäften, die vom Notar beurkundet werden, hat der Notar nach dem Beurkundungsgesetz eine besondere Belehrungspflicht. Er muss die Parteien über die rechtliche Tragweite des Vertrages aufklären, den die Parteien schliessen wollen. Alle Beurkundungen die der Notar vornimmt, sind in zeitlicher Reihenfolge in ein gebundenes Register einzutragen (Urkundenrolle).

Notaranderkonto
Ein auf den Namen eines Notars eingerichtetes Bankkonto, auf dem fremde Gelder treuhänderisch verwaltet werden. Das Notaranderkonto ermöglicht eine vorzeitige Darlehensauszahlung, wenn die Grundschuld noch nicht eingetragen ist. Der Notar gewährleistet eine zweckmäßige Verwendung der Gelder (Treuhandauftrag). Siehe auch: Notarieller Kaufpreis

Notargebühr
Diese Kosten in Höhe von ca. 1,5% des Kaufpreises enthalten: den Kaufvertragsentwurf und die Zusendung des Entwurfes, die Terminvereinbarung zur Vertragsunterzeichnung, die eigentliche notarielle Beurkundung der Vertragsunterzeichnung und die Einholung aller behördlichen Genehmigungen: Vorkaufsverzichtbescheinigung der Gemeinde = Information an das Finanzamt bezüglich der Grunderwerbsteuer
Einholung der Steuerunbedenklichkeits-bescheinigung beim zuständigen Finanzamt die Kontrolle der Löschung der Grundschulden des Verkäufers Weitergabe an das Grundbuchamt Benachrichtigung der Fälligkeit des Kaufpreises Kontrolle / Einhaltung aller sonstigen für das Zustandekommen des Kaufvertrages relevanten Vereinbarungen bis zur endgültigen Umschreibung des Objekts Eintragung der Auflassungsvormerkung Eintragung der Sicherungshypothek Löschung der Grundschulden Eintrag ins Grundbuch

Notarieller Kaufpreis
Der Kaufpreis, der einem bei einem Notar geschlossenen Kaufvertrag zugrunde liegt. Der notarielle Kaufpreis ist u. a. maßgebend für die steuerliche Abschreibung, die Grunderwerbssteuer sowie für die Ermittlung des Beleihungswertes.

O

Objektbeschränkung
Jeder Steuerpflichtige kann die staatliche Grundförderung für Bau oder Kauf einer Immobilie nach § 10e EStG beanspruchen. Allerdings ist diese Förderung grundsätzlich auf ein Objekt beschränkt und kann daher nur einmal im Leben in Anspruch genommen werden. Ehegatten können die Förderung folglich für zwei Objekte in Anspruch nehmen.

Objektgesellschaft
Der Begriff Objektgesellschaft ist die (vom Gesetz nicht verwendete) Bezeich­nung für eine Gesellschaft, de­ren Gegenstand der Erwerb und/oder das Halten eines bestimmten Vermögensgegenstandes (Objekt) ist.

Offene Immobilienfonds
Bei offenen Immobilienfonds erwirbt der Anleger unmittelbares gemeinschaftliches Eigentum an mehreren Immobilien und sichert sich das Know-how erfahrener Manager, denen er Erwerb und Betreuung rentabler Objekte anvertraut. Die Geldinstitute können die Immobilienzertifikate unbeschränkt ausgeben, wobei es abhängig von Angebot und Nachfrage bei der Anzahl und dem Kurs der umlaufenden Anteile ständige Änderungen geben kann.

Offshore-Windkraftanlagen
Windkraftanlagen, deren Standort sich auf hoher See befindet, mit einem im Meeresboden verankerten Fundament.

OGAW
Organismus zur gemeinen Anlage von Wertpapieren (offene Investmentfonds). 32 Onshore-Windkraftanlagen: Windkraftanlagen, die an Land stehen.
Geeignete Standorte finden sich in küstennahen Regionen oder im Binnenland in ausreichender Höhe über Grund und ausreichendem Abstand zu Siedlungen.

Overcommitment
Mit Overcommitment wird der Teil der von der Fondsgesellschaft eingegangenen Private Equity-Beteiligungen bezeichnet, der nicht durch Kapitaleinlagen der Investoren gedeckt ist. Diese zusätzlichen Zahlungsverpflichtungen der Fondsgesellschaft sollen durch frühe Rückflüsse aus den Unternehmensbeteiligungen und durch Zinserträge aus der Anlage freier Liquidität finanziert werden. Zudem rufen nicht alle Zielfonds ihr gezeichnetes Kapital vollständig ab, so dass dieses Kapital zusammen mit den erhaltenen Rückflüssen für die noch offenen Einzahlungsverpflichtungen in die Private Equity-Beteiligungen verwendet werden kann.

P

PANAMAX
Bezeichnung für Schiffe, deren Abmessungen es erlauben, die Schleusen des Panamakanals (jeweils 305 m lang und 33,5 m breit) zu passieren.

Peakleistung (kWp, MWp)
Im Zusammenhang mit Solarmodulen handelt es sich um die abgegebene elektrische Leistung bei standardisierten (idealen) Testbedingungen, die im Alltagsbetrieb im Regelfall nicht erreicht werden. Die Testbedingungen dienen zur Normierung und zum Vergleich verschiedener Solarzellen oder Solarmodule.

Performance
In der Betriebswirtschaft ist unter der Performance ein Maß der Zielerreichung zu verstehen.

Performance Ratio
Begriff aus der Energiewirtschaft. Die Performance Ratio (PR) ist ein Maß für Effizienz und Zusammenwirken aller Komponenten einer technischen Anlage zur Energieerzeugung. Sie wird als Verhältnis der tatsächlichen Stromabgabe der Anlage zur theoretischen maximalen Erzeugung der Komponenten berechnet. Die PR variiert im Jahresverlauf u. a. wegen unterschiedlicher Betriebstemperaturen und Teillast-Wirkungsgraden der Komponenten.

Personalkredit
Ein durch die persönliche Kreditwürdigkeit des Schuldners gesicherter Kredit. Vor der Vergabe eines Personalkredits werden das Einkommen, die Vermögenssituation und die Kapitaldienstfähigkeit des Kunden geprüft. Die Beleihung ist unter Berücksichtigung vorgehender Rechte in der Regel auf 80 % des Beleihungswertes begrenzt.

Photovoltaikanlage
Technische Anlage zur Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie.

Platzierungsgarantie
Voraussetzung der Realisierung des Investitions- und Finanzplans ist die Akquirierung des notwendigen Eigenkapitals bei den Investoren. Gelingt dies nicht, ist die Realisierung des gesamten Investitionsvorhabens gefährdet. Die Platzierungsgarantie stellt sicher, dass die Investition wie geplant ausgeführt wird, auch wenn noch nicht alle Fondsanteile gezeichnet sind. In der Regel garantiert der Initiator für die Platzierungsgarantie – er übernimmt die restlichen Fondsanteile oder stellt der Fondsgesellschaft Darlehen zur Verfügung. Platzierungszeitraum: Zeitraum, in dem die Investoren einen neu aufgelegten Fonds zeichnen können.

Pool
Bezeichnung aus der Schifffahrt: Verschiedene Schiffe werden als eine Einheit unter der Regie eines Koordinators befrachtet. Die Erträge der Einheit werden gesammelt und nach einem festgelegten Schlüssel wieder auf die einzelnen Schiffe verteilt. Meist werden ähnliche Schiffstypen in verschiedenen Transportgebieten im Spotmarkt eingesetzt.

Portfolioverwaltung
Die Portfolioverwaltung (oder auch Portfolio Management) umfasst die Konzeption der Investmentvermögen sowie die Anschaffung, Bewirtschaftung und Veräußerung der Vermögensgegenstände der Investmentvermögen. Wichtige Tätigkeiten sind bspw. der Abschluss von Kauf-, Miet- und Kreditverträgen.

Primary
Ersterwerb von Beteiligungen an Private Equity-Fonds Prognoserechnung: Ursprüngliche Planrechnung zum Verlauf eines geschlossenen Fonds

Preisangabenverordnung
Verordnung zum Schutz der Verbraucher. Um eine bessere Vergleichbarkeit zu gewährleisten, sind die Kreditinstitute laut Preisangabenverordnung (PAngV) verpflichtet, in Angeboten und Darlehensverträgen alle relevanten Kosten, Preise und Effektivzinssätze aufzulisten.

Progressionsvorbehalt
Was bewirkt ein Progressionsvorbehalt? Oft wird der Begriff Progressionsvorbehalt mit geschlossenen Auslandsfonds in Verbindung gebracht. Es heißt in den Produktprospekten meist ‚…in Deutschland sind diese Einkünfte steuerbefreit, unterliegen jedoch dem Progressionsvorbehalt.‘ Was bedeutet dies nun für den Anleger? Grundsätzlich gilt für Personen, die in Deutschland ansässig sind, das sogenannte Welteinkommens­prinzip. Das bedeutet, dass für deutsche Staatsbürger auch ihr im Ausland erzieltes Einkommen in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig ist. Die Auslands­einkünfte müssen im Ausland ebenfalls versteuert werden. Hier kommen nun die Doppelbesteuerungsabkommen (kurz DBA) ins Spiel. Diese wurden von der Bundesregierung mit den meisten Staaten abgeschlossen, um eine Doppelbesteuerung von natürlichen oder juristischen Personen zu vermeiden. Die meisten DBA, die mit Deutschland abgeschlossen wurden, basieren auf der Freistellungsmethode. Die Einkünfte im Ausland werden in dem Land versteuert, in dem sie auch anfallen. In Deutschland fällt dann nur der sogenannte Progressionsvorbehalt an. Wie wird der Progressionsvorbehalt nun berechnet: Das deutsche Finanzamt nimmt die ausländischen Einkünfte, addiert sie zu den deutschen Einkünften und ermittelt aus der Summe den anzuwendenden Steuersatz. Mit diesem erhöhten Steuersatz (da ja die ausländischen Einkünfte mitgerechnet wurden) wird dann die Steuer nur auf das deutsche Einkommen errechnet.

Prolongation
Verlängerung eines bestehenden Darlehens. Im Gegensatz zur Umschuldung werden hier lediglich die Zinsen neu angepasst. Ein Wechsel des Darlehensgebers (der Bank) findet nicht statt.

Property Management
Das Property Management umfasst die Bewirtschaftung von gewerblichen und wohnwirtschaftlichen Immobilien (Objektverwaltung). Das Property Management ist mit der Verwaltung des Gebäudes einschließlich der Objektbuchhaltung, dem Management der Mietverträge sowie dem technischen
und infrastrukturellen Gebäudemanagement beauftragt.

Prospekthaftung
Nicht nur das Börsengesetz regelt speziell für den Verkauf von Wertpapieren eine Prospekthaftung, wonach der Emittent und das Konsortium für entstandene Schäden haften, wenn der Emissionsprospekt unwahre oder irreführende Angaben zum Nachteil von Käufern der Neuemission enthält. Da der Prospekt wichtige Grundlage für die Anlageentscheidung des Käufers ist, soll er alle wesentlichen Angaben enthalten, die jenem ein zutreffendes Urteil über den Emittenten und die Wertpapiere ermöglichen. Bei nicht börsenbezogenen Anlageformen muss der Prospekt grundsätzlich vollständig und richtig sein. Der Haftungsumfang ist sehr weit gestaltet worden: Es haften Gründer, Initiatoren, Hintermänner, die übrigen Garanten des Prospekts, gegebenfalls auch Treuhänder, allerdings nicht die Beiratsmitglieder.

Prospektprüfung
Prüfung des öffentlichen Beteiligungs- oder Emissionsprospekts durch Wirtschaftsprüfer (WP) bzw. Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (WPG). Der Wohnungswirtschaftliche Fachausschuss (WFA) des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW), Düsseldorf, hatte 1983 und 1987 Prüfungsgrundsätze formuliert. Den aktuellen ‚IDW Standard‘: Grundsätze ordnungsgemäßer Beurteilung von Prospekten über öffentlich angebotene Kapitalanlagen (IDW S 4) hat der WFA am 01.09.2000 verabschiedet. Auftraggeber und Prospektherausgeber – meistens identisch – müssen sich lt. IDW S 4 verpflichten, im Prospekt nicht auf Prüfungsauftrag oder Gutachten hinzuweisen.

Prospektprüfungsbericht
Bestätigung eines unabhängigen Prüfers über die Richtigkeit der im Prospekt gemachten Angaben hinsichtlich beteiligter Personen, Verträge.

Protection and Indemnity Insurance (P&I) / Schiffshaftpflichtversicherung
Versicherung in der Schifffahrt. Beschreibt die vom technischen Manager abzuschließende Versicherung von Personen- und Sachschäden, die beim Schiffsbetrieb entstehen. Die Versicherung erfolgt typischerweise über die Mitgliedschaft in einem P&I Club, der ähnlich einem Versicherungsverein auf
Gegenseitigkeit die zur Deckung der Entschädigungsleistungen erforderlichen Beträge im Umlageverfahren erhebt. Die P&I-Versicherung deckt Haftpflichtansprüche wie Verlust oder Beschädigung der beförderten Ladung, Tod und Verletzung 33 von Dritten, Kollisionsschäden, Gewässerverschmutzung und andere Umweltschäden sowie Wrackbeseitigungen ab.

Publikums-KG
Die Publikumsgesellschaft (auch ‚Massen-‚ oder ‚Kapitalanlagegesellschaft‘) ist auf die Aufnahme eines nahezu unbegrenzten Personenkreises als Kommanditisten ausgelegt. Die Kommanditisten stehen zueinander in keiner persönlichen Beziehung und wirken an der Formulierung des Gesellschaftsvertrags nicht mit, sondern treten der bestehenden Gesellschaft lediglich bei. Klassischer Anwendungsbereich der Publikums-KG sind die sog. geschlossenen Fonds. Diese unterscheiden sich von den sog. offenen Fonds (z. B. klassische Aktien- und Rentenfonds) durch ihre gesellschaftsrechtliche Konstruktion und vor allem dadurch, dass man die Anteile nicht offiziell an zugelassenen Börsen handeln kann, sondern ein Ausstieg (=Kündigungsmöglichkeit) der Kommanditisten prinzipiell während der geplanten Laufzeit der Gesellschaft ausgeschlossen ist.

Q

Quellenlandprinzip
Eine Person ist in dem Staat steuerpflichtig, aus dem ihr Einkommen stammt.

R

Rangrücktritt
Durch notariell beglaubigte Erklärung kann ein im Grundbuch eingetragener Gläubiger seine bisherige Rangstelle zugunsten eines anderen, bisher nachrangigen Gläubigers verändern.

Rangstelle
Gläubiger eines Darlehensnehmers werden in einer bestimmten Reihenfolge im Grundbuch gelistet. Die jeweilige Rangstelle ist im Fall einer Zwangsvollstreckung wichtig: Je besser die Platzierung, desto höher ist die Chance, dass die ausstehenden Forderungen bedient werden können, da die Forderungen der Reihe nach bedient werden.

Rating
Rating (englisch für ‚Bewertung‘, ‚Einschätzung‘) bezeichnet allgemein ein Verfahren für die Einschätzung von Personen, Gegenständen, Unternehmen oder Staaten.

Real Esate Investment Trust (REIT)
Bei REITs handelt es sich um fondsähnlich aufgebaute, börsennotierte Immobiliengesellschaften, die meist über 75 Prozent ihrer Anlagen in Immobilien halten. Diese Investitionsform wurde 1960 in den USA vom Kongress geschaffen, um der Doppelbesteuerung von Immobilieninvestitionen entgegenzuwirken. Sofern REITs mindestens 90% ihres ausschüttungsfähigen Einkommens als Dividende an die Aktionäre auszahlen, sind sie von der Steuer befreit. Die Besteuerung der Gewinne findet allein auf der Ebene der Aktionäre statt. Eine doppelte Besteuerung wird so vermieden.

Realkredit
Ein in der Regel durch die Eintragung von Grundpfandrechten ins Grundbuch abgesicherter langfristiger Kredit, der meist Investitionszwecken dient. Realkredite von Banken werden grundsätzlich an erster Rangstelle im Grundbuch eingetragen, Darlehen von Bausparkassen hingegen an zweiter Stelle. Siehe auch: Realkreditinstitut

Realkreditinstitut
Hauptaufgabe von Realkreditinstituten liegt in der Gewährung von überwiegend mittel- und langfristigen grundpfandrechtlich gesicherten Krediten in Form von Hypotheken und Kommunaldarlehen. Die Refinanzierung erfolgt durch die Ausgabe von Hypothekenpfandbriefen und Kommunalobligationen. Die Realkreditinstitute (auch Hypothekenbanken genannt) unterliegen besonderen gesetzlichen Regelungen. Siehe auch: Grundschuld, Realkredit

Reallast
Die Reallast ist die dingliche Belastung eines Grundstücks in der Weise, daß an denjenigen, zu dessen Gunsten die Belastung erfolgt, wiederkehrende Leistungen aus dem Grundstück zu entrichten sind (§ 1105 BGB). Bei der Reallast haftet der Eigentümer nicht nur mit dem Grundstück, sondern auch für die während der Dauer seines Eigentums fällig werdenden Leistungen auch persönlich, soweit nichts anderes bestimmt ist (§ 1108 BGB). Der Berechtigte kann im Wege der Zwangsvollstreckung seine Befriedigung aus dem Grundstück suchen, durch Zwangsversteigerung oder Zwangsverwaltung des Grundstücks. Eine Reallast kann bestellt werden zugunsten des jeweiligen Eigentümers eines Grundstücks (also nicht gebunden an eine Person) oder zugunsten einer bestimmten Person. Die Reallast entsteht durch Einigung und Eintragung im Grundbuch. Siehe auch: Abteilung II

Refinanzierung
Mittelbeschaffung eines Kreditinstituts, um Darlehen vergeben zu können. Bei Hypothekenbanken geschieht dies über Ausgabe von Pfandbriefen. Die Bank gibt Pfandbriefe an Anleger aus und reicht das erhaltene Geld an Darlehensnehmer weiter.

Rendite
Der Begriff Rendite (Synonym Rentabilität, Profitrate, Ertragsrate, Kapitalverzinsung, Rücklaufquote, Verzinsungssatz – engl. return, rate of return oder Return on Investment (RoI)) ist ein Fachbegriff der Finanzmärkte. Die Rendite gibt das Verhältnis der Einzahlungen zu den Auszahlungen an und wird meist in Prozent und jährlich angegeben. Die bekannteste Renditekennzahl ist der Zinssatz. Der Begriff ist jedoch nicht scharf definiert – es existiert eine ganze Reihe von verschiedenen Renditebegriffen für verschiedene Anwendungen.

Renovierung
Instandhalten oder Wiederherstellen des ursprünglichen Zustands einer Immobilie. Davon abzugrenzen ist die Modernisierung, welche den Gebrauchswert erhöht bzw. die Wohnverhältnisse nachhaltig verbessert.

Repowering / Repowering Bonus
Repowering ist der Ersatz einer Windkraftanlage durch eine neue, leistungsfähigere Anlage im gleichen Landkreis. Das EEG sieht einen Bonus für den Ersatz von Altanlagen vor, die vor 2002 installiert und durch Anlagen mit mindestens der doppelten Kapazität ersetzt werden.

Restschuld
Zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht getilgter (zurückgezahlter) Teil eines Darlehens. Die Höhe der jeweiligen Restschuld kann anhand eines Tilgungsplans festgestellt werden. Siehe auch: Restschuldversicherung

Restschuldversicherung
Möglichkeit des Darlehensnehmers, seine Darlehensraten gegen Tod, Unfall oder Krankheit abzusichern. In der Regel wird die im Todesfall noch ausstehende Restschuld durch die Versicherungsgesellschaft beglichen. Außerdem werden zusätzliche Dienstleistungen wie eine Unfall- oder Krankenversicherung angeboten. Die Restschuldversicherung ist bei vielen Bausparkassen obligatorisch für die Darlehensgewährung. Siehe auch: Restschuld

Revenue Passenger Kilometers (RPK)
Das Wachstum des Passagier-Flugverkehrs wird in der Einheit “Revenue Passenger Kilometers“ („RPK“) gemessen; auch „verkaufte Passagierkilometer“
genannt; Diese Kennzahl errechnet sich aus den geflogenen Kilometern multipliziert mit den über diese Entfernung beförderten Passagieren und stellt ein Maß für das Passagieraufkommen dar.

Risikolebensversicherung
Reine Todesfallversicherung, die oftmals als Zusatzsicherheit für Immobiliendarlehen abgeschlossen wird. Sie sichert das Todesfallrisiko des Darlehensnehmers ab und stellt für die Hinterbliebenen eine finanzielle Absicherung dar.

Risikomanagement
Risiken des AIFM/der KVG und der verwalteten Investmentvermögen werden vom Risikomanagement der Gesellschaft und eingesetzten Risikomanagementsystemen erfasst. Hierzu existieren Mechanismen, die eine Identifikation, Bewertung und Steuerung aller Risiken ermöglichen. Das Risikomanagementsystem muss mindestens jährlich überprüft und ggf. an aktuelle Entwicklungen angepasst werden.

Risikomischung
Nach den gesetzlichen Vorgaben dürfen geschlossene Publikums-AIF nur nach dem Grundsatz der Risikomischung investieren. Eine Risikomischung liegt vor, wenn in mindestens 3 verschiedene Sachwerte investiert wird und diese sich wertmäßig im Wesentlichen gleich verteilen. Unter bestimmten
Voraussetzungen kann aber auch in Anlage in ein Objekt den Grundsatz der Risikomischung erfolgen, z.B. wenn ein Objekt an mehrere hinreichend verschiedene Mieter vermietet ist.

Rotor
Flügel der Windkraftanlage, die den Wind in mechanische Energie umwandeln. Sie bestehen meist aus mit Glasfaser verstärktem Kunststoff, teilweise verstärkt durch Kohlefaser. Ihre Größe, Gewicht und aerodynamischen Eigenschaften bestimmen wesentlich den Betrieb und die Energieausbeute einer Windkraftanlage. Die aerodynamischen Eigenschaften haben zudem einen hohen Einfluß auf die Schallerzeugung der Anlage.

Rückabwicklungen
Die Auflösung einer Fondsgesellschaft und die Erstattung der von den Investoren gezahlten Einlagen, bevor die Gesellschaft ihre eigentliche Geschäftstätigkeit aufgenommen hat.

Rückabwicklungsrisiko
Rückabwicklungsrisiko ist vorhanden, wenn nicht genügend Eigenkapital gezeichnet wird.

Rückauflassungsvormerkung
Eine Rückauflassungsvormerkung wird ins Grundbuch eingetragen und sichert die Ansprüche des Verkäufers auf Rückübertragung eines Grundstücks. Der Eintrag einer solchen Vormerkung kommt oft in Verbindung mit der Bebauung von Grundstücken vor, die von Städten und Gemeinden verkauft werden. Der Kauf des Grundstücks ist mit bestimmten Auflagen verbunden. Hält der Käufer diese Auflagen nicht ein, hat der frühere Eigentümer (in diesem Fall die Stadt) einen Anspruch auf Rückübertragung.

Rücktritt vom Darlehensvertrag
Einseitige Aufhebung eines noch nicht ausgezahlten Kreditvertrags durch den Darlehensgeber. Das Institut wird von dem Vertrag zurücktreten, wenn beispielsweise nachträglich Informationen bekannt werden, die eine Auszahlung nicht mehr rechtfertigen. Auch falsche Angaben im Darlehensantrag berechtigen den Kreditgeber, zurückzutreten und eine so genannte Nichtabnahmeentschädigung zu verlangen.

S

S.A.
Socíété anonyme = Rechtsform für Aktiengesellschaften in Frankreich

Sachwert(investition)
Als Sachwerte bezeichnet man im übertragenen Sinn Güter, die von Geldwertschwankungen unabhängig sind und Werterhalt versprechen. Dazu zählen z. B. Investitionsgüter wie Gold, Grundstücke, Immobilien, oder auch Flugzeuge und Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Der geschlossene Fonds stellt eine Möglichkeit der Sachwertinvestition, also der Investition in solche Güter, dar.

Sachwertverfahren
Der Wert eigengenutzter Immobilien wird mit dem Sachwertverfahren ermittelt. Er ergibt sich aus dem Bodenwert, dem Gebäudewert und dem Wert der Außenanlagen. In der Praxis wird bei der Berechnung des Gebäudewerts oft ein Abschlag genommen, weshalb der Sachwert bis zu 30 % unter den tatsächlichen Anschaffungskosten liegen kann. Bei Eigentumswohnungen wird nur unter bestimmten Umständen das Sachwertverfahren angewandt. Siehe auch: Ertragswert

Sanierungsgebiet
Die Festlegung eines Sanierungsgebietes unterliegt der jeweiligen Stadt bzw. den Denkmalämtern. In einem förmlich festgelegten Sanierungsgebiet erhalten alle Objekte eine Förderung gem. § 7h EStG. Ein Sanierungsgebiet können ganze Gemeinden, Stadtviertel oder auch Straßenzüge sein. Der Unterschied zur Absetzung nach § 7i EStG besteht u.a. darin, dass schon vor Sanierungsbeginn der Prozentsatz für die Absetzbarkeit bei dem jeweiligen Objekt vorliegt, bei der Absetzbarkeit nach § 7i wird die endgültige Bescheinigung über die Höhe der Sanierungskosten im Gegensatz zum Sanierungsgebiet erst nach vollständiger Fertigstellung erteilt. Siehe auch: Denkmal

Schätzkosten
Kosten, die bei der Wertermittlung einer Immobilie anfallen.

Schiedsgutachtervertrag
In Bauverträgen kann eine so genannte Schiedsgutachtenklausel aufgenommen werden. Darin einigen sich die Parteien auf einen Schiedsgutachter, der im Falle von Streitigkeiten einzelne Tatsachen feststellen soll. Der Schiedsgutachter soll also nicht anstelle des Gerichts den Streit entscheiden. Er prüft vielmehr bestimmte, in einem Streit erhebliche Tatsachen (zum Beispiel: ob ein bestimmter Baumangel vorliegt). Die Besonderheit besteht dann darin, dass die Feststellungen des Schiedsgutachters in einem späteren Gerichtsverfahren für die Parteien und das Gericht bindend sind. Auf diese Weise lassen sich in der Praxis viele zeit- und kostenaufwendige Bauprozesse vermeiden.

Schiffsregister
Bezeichnung für das Grundbuch für Schiffe. Es besitzt öffentlichen Glauben und wird von dem für den jeweiligen Heimathafen zuständige Amt geführt.

Schlüsselfertiges Bauen
Verspricht ein Bauunternehmer oder Architekt dem Bauherrn die schlüsselfertige Errichtung eines Gebäudes, so ist hierfür die Vereinbarung eines Pauschalpreises charakteristisch. Typisch ist die schlüsselfertige Herstellung für den Bauträger, welcher neben der Errichtung des Gebäudes auch noch die Übertragung des Grundstückes schuldet. Doch vorsicht mit diesem Begriff in unklaren Verträgen! Ein Unternehmer versteht mit unter etwas anderes unter schlüsselfertig, nämlich den Zustand ab dem das Haus abschließbar und sicher ist. Dazu müssen Fenster und Türen eingebaut sein, fertig muss es dennoch nicht sein.

Schufa
Die Schutzgemeinschaft für Allgemeine Kreditsicherung wird mit Schufa abgekürzt. Die Schufa erhält von den ihr angeschlossenen Instituten Informationen zur Beurteilung der Bonität der Kreditnehmer. Diese Informationen stellt sie den Banken auf Anfrage zur Verfügung – selbstverständlich unter der strengen Beachtung des Datenschutzes.

Schuldübernahme
Bei einer Schuldübernahme tritt der bisherige Darlehensnehmer aus dem Darlehensvertrag aus, während ein neuer Darlehensnehmer einspringt. Dieser Vorgang setzt das Einverständnis aller Vertragsparteien voraus. Eine Schuldübernahme kann nur durch einen notariellen Vertrag oder die notarielle Beurkundung eines Vertrags erfolgen. Sie ist meist problemlos möglich, sofern die Bonität des neuen Darlehensnehmers mindestens so gut ist wie die des bisherigen.

Schuldnertausch
Beim Verkauf einer Immobilie kann die Finanzierung mitverkauft werden. Der Käufer wird dann zum Schuldner des Darlehens. Der Schuldnertausch kann nur mit Genehmigung des Gläubigers (Darlehensgeber) durchgeführt werden. Ihm geht eine eingehende Bonitätsprüfung voraus. Die Bewilligung erfolgt meist gegen eine einmalige Vergütung von 1 bis 2 % der Restschuldsumme.

Schuldscheindarlehen
Neben den herkömmlichen Formen der Fremdfinanzierung wie Bankkredit und Anleihe ist in den letzten Jahrzehnten immer stärker das Schuldscheindarlehen aufgetreten. Hierbei handelt es sich um einen langfristigen Kredit mit standardisierten Merkmalen wie einem Volumen von i. d. R. 10 – 100 Mio. Euro der mit einer besonderen Urkunde – dem Schuldschein statt eines Darlehensvertrages – unterlegt wird. Darlehensnehmer sind Wirtschaftsunternehmen mit einwandfreier Bonität sowie öffentliche Stellen. Das Schuldscheindarlehen ist für die Wohnungswirtschaft eine mögliche Finanzierungsform, es bietet jedoch keine Vorteile gegenüber einem normalen Darlehen. Es erfordert mehr Know-how auf Seiten des Wohnungsunternehmens und führt zu höherem Bearbeitungs- und Berichtsaufwand. Der einzige Vorteil kann in der Ausschaltung der Bank als Geschäftspartner liegen, wenn es gelingt, das Schuldscheindarlehen bei anderen Geldgebern zu platzieren.

Schuldzinsen
Entgelt für die Überlassung von Finanzierungsmitteln. Schuldzinsen sind nur bei vermieteten Immobilien als Werbungskosten steuerlich absetzungsfähig. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Finanzierungskosten vor oder nach dem Einzug des Mieters angefallen sind.

Schuldzinsenabzug
Bei vermieteten Objekten haben Schuldzinsen den Charakter von Werbungskosten und können daher von der Steuer abgesetzt werden.

Schwarzbau
Unter einem Schwarzbau versteht man die Durchführung eines Bauvorhabens ohne Genehmigung der Baubehörde. Erlangt die Behörde Kenntnis von einem Schwarzbau, stehen ihr gegen den Bauherrn eine Reihe von Maßnahmen zur Verfügung. Neben erheblichen Bußgeldern sind die Stillegung der Baustelle, eine Nutzungsuntersagung oder auch eine Abbruchverfügung möglich.

Schwarze Wanne
Unter dem Begriff Schwarze Wanne verstehen Baufachleute bitumöse Anstriche und Dichtungsbahnen, die einen Keller gegen Erdfeuchte und drückendes Wasser von außen abdichten sollen. Eine Bauwerkabdichtung von innen wäre zu aufwändig. Vor allem Wasser, das gegen den vorwiegend aus Mauerwerk errichteten Keller drücken würde, könnte einen erheblichen Schaden anrichten. Die Schwarze Wanne eignet sich besonders bei der Sanierung von feuchten Kellern. Siehe auch: Weiße Wanne

Sensitivitätsanalyse
Die Sensitivitätsanalyse, auch als Sensibilitätsanalyse bekannt, ist eine Analyseform für komplexe Systeme und Probleme, bei der einfache Wirkbeziehungen zwischen Systemvariablen zu einem Wirkungsnetz verbunden werden und mittels dessen Rollen für die Systemvariablen festgelegt werden können. Bei einer Sensitivitätsanalyse findet eine Grenzbetrachtung der Ergebnisse statt. Dabei wird jeweils c.p. ein Parameter (oder auch mehrere Parameter gemeinsam) verändert. Es wird geprüft, ab welchem Zeitpunkt der Zielwert erstmal unter- bzw. überschritten wird (z.B. die Opportunität). In der Sensitivitätsanalyse (= „Empfindlichkeitsanalyse“) wird der Einfluss von Inputfaktoren (einzeln oder gemeinsam) auf bestimmte Ergebnisgrößen untersucht. Die Analyse kann mathematisch durch das Analysieren von Modellgleichungen erfolgen oder auch durch die Verwendung von variierten einzelnen Inputfaktoren (Iterationsverfahren) und damit den Vergleich der Ergebnisse mit dem Ergebnis des Standardinputs. Inputfaktoren können z. B. Preise und Kosten sein und Ergebnisgrößen sind möglicherweise Mengen, der Break-Even-Punkt (Gewinnschwelle) u.s.w.

Share Deal
Der sog. Share Deal [engl.] ist neben dem Asset Deal eine Form des Unternehmenskaufs. Hierbei erwirbt der Käufer vom Verkäufer die Anteile an der zum Verkauf stehenden Gesellschaft. Mit dem Begriff Share Deal kann auch die teilweise Übernahmevon Anteilen an einer Gesellschaft bezeichnet werden.

Sicherungshypothek
Die Sicherungshypothek ist streng gebunden an die ihr zugrunde liegende Forderung und nur in jeweiliger Höhe der gesicherten Forderung. Sie ist stets brieflos. Die Sicherungshypothek besteht also nicht mehr, soweit die ihr zugrunde liegende Forderung nicht mehr besteht. Siehe auch: Hypothek, Hypothekenbank, Hypothekendarlehen, Verkehrshypothek

Solaranlage
Überbegriff für eine technische Anlage zur Umwandlung von Sonnenenergie in andere Energie.

Solarstrom erzeugen
Das Programm „Solarstrom Erzeugen“ wurde von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufgelegt. Hiermit können Photovoltaik-Anlagen zur Gewinnung von Solarstrom günstig finanziert werden. Dieses Programm können Sie über uns beantragen.

Solarthermieanlage
Technische Anlage zur Umwandlung von Solarenergie in Wärmeenergie/elektrische Energie.

Sondereigentum
Das Wohnungseigentumsgesetz unterscheidet zwei Arten des Sondereigentums: Zum einen das Sondereigentum an einer bestimmten Wohnung (Wohnungseigentum), zum anderen das Sondereigentum an nicht zu Wohnzwecken dienenden Räumen (Teileigentum).

Sondernutzungsrecht
Bei Mehrfamilienhäusern werden oftmals Sondernutzungsrechte für Teile des gemeinschaftlichen Eigentums vergeben. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Kfz-Stellplätze für bestimmte Wohnungseigentümer freigehalten werden. Auch werden für Gartenanteile und Kellerräume Sondernutzungsrechte vergeben.

Sondertilgung
Neben dem monatlich regelmäßigen Tilgungsanteil können Darlehensnehmer auch außerplanmäßig ihre Schulden reduzieren. Diese Sondertilgungen können die Gesamtlaufzeit verkürzen oder die regelmäßigen Darlehensraten reduzieren.

Sonderwerbungskosten
Werbungskosten, die nicht im Rahmen der Fondsgegesellschaft, sondern beim einzelnen Gesellschafter anfallen.

Sparphase
Während der Sparphase eines Bausparvertrags kann der Bausparer monatlich gleich bleibende Beträge in seinen Vertrag einzahlen oder in unregelmäßigen Abständen größere Einzahlungen vornehmen. Auch kann er das gesamte Mindestguthaben mit einer Einmalzahlung einbringen.

Spekulationsfrist
In Deutschland unterliegen auch Gewinne aus den privaten Veräußerungsgeschäften innerhalb der Spekulationsfrist der Einkommensteuer. Obwohl umgangssprachlich von einer Spekulationssteuer gesprochen wird, handelt es sich nicht um eine eigenständige Steuerart, sondern um die Einkommensteuer, die für Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften zu entrichten ist. Die privaten Spekulationsgewinne rechnen zu den sonstigen Einkünften im Sinne des § 22 Nr. 2 in Verbindung mit § 23 Einkommensteuergesetz und beziehen sich somit auch auf Gewinne, die im Ausland erzielt wurden.

Zweck des § 23 EStG ist es, innerhalb der Veräußerungsfrist (früher Spekulationsfrist) realisierte Gewinne aus verhältnismäßig kurzfristigen Wertsteigerungen des privaten Vermögens der Einkommensteuer zu unterwerfen. Dabei werden die folgenden Fälle unterschieden. Veräußerungsgeschäfte bei Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als 10 Jahre beträgt (Ausnahme: Wirtschaftsgüter, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden), Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern, insbesondere Wertpapieren, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als 1 Jahr beträgt. Dies gilt nicht für Gegenstände des täglichen Gebrauchs, die nur mit Verlust veräußert werden können. Die Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften bleiben steuerfrei, wenn der in einem Kalenderjahr realisierte Gesamtgewinn weniger als 512 Euro beträgt. Wird diese Freigrenze überschritten, muss der gesamte Gewinn versteuert werden. Eine Verrechnung mit Verlusten aus anderen Spekulationsgeschäften ist möglich. Eine Verrechnung der Verluste mit positiven Einkünften anderer Einkunftsarten ist ausgeschlossen. Die nicht verrechenbaren Verluste werden gesondert festgestellt und können in das vorangegangene Jahr zurück- und das folgende Jahr vorgetragen werden. Bei einem entsprechenden Verlustrück- bzw. -vortrag ist die Verrechnung wiederum nur mit positiven Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften möglich.

Spezial-AIF
Anteile an einem Spezial-AIF können im Gegensatz zu Anteilen an einem Publikums-AIF nur von solchen Anlegern erworben werden, die bereits über größeres Fachwissen verfügen (z.B. semi-professionelle und professionelle Anleger).

Spotmarkt
Chartermarkt, in dem Schiffe kurzfristig für eine fest definierte Reise oder für einen kurzen Zeitraum Beschäftigung finden.

Staatliche Förderung
Der größte Block der staatlichen Förderung – die Eigenheimzulage – wurde zum 1. Januar 2006 abgeschafft. Jedoch können Häuslebauer über KfW-Darlehen an preiswerte Darlehen gelangen. Vermieter profitieren unterdessen von steuerlichen Vergünstigungen, wie z. B. Abschreibungen. Zudem bieten die Länder für den Wohnungsbau zinsgünstige Darlehen, laufende Zuschüsse und Bürgschaften. Nähere Auskünfte erhalten Sie bei den örtlichen Ämtern für Wohnungswesen oder beim Bürgermeisteramt. Siehe auch: Eigenheimzulage, KfW-Wohneigentumsprogramm.

Stamp Duty Land Tax (SDLT)
Eine Verkehrssteuer, die in Grundzügen der deutschen Grunderwerbsteuer entspricht und die bei Übertragungen von Immobilien anfällt.

Steuerersparnis
Die Steuerersparnis beim Erwerb einer denkmalgeschützten Immobilie ist das Optimum im Bereich der steueroptimierenden Kapitalanlagen. Bis Ende 2005 konnte man eine Steuerersparnis auch durch eine Investition im Bereich von beispielsweise Medien- Filmfonds oder Schiffsbeteiligungen erzielen. Die Verlustzuweisung bei dieser Art der Investition ermöglichte ebenfalls eine beträchtliche Steuerersparnis, doch diese Verlustzuweisungsmodelle wurden durch die Änderung in der Gesetzgebung abgeschafft. Kapitalanleger sollten jedoch dazu bereit sein, die Steuerersparnis zu reinvestieren, und dadurch eine schnellere Entschuldung der Immobilie zu erreichen. Siehe auch: Steuervorteile

Steuerliches Einkommen
Maßgebend für die Einkommenbesteuerung des Anlegers ist nicht der jährliche Ausschüttungsbetrag, sondern vielmehr der Anteil des Anlegers an den steuerpflichtigen Einkünften der Gesellschaft (Fonds). Bei der Ermittlung der steuerpflichtigen Einkünfte des Fonds sind von dem Einnahmeüberschuss u. a. auch die Abschreibung abzuziehen.

Steuerliches Ergebnis
Der Investor beteiligt sich mittel oder unmittelbar an der Fondsgesellschaft. Da es sich hierbei um eine unternehmerische Beteiligung handelt, bekommt der Anleger anteilsmäßig auf seine Beteiligungshöhe gerechnet jährlich ein steuerliches Ergebnis zugewiesen.

Steuervorteile
Steuervorteile durch Denkmalschutz. Die denkmalgeschützte Immobilie ist nach der Gesetzesänderung Ende 2005 die derzeit einzige lukrative Möglichkeit Steuern zu sparen und in eigenes Vermögen umzuwandeln. Durch die hohen Abschreibungsmöglichkeiten ergeben sich beträchtliche Werbungskosten, die das zu versteuernde Einkommen drastisch reduzieren und zu hohen Steuerrückerstattungen führen. Diese Werbungskosten können entweder in der jährlichen Steuererklärung angesetzt, bei Angestellten als Freibetrag auf die Lohnsteuerkarte eingetragen werden. Selbständige können hier durch die Werbungskosten die monatlichen oder Quartalsweise anfallenden Steuervorauszahlungen reduzieren und so die Liquidität erhöhen.Siehe auch: Abschreibung, Abschreibungsmöglichkeiten, Steuerersparnis

Stille Reserven
Vermögenswerte, die anders als Rückstellungen oder offene Rücklagen nicht in der Bilanz eines Unternehmens ausgewiesen sind. Entstehen durch Unterbewertung von Vermögen (seltener durch Überbewertung von Schulden).

Stromspeisung
Begriff aus der Energiewirtschaft. Überleitung des Stroms von technischen Anlagen wie z. B. einer Solaranlage in das Übertragungs- oder Verteilnetz des Netzbetreibers.

Subunternehmer
Nicht immer erbringt der vom Bauherrn beauftragte Bauunternehmer (gemeint ist hier nicht der Generalunternehmer!) sämtliche Arbeiten selbst. Häufig beauftragen Bauunternehmen Dritte mit der Ausführung von Teilleistungen. Solche Drittunternehmer werden als Nach- oder auch Subunternehmer bezeichnet. Die Besonderheit dieser Konstellation besteht darin, dass der Bauherr keine vertraglichen Beziehungen zum Nachunternehmer hat. Sein Vertragspartner ist einzig und allein der von ihm beauftragte Bauunternehmer, der auch als Hauptunternehmer bezeichnet wird. Auch für die vom Nachunternehmer erbrachten Leistungen ist im Verhältnis zum Bauherrn der Hauptunternehmer allein zuständig und verantwortlich. Ein Bauherr braucht die Subunternehmer des eigentlichen Unternehmers auf der Baustelle nicht zu dulden und kann vom Unternehmer, unter Androhung von Vertragsentzug, verlangen, diese von der Baustelle fern zu halten.

Superädifikat
Nach österreichischem Recht begründet das Superädifikat ein Sondereigentumsrecht am Bauwerk, wird aber nicht im Grundbuch eingetragen. Ein Superädifikat ermöglicht eine eigentumsrechtliche Trennung von Liegenschaft und Bauwerk. Der Superädifikatsvertrag berechtigt die Objektgesellschaft, auf dieser Liegenschaft die Fondsimmobilie zu errichten.

T

Teilauszahlungszuschlag
Ausgleich für den zusätzlichen Aufwand eines Kreditinstituts, wenn das Darlehen auf Wunsch des Kunden in mehreren Teilen (z. B. nach Baufortschritt) ausgezahlt wird. Dieser Zuschlag variiert je nach Bank: Während manche Institute nichts berechnen, können bei anderen zwischen 50,- und 100,- Euro fällig werden.

Teileigentum
Als Teileigentum wird das Sondereigentum an nicht zu Wohnzwecken dienenden Räumen eines Gebäudes bezeichnet (z. B. Kellerräume oder Garten). Es steht immer in Verbindung mit einem Miteigentumsanteil an dem gemeinschaftlichen Eigentum. Siehe auch: Teilungserklärung

Teilhypothek
Durch Teilung der einer Hypothek zugrunde liegenden Forderung tritt auch eine Teilung der Hypothek ein (Teilhypothek). Die Teilhypotheken haben im Zweifel den gleichen Rang. Bei einer Briefhypothek können bei Teilung Teilhypothekenbriefe gebildet werden (§ 1152 BGB). Siehe auch: Hypothek, Hypothekenbank, Hypothekendarlehen

Teilungserklärung
Erklärung eines Grundstückseigentümers gegenüber dem Grundbuchamt, dass ein Haus in verschiedene voneinander getrennte Wohnungen geteilt wird. Die Teilung wird mit der Anlegung von eigenen Wohnungsgrundbüchern wirksam. Dadurch ist es möglich, diese Miteigentumsanteile selbstständig zu belasten. Die Teilungserklärung gibt unter anderem Auskunft darüber, welche konkreten Gebäudeteile Sonder-, Teil- oder Gemeinschaftseigentum sind. Siehe auch: Teileigentum

Teilungsgenehmigung
Gelegentlich möchte ein Bauherr in Zusammenhang mit einem Vorhaben sein Grundstück teilen. Hierfür benötigt er nach § 19 BauGB eine Genehmigung, die sogenannte Teilungsgenehmigung. Zunächst bedarf es einer Erklärung gegenüber dem Grundbuchamt, aus welcher sich der Wunsch des Bauherrn nach Teilung des Grundstücks ergibt. Der abgeteilte, in der Fachsprache „abgeschriebene“, Grundstücksteil soll dann zu einem selbstständigen Grundstück mit einem eigenen Grundbuchblatt werden. Entspricht der Teilungsantrag den gesetzlichen Erfordernissen, ist über die Teilungsgenehmigung innerhalb von drei Monaten nach Eingang des Antrags zu entscheiden. Diese Frist kann von der Behörde durch einen Zwischenbescheid noch einmal um maximal drei Monate verlängert werden. Wird sie nicht innerhalb dieser Frist abgelehnt, gilt die Genehmigung als erteilt. Sofern es sich um die Errichtung eines Wohngebäudes innerhalb des Geltungsbereichs eines Bebauungsplans handelt, beträgt die jeweilige Frist lediglich einen Monat. Eine Teilung zieht auch Änderungen in der Kartierung des Katasteramtes, Vermessungsaufwand und Gebühren nach sich.

Territorialitätsprinzip
Der Steuerpflichtige wird nur mit dem Einkommen veranlagt, das er auf dem Territorium des betreffenden Staates erwirtschaftet hat.

TEU
Die Abkürzung für Twenty-foot Equivalent Unit, das Standard-Containermaß mit 20 Fuß, also 6,10 m Länge, 2,44 m Breite und 2,59 m Höhe. Die meist genutzte Containerart ist dennoch die FEU, Fourty-foot Equivalent Unit mit 40 Fuß, 12,20 m Länge, 2,44 m Breite und 2,59 m Höhe. Die Stellplatzkapazität eines Containerschiffes wird regelmäßig in Anzahl TEU angegeben.

Thesaurierung
Der Begriff der Thesaurierung (v. gr. thesauros, Schatzhaus) bezeichnet Vorgänge, bei denen die von einer Organisation erwirtschafteten Gewinne nicht ausgegeben oder ausgeschüttet werden, sondern in der Organisation selbst verbleiben.

Tilgung
Regelmäßige Zahlung zur Rückführung eines Darlehens. Die Höhe der Tilgung entscheidet über die Höhe der Darlehensrate und über die Gesamtlaufzeit des Darlehens. Siehe auch: Tilgungsplan

Tilgungsaussetzung
Darlehensnehmer können anstelle der üblichen monatlichen Tilgungsleistungen auch eine Tilgungsaussetzung vereinbaren. Hierbei zahlen sie lediglich die anfallenden Zinsen (Festdarlehen). Als Tilgungsersatz einigen sich beide Vertragspartner auf ein sogenanntes Tilgungssurrogat. Dieses wird separat bespart und am Ende der Laufzeit zur Rückführung des Darlehens verwendet. Beispiele für solche Surrogate sind: Abtretung von Ansprüchen aus Kapitallebensversicherungen, Rentenversicherungen, Bausparverträgen oder Investmentfonds. Siehe auch: Tilgungsplan

Tilgungsfreie Jahre
Vereinbarung zwischen dem Kreditinstitut und dem Darlehensnehmer, dass die Tilgung der Darlehensschuld erst eine gewisse Zeit nach Auszahlung des Darlehens beginnt. Siehe auch: KfW-Wohneigentumsprogramm, Tilgungsplan

Tilgungshypothek
Darlehen, das durch gleich bleibende Raten zurückgezahlt wird. Während sich der Zinsanteil durch die Zahlung verringert, erhöht sich automatisch der Tilgungsanteil (siehe auch Annuitätendarlehen). Siehe auch: Tilgungsplan

Tilgungsplan
Zeitliche Darstellung eines Darlehensverlaufs von dessen Auszahlung bis zur planmäßigen Rückführung. Der Tilgungsplan gibt Auskunft über die Höhe der monatlichen Rate, den darin enthaltenen Zins- und Tilgungsanteil und die Restschuld. Die Darstellung ist auf monatlicher und jährlicher Basis möglich. Der Tilgungsplan kann nur für die Zeit der Zinsbindung exakte Zahlen liefern. Mit Vereinbarung einer neuen Zinsfestschreibung ist ein aktualisierter Tilgungsplan notwendig. Siehe auch: Annuität, Tilgung, Tilgungsaussetzung, Tilgungsfreie Jahre, Tilgungshypothek

Tilgungsstreckungskredit
Wird bei einem Hypothekendarlehen ein Disagio vereinbart, erhält der Darlehensnehmer bei der Auszahlung einen um das Disagio ermäßigten Betrag. Dadurch entsteht eine Finanzierungslücke. Diese muss durch ein so genanntes Tilgungsstreckungsdarlehen geschlossen werden. Während der Tilgung dieses Darlehens bleibt das Hauptdarlehen tilgungsfrei. Dies führt zu einer Laufzeitverlängerung des Gesamtkredits. Siehe auch: Disagio

Tilgungssurrogat
Wenn eine Tilgungsaussetzung vereinbart wird, muss das Darlehen meist endfällig an den Darlehensgeber zurückgezahlt werden. Daher muss der Darlehensnehmer einen Tilgungsersatz – auch Tilgungssurrogat genannt – besparen. Hierbei bieten sich unter anderem Kapitallebensversicherungen, Rentenversicherungen, Bausparverträge oder Investmentfonds an.

Tilgungsverrechnung
Die Tilgungsleistungen reduzieren die Restschuld in regelmäßigen Abständen. Die Tilgungsverrechnung gibt den Zeitpunkt hierfür an. Wenn beispielsweise eine „sofortige Tilgungsverrechnung“ vereinbart wurde, wird die Zahlung entsprechend dem Eingang sofort mit der Restschuld verrechnet.

Time-Charter / Zeit-Charter
Begriff aus der Schifffahrt, ähnlich dem Mietvertrag. Die Fondsgesellschaft stellt ihrem Vertragspartner das Schiff mit Ausrüstung und Besatzung für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung. Die Fondsgesellschaft als Schiffseigentümerin übernimmt die technische Betreuung und zahlt die Betriebskosten. Die vereinbarte Charter (Miete) ist nur zu zahlen, wenn das Schiff zum Warentransport tatsächlich einsatzbereit ist.

Tonnagepauschale / Tonnagesteuer
Eine steuerliche Sondervorschrift in Deutschland (§ 5a EStG) für die Schifffahrt. Sie ermöglicht bei Seeschiffen, welche im internationalen Verkehr eingesetzt werden, den Gewinn pauschal, d.h. unabhängig vom tatsächlichen Gewinn zu ermitteln. Die pauschale Gewinnermittlung richtet sich nach der Größe eines Schiffes, nach seinen Nettotonnen.

Totalüberschuss
Überschuss der Einnahmen über die Verluste der Anfangsjahre.

Treuhänder / Treuhandkommanditist
Eine natürliche oder juristische Person, die im Außenverhältnis die volle Rechtsstellung eines Eigentümers wahrnimmt, sich jedoch im Innenverhältnis
gegenüber seinem Treugeber verpflichtet, nur gemäß Treuhandvertrag über das Vermögen zu verfügen. Treuhänder können bei geschlossenen Fonds unterschiedliche Funktionen übernehmen. In der Regel fungiert der Treuhänder als Treuhandkommanditist, d.h. er wird im Handelsregister entsprechend den gesellschaftsvertraglichen Regelungen eingetragen.

Treuhandgesellschaft
Treuhandgesellschaft ist ein Unternehmen, das treuhänderisch und uneigennützig ‚im Auftrag und für Rechnung‘ eines oder mehrerer Treugeber (Anleger) tätig ist. Typische Treuhandschaften: Mittelverwendungskontrolle, Verwaltungstreuhandschaft, Treuhandkommanditbeteiligung, Treuhandvertrag regelt Rechte und Pflichten von Treuhänder (Treunehmer) und -geber. Ein Spezielles Treuhandgesetz existiert nicht.

Treuhandzahlung
Eine Treuhandzahlung führt dazu, dass ein Darlehen bereits ausgezahlt werden kann, bevor alle Auflagen (z. B. Eintragung der Grundschuld) erfüllt sind. Die Zahlung erfolgt an vertrauenswürdige Dritte (sogenannte Treuhänder) mit der Maßgabe, das Geld an den endgültigen Empfänger weiterzuleiten, wenn alle Auflagen erfüllt sind.

Trust
Treuhandvermögen bzw. Treuhandverhältnis

TVPI
Die Abkürzung für Total-value-to-paid-in-capital ratio, d. h. der Gesamtwert des Dachfonds-Portfolios (NAVs plus Rückflüsse) dividiert durch das an die Zielfonds gezahlte Kapital. Der TVPI ist eine wesentliche Messzahl für den Erfolg eines Private Equity-Portfolios.

U

Umsatzsteueroption
Das Recht eines Unternehmers, einen Umsatz, der nach dem Umsatzsteuergesetz steuerfrei ist, als umsatzsteuerpflichtig zu behandeln. Die Umsatzsteueroption ist bei der Vermietung von Grundstücken und Gebäuden nur (Ausnahme: Gebäude, die vor gesetzlich bestimmten Stichtagen fertiggestellt worden sind) zulässig, wenn der Mieter (oder sonstige Nutzer des Grundstücks bzw. Gebäudes) das Grundstück ausschließlich für Umsätze verwendet oder zu verwenden beabsichtigt, die den Vorsteuerabzug nicht ausschließen.

Umschuldung
Bei einer Umschuldung wird für eine Anschlussfinanzierung der Darlehensgeber gewechselt. Nach Ablauf der Zinsbindung ist dies völlig unproblematisch und kostengünstig. Während der Zinsbindung könnte die Vorfälligkeitsentschädigung hingegen die angestrebte Zinsersparnis zunichte machen.

Unbedenklichkeitsbescheinigung
Bescheinigung des Finanzamts, dass der Käufer einer Immobilie die Grunderwerbssteuer bezahlt hat. Für die Eintragung des Eigentümerwechsels ins Grundbuch wird die Unbedenklichkeitsbescheinigung verlangt.

U-Wert
Der U-Wert ist der Kennwert für den Transmissionswärmeverlust eines Bauteils. Je größer er ist, umso mehr Energie geht durch das Bauteil verloren. Um den U-Wert zu verringern, benötigt man bessere Dämmmaterialien oder eine dickere Dämmschicht.

V

Variabler Zins
Nominalzinssatz, der während der Laufzeit des Darlehens jederzeit einseitig durch den Darlehensgeber geändert werden kann. Die Zinsen werden also nicht für eine bestimmte Zeit festgeschrieben. Häufig ist die Anpassung an einen Index (z. B. EURIBOR) gekoppelt. Siehe auch: European Interbank Offered Rate, Variables Darlehen

Variables Darlehen
Bei einem variablen Darlehen wird der Zinssatz alle drei oder sechs Monate an den Kapitalmarktzins angepasst. Das Darlehen kann zu diesen Terminen ganz oder teilweise zurückgeführt werden. Siehe auch: Variabler Zins

VEFA-Vertrag
Eine bestimmte Vertragsart in Frankreich. „Vente en e´tat future d‘achèvemt“ – Vertrag über einen Kauf im Zustand der zukünftigen Fertigstellung, z. B. über im Bau befindliche Immobilien.

Veräußerungsgewinn
Der Veräußerungsgewinn ergibt sich aus der Differenz zwischen Veräußerungserlös und Restbuchwert des veräußerten Objektes.

Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen
Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen stellt ein auf die besonderen Bedürfnisse am Bau zugeschnittenes Regelwerk dar. Sie besteht aus drei Teilen (VOB/A, VOB/B und VOB/ C). Aktuelle Version der VOB ist 2002. Dabei regelt Teil A die allgemeinen Vergabebedingungen von Bauleistungen, Teil B enthält allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen und in Teil C sind allgemeine technische Vorschriften für Bauleistungen enthalten. Die in der VOB/B enthaltenen Vertragsbedingungen weichen in mehreren Punkten vom Werkvertragsrecht (Werkvertrag) des BGB ab. BGB-Vertrag und VOB-Vertrag sind aber nicht etwa zwei völlig verschiedene Regelwerke. Auch der VOB-Vertrag basiert auf einem Werkvertrag, der jedoch durch die Vertragsbedingungen der VOB/B modifiziert und ergänzt wird. Hervorzuheben ist, dass die VOB immer nur dann Anwendung findet, wenn ihre Geltung zwischen Bauherrn und Bauunternehmer/Handwerker ausdrücklich vereinbart wurde. Dazu muss auf dem Deckblatt der Ausschreibungsunterlagen lediglich “ die VOB gilt als vereinbart“ vermerkt sein. Siehe auch: VOB- Vertrag

Verkehrshypothek
Die Verkehrshypothek, die als Buch- und Briefhypothek bestellt werden kann, ist ebenfalls an das Bestehen der Forderung gebunden, jedoch nur in Bezug auf den ersten Gläubiger, d.h. der erste Gläubiger kann die Hypothek nur erwerben, wenn die gesicherte Forderung besteht. Überträgt der erste Hypothekengläubiger die Hypothek auf einen anderen, dann gilt der öffentliche Glaube des Grundbuchs. D.h., dass wenn der Gläubiger aus der letzten Hypothek klagt, er das Bestehen der Forderung nicht zu beweisen braucht, da die Grundbucheintragung die Vermutung begründet, daß die Forderung besteht. Zur Entstehung der Hypothek sind Einigung und Eintragung im Grundbuch erforderlich. Die Einigung muß zwischen dem Gläubiger der Forderung und dem Grundstückseigentümer geschlossen werden. Die Eintragung der Hypothek muß enthalten: den Namen des Gläubigers, den Betrag der Forderung und die Zinsen. Zum Erwerb einer Briefhypothek ist die Übergabe des Briefes an den Gläubiger erforderlich. Siehe auch: Hypothek, Hypothekenbank, Hypothekendarlehen, Sicherungshypothek

Verkehrswert (Immobilien)
Der Verkehrswert (Marktwert) wird durch den Preis bestimmt, der in dem Zeitpunkt, auf den sich die Ermittlung bezieht, im gewöhnlichen
Geschäftsverkehr nach den rechtlichen Gegebenheiten und tatsächlichen Eigenschaften, der sonstigen Beschaffenheit und der Lage des Grundstücks oder des sonstigen Gegenstands der Wertermittlung ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse zu erzielen wäre.

Verkehrswertgutachten
Ein Verkehrswertgutachten kann ein Verkäufer oder Käufer veranlassen, um einen verlässlichen Kaufpreis zu ermitteln. Meist wird aus Kostengründen darauf verzichtet. Anders bei der Zwangsversteigerung: Hier stellt ein vereidigter Sachverständiger auf Kosten des Gerichts den Ist-Zustand des Hauses, erforderlichen Modernisierungsumfang, den Bodenwert und schließlich den Verkehrswert fest (mit ausführlicher Begründung).

Verlustzuweisung
Anteilige Übertragung des steuerlichen Jahresverlustes auf Kapitalanleger.

Vermögensbildungsgesetz
Gesetz, mit dem die Arbeitgeber dazu angehalten werden, ihren Mitarbeitern vermögenswirksame Leistungen zu zahlen. Diese werden durch Gewährung der Arbeitnehmersparzulage je nach Anlageart öffentlich gefördert. Siehe auch: Vermögenswirksame Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen
Sparleistungen des Arbeitgebers nach dem Vermögensbildungsgesetz. Diese Leistungen werden direkt vom Arbeitgeber auf das Anlagekonto des Arbeitnehmers überwiesen. Einzahlungen auf Bausparverträge und Produktivkapitalanlagen werden mit der Arbeitnehmersparzulage gefördert. Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass der Arbeitgeber den Differenzbetrag zwischen der gezahlten VL und dem Höchstbetrag von 40,- Euro zu Lasten seines Gehalts auf das Anlagekonto überweist. Siehe auch: Vermögensbildungsgesetz

Vermessungsamt
Behörde, die durch öffentlich bestellte Vermessungsingenieure amtliche Lagepläne von Grundstücken erstellen lässt und ins Kataster einträgt. Dort kann man ins Kataster einsehen und bei berechtigtem Interesse einen Katasterauszug beantragen, der das Grundstück mit seinen Abmessungen und allen weiteren Daten beschreibt.

Verrechenbare Verluste
Derjenige Teil der Verluste, der den Höchstbetrag der ausgleichsfähigen Verluste überschreitet und deswegen auf Folgejahre vorgetragen wird.

Vertragsstrafe
Eine Vertragsstrafe stellt in der Regel für den Bauherrn ein Druckmittel dar, einen Bauunternehmer zur fristgemäßen Fertigstellung seiner Leistungen zu veranlassen. In der Baupraxis wird entweder die nicht fristgemäße Fertigstellung der Arbeiten oder aber die nicht ordnungsgemäße Erbringung der Bauleistung unter Vertragsstrafe gestellt. Vertragsstrafen sollten Sie nur dann vereinbaren, wenn Sie bei Verzug der Fertigstellung ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten zu erwarten haben, denn vereinbarte Vertragsstrafen stellen für den Anbieter ein Risiko dar, welches er immer in den Preis einkalkulieren wird. Wenn Sie eine Vertragsstrafe vereinbaren, so dürfen sie 0,25% der Gesamtsumme der Leistung pro Verzugstag ansetzen, wobei maximal 10% der Gesamtsumme nicht überschritten werden dürfen.

Verwahrstelle
Jeder AIFM/jede KVG ist gesetzlich verpflichtet, für jedes Investmentvermögen eine Verwahrstelle als Kontrollinstanz zu beauftragen. Mit dieser Verpflichtung wird ein Vier-Augen-Prinzip geschaffen. Die Verwahrstelle kontrolliert alle wichtigen Geschäftsabläufe des Investmentvermögens. Beispielsweise hat sie darauf zu achten, dass die zulässige Fremdkapitalobergrenze eingehalten wird und die Bewertung der Investmentvermögen
ordnungsgemäß erfolgt. Die Verwahrstelle prüft zudem, dass das Investmentvermögen Eigentümer der erworbenen Vermögensgegenstände wird (bspw. durch Prüfung der Erwerbsverträge und durch die Kontrolle von öffentlichen Registern). Zusätzlich ist die Verwahrstelle für die Kontrolle aller Zahlungsströme verantwortlich und gibt bestimmte Zahlungen erst dann frei, wen sie festgestellt hat, dass diese korrekt sind. Verwahrstelle und
AIFM/KVG müssen voneinander unabhängig sein. Eine Verwahrstelle muss von der jeweilig zuständigen Bankenaufsicht zugelassen und überwacht sein.

Vintage-Jahr
Das Jahr der Auflage eines bestimmten Private Equity-Fonds, bestimmt durch den ersten Kapitalabruf.

VLCC
Very Large Crude Carrier = Bezeichnung eines großen Tankschiffes.

VOB- Vertrag
Hierunter versteht man einen Bauvertrag, bei dessen Abschluss die Parteien ausdrücklich die Geltung der VOB vereinbart haben. Gegenstück hierzu ist der BGB-Vertrag, der allein auf den Bestimmungen des Werkvertragsrechts (Werkvertrag) basiert. Siehe auch: Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen

Volllaststunden
Theoretisch errechnete Anzahl der Stunden, die eine Windkraftanlage bei Nenn(Voll-)last läuft. Sie ergibt sich aus den produzierten MWh p.a. geteilt durch die maximale Anzahl von Betriebsstunden (8.760h p.a.). Diese Zahl dient als Maßstab zur Auslastung einer Anlage und zur Güte des Windstandorts.

Vorfälligkeitsentschädigung
Kreditinstitute verlangen meist eine Vorfälligkeitsentschädigung, wenn ein Darlehensnehmer sein Darlehen vorzeitig ablösen will. Da bei Baufinanzierungen die Zinskonditionen für eine bestimmte Laufzeit festgeschrieben werden, müssen sich auch die Banken für diese Zeit die Gelder beschaffen. Wird das Darlehen vorzeitig zurückgezahlt, muss der Darlehensgeber die Gelder anderweitig anlegen. Dies führt zu einem Verlust, für den der Darlehensnehmer aufkommen muss. Siehe auch: Vorfälligkeitsschutz

Vorfälligkeitsschutz
Mit dem Vorfälligkeitsschutz kann man für den Fall eines berufsbedingten Umzugs oder Härtefalls eine vorzeitige Kündigung seines Darlehens sicherstellen. Gegen die Zahlung eines geringen Einmalbetrags kann man – sofern die Immobilie verkauft wird – bei Eintritt dieser Fälle das Darlehen zurückzahlen ohne Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen. Siehe auch: Vorfälligkeitsentschädigung

Vorfinanzierungskredit
Wer einen Bausparvertrag hat, jedoch schon vor Zuteilung der Bausparsumme finanzielle Mittel für die Finanzierung seiner Immobilie benötigt, kann einen Vorfinanzierungskredit aufnehmen. Mit Zuteilung wird dieser Vorfinanzierungskredit automatisch durch die Bausparsumme abgelöst. Im Gegensatz zur Zwischenfinanzierung ist das zur Zuteilung erforderliche Mindestsparguthaben beim Vorfinanzierungskredit noch nicht angespart.

Vorkaufsrecht
Ein Vorkaufsrecht wird im Grundbuch in Abt. II eingetragen. Es sichert dem Begünstigten das Recht, dass er im Falle eines Verkaufs an einen Dritten die Immobilie zu den zwischen Verkäufer und dritter Person ausgehandelten Vertragsbedingungen selbst erwerben kann. Will er dies nicht, muss er seine Zustimmung zum Verkauf erteilen.

Vorschaltdarlehen
Hypothekendarlehen mit kurzer Zinsfestschreibung (ca. zwei Jahre), welches vom Kreditnehmer jederzeit gekündigt werden kann, um beispielsweise bei gesunkenen Zinsen einen längerfristigen Vertrag abzuschließen. Daher eignen sie sich vor allem zur Überbrückung von Hochzinsphasen. Allerdings sind sie auch teurer als normale Festzinsdarlehen.

W

Wechselrichter
Technische Anlage zur Umwandlung von Gleichstrom der Photovoltaikanlage in Wechselstrom.

Wegerecht
Recht zum Überqueren eines anderen Grundstücks. Eine eventuelle Wertminderung des Objekts durch dieses Recht ist individuell zu prüfen.

Weichkosten
Unter Weichkosten versteht man die Nebenkosten eines Fonds, welche nicht substanzbildend sind (z.B. Vertrieb, Steuerberatung, Treuhänder, Agio, Prospekterstellung etc.).

Weiße Wanne
Dieser Begriff bezeichnet die Ausbildung einer Gründung oder eines Kellers aus wasserundurchlässigem Beton. Auf bitumöse Außenabdichtungen kann hier völlig verzichtet werden. Bei der Errichtung der weißen Wanne in mehreren Schritten werden die sogenannten Arbeitsfugen mit einbetonierten Dichtungsbändern versehen, sodass auch durch diese Fugen kein Wasser sickern kann. Wasser kann nur in Form von Wasserdampf durch Beton gelangen, was bautechnisch jedoch unbedenklich ist. Siehe auch: Schwarze Wanne

Welteinkommensprinzip
Der Steuerpflichtige wird mit seinem Welteinkommen besteuert.

Werbungskosten
Beim Erwerb einer Immobilie erzielt der Anleger in Verbindung mit der Miete als Einnahmequelle, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Da diese Einkünfte jedoch den Ausgaben wie z.B. Zinsen, Tilgung und Nebenkosten gegenüberstehen, ergibt sich hieraus i.d.R. eine Unterdeckung vor Steuern. Diesen Differenzbetrag kann der Anleger steuerlich geltend machen. Hinzu kommt natürlich auf der Einnahmenseite noch die Steuerrückerstattung, die sich aus der Abschreibung der Immobilie und der damit verbundenen steuerlichen Geltendmachung ergibt. Wählt der Anleger eine Immobilie als Kapitalanlage mit sehr hohen Abschreibungsmöglichkeiten, so kann es sogar durch die Steuerrückerstattungen zu einem Überschuß nach Steuern inkl. Tilgung kommen. In diesem Fall zahlen Mieter und Finanzamt die erworbene Immobilie ab, und die Wertsteigerung verbleibt beim Anleger. Diese Kombination in Verbindung mit dem zur Zeit noch historisch niedrigen Zinsniveau machen die Immobilie zu einer Kapitalanlage mit überdurchschnittlichem Renditepotential. Siehe auch: Abschreibungsmöglichkeiten

Werkvertrag
Der in § 631 BGB geregelte Werkvertrag verpflichtet den Unternehmer zur Herstellung des versprochenen Werks. Der Besteller (Bauherr) wird zur Zahlung der vereinbarten Vergütung verpflichtet. Charakteristisch für den Werkvertrag ist dessen Erfolgsbezogenheit. Der Unternehmer schuldet also immer einen bestimmten Erfolg (z. B. die fachgerechte Erstellung eines Gebäudes, Reparatur einer Heizungsanlage etc.). Ist der Werkvertrag auf die Erbringung von Bauleistungen gerichtet, wird er umgangssprachlich auch als Bauvertrag bezeichnet.

Wertermittlung
Mit der Wertermittlung werden der tatsächliche Verkehrs- und der Beleihungswert einer Immobilie festgestellt. Bei Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäusern erfolgt die Bewertung in der Regel über das Sachwertverfahren. Der Sachwert einer Immobilie setzt sich zusammen aus dem Bodenwert (Grundstücksgröße x Bodenrichtwert) und dem Bauwert (Kubikmeter umbauter Raum x Baukosten bzw. Wohnfläche x durchschnittlicher Preis je Quadratmeter Wohnfläche). Der Wert eines Mehrfamilienhauses wird über den Ertragswert bestimmt. Dieser errechnet sich aus der Jahresnettokaltmiete.

Wertschutzbrief
Wenn Sie Ihre Immobilie aus persönlichen oder beruflichen Gründen überstürzt verkaufen müssen, steigt das Risiko, dass Sie sie zu einem günstigeren Preis hergeben müssen als Sie seinerzeit gezahlt hatten. In einem solchen Fall kann ein Wertschutzbrief den entstandenen Schaden mindern. Auch springt der Wertschutzbrief im Falle einer Erwerbsunfähigkeit- oder Pflegebedürftigkeit ein.

Wertsicherungsklausel
Die Wertsicherungsklausel (auch Preisklausel) ist eine vertragliche Vereinbarung, durch die Geldsummenschulden wertbeständig gemacht werden sollen, um sie der Geldentwertung (Inflation) zu entziehen.

Wertsteigerungspotenzial
Bei Immobilien ergibt sich in der Regel im Falle von Mietsteigerungen eine entsprechende Werterhöhung der Immobilie, da sich der Kaufpreis bei Gewerbeimmobilien überwiegend nach dem Ertragswert bestimmt.

Wet-Lease
Begriff aus der kommerziellen Luftfahrt. Er bezeichnet die Miete (Leasing) eines Flugzeugs einschließlich Cockpit-Crew, Kabinenpersonal, Wartung und Versicherung von einer anderen Fluggesellschaft (Untervermietung).

Windkraftanlage
Technische Anlage zur Umwandlung der kinetischen Energie des Windes in elektrische Energie.

Wohnfläche
Die Berechnung der Wohnfläche ist bei jedem Bauantrag und bei jeder Finanzierungsanfrage ein wichtiger Bestandteil. Zur Wohnfläche gehören: * 100 % der Grundflächen von Räumen mit einer Höhe von mindestens 2 m * 50 % der Grundflächen von Räumen mit einer Höhe zwischen 1 und 2 m sowie nach allen Seiten geschlossene Räume (wie z. B. Wintergärten) * max. 50 % der Grundfläche von Balkonen, Loggien und Dachgärten, wenn sie ausschließlich zum Wohnraum gehören. Nicht anrechenbare Flächen: Keller, unausgebaute Dachböden, Waschküchen, Trockenräume, Heizungsräume, außerhalb der Wohnung liegende Abstellräume, Schuppen und Garagen.

Wohnraum Modernisieren
Das Programm „Wohnraum Modernisieren“ wurde von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aufgelegt. Hiermit sollen Sanierungen oder Modernisierungen von Eigenheimen durch günstige Darlehenskonditionen gefördert werden. Wenn durch die Maßnahmen der Energieverbrauch gesenkt wird, erhalten Darlehensnehmer zudem einen besseren Zinssatz. Dieses Programm können Sie über uns beantragen.Siehe auch: Kreditanstalt für Wiederaufbau

Wohnrecht
Recht zugunsten eines Dritten zur uneingeschränkten Nutzung einer Immobilie unter Ausschluss des Eigentümers. Das Wohnrecht kann auch auf einen Teil des Gebäudes beschränkt sein. Der Berechtigte ist befugt, weitere Personen in die Wohnung aufzunehmen. Kosten des Unterhalts der Immobilie wie Steuern, öffentliche Lasten, Reparaturen usw. trägt der Eigentümer.

Wohnsitzfinanzamt
Für die Besteuerung natürlicher Personen (Einkommensteuer) ist das Finanzamt örtlich zuständig, in dessen Bezirk der Steuerpflichtige seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat – man bezeichnet es als Wohnsitzfinanzamt.

Wohnsitzlandprinzip
Eine Person ist in dem Staat steuerpflichtig, in dem sie ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat.

Wohnungsbauförderung
Vermieter profitieren von steuerlichen Vergünstigungen (Abschreibungen und Absetzungen von Ausgaben). Zudem gibt es für den Wohnungsbau von den Ländern meist zinsgünstige Darlehen (Aufwendungsdarlehen), laufende Zuschüsse (Aufwendungszuschüsse) und Bürgschaften. Auch die KfW-Darlehen werden staatlich bezuschusst und damit etwas verbilligt. Allerdings sind die meisten Förderungen an bestimmte Einkommensgrenzen, Familiengrößen und Bauvorgaben gebunden. Nähere Auskünfte erhalten Sie bei den örtlichen Ämtern für Wohnungswesen oder beim Bürgermeisteramt.

Wohnungsbauprämie
Mit der Wohnungsbauprämie belohnt der Staat Einzahlungen auf einen Bausparvertrag. Diese können sich unbeschränkt Steuerpflichtige ab 16 Jahren sichern, die bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Nach einer Ansparzeit von sieben Jahren wird die Prämie bei der Zuteilung des Bausparvertrags ausgezahlt.

Wohnungseigentum
Das Wohnungseigentum umfasst sowohl das Sondereigentum an einer Eigentumswohnung als auch den Miteigentumsanteil an dem gemeinschaftlichen Eigentum (z. B. Wohnhausgrundstück).

Wohnungseigentumsgesetz
Rechtliche Grundlage für das Wohnungseigentum. Im Wohneigentumsgesetz ist das Wohnungseigentum definiert sowie die Rechte und Pflichten der Wohnungseigentümer geregelt.

Wohnwirtschaftliche Zwecke
Die Vergabe von Bauspardarlehen darf nur erfolgen, wenn die Gelder für einen wohnwirtschaftlichen Zweck eingesetzt werden. Als wohnwirtschaftliche Zwecke gelten der Bau, Kauf oder die Modernisierung von Immobilien. Zudem kann der Bausparer mit dem Bauspardarlehen Bauland oder Erbbaurechte erwerben oder sich Rechte zur dauerhaften Nutzung von Wohnraum (z. B. in einem Seniorenstift) sichern. Auch ist mit diesen Mitteln die Umschuldung einer bereits bestehenden Baufinanzierung möglich

Worst-Case-Szenario
In der Unternehmensplanung werden verschiedene zukünftige Ereignisse, die Einfluss auf die Entwicklung des Geschäftes haben könnten, gedanklich durchgespielt. Dem Worst-Case-Szenario liegt die Annahme zugrunde, dass ein sehr negativer Fondsverlauf eintreten könnte.

X

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Y

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Z

Zeichnungsschein
Andere Bezeichnung für Beitrittserklärung. Zielfonds: Der Fonds, an denen sich ein Dachfonds zu beteiligen beabsichtigt oder in die dieser bereits investiert hat.

Zins
Das für die Überlassung des Darlehens vom Darlehensnehmer an den Darlehensgeber zu entrichtende Entgelt. Üblicherweise wird dieses als Prozentsatz vom Nominalbetrag des Darlehens angegeben, dem sogenannten Nominalzinssatz.

Zinsänderungsrisiko
Bei einem Gleitzinsdarlehen ist mit einem Zinsänderungsrisiko zu rechnen, da sich der Zinssatz während der Darlehenslaufzeit an die Marktzinsen anpassen und somit auch steigen kann. Dieses Zinsänderungsrisiko wird allerdings meist mit zunächst günstigeren Einstiegskonditionen belohnt.

Zinsabschlag
Nach dem Zinsabschlaggesetz werden seit dem 1. Januar 1993 grundsätzlich alle Zinseinkünfte mit einem Abschlag von 30% versehen. Dieser Betrag wird von den Kreditinstituten vom Zins abgezogen und direkt ans Finanzamt weitergeleitet. Dieser Abzug kann verhindert werden, wenn der Zinsbegünstigte dem Kreditinstitut einen Freistellungsauftrag erteilt. Zinsen auf Bausparguthaben sind jedoch auch ohne Freistellungsauftrag vom Zinsabschlag befreit, wenn dem Bausparer im Kalenderjahr der Gutschrift der Kapitalerträge für Bausparbeiträge eine Arbeitnehmersparzulage oder eine Wohnungsbauprämie gewährt wird.

Zinsbindungsfrist
(= Zinsfestschreibung) Zeitspanne, für die im Darlehensvertrag der Nominalzins fest zwischen Kreditinstitut und Kunde vereinbart ist. Nach Ablauf der Zinsfestschreibung kann das Kreditinstitut gewechselt oder der Zins bzw. Zinssatz neu verhandelt werden.

Zusatzsicherheit
Sicherheiten, die bei Überschreiten der Beleihungsgrenzen oder nicht ausreichenden Bonitäten verlangt werden. Darunter fallen beispielsweise Zusatzobjekte, Bürgschaften von Banken oder Arbeitgebern, Mitverpflichtungen von Verwandten sowie die Verpfändung von Bankguthaben und Wertpapieren.

Zuteilung
Sobald ein Bausparvertrag zu einem bestimmten Stichtag das Mindestsparguthaben, die Mindestsparzeit und die Bewertungszahl erreicht hat, kann er zugeteilt – also ausgezahlt – werden. Hierfür muss der Bausparer aktiv werden: Der Vertrag wird nämlich nur zugeteilt, wenn dies beantragt wird.

Zwangsversteigerung
Die Zwangsversteigerung wird von Gläubigern beim zuständigen Amtsgericht beantragt, wenn der Eigentümer nicht wie vereinbart seine Schulden zurückzahlt. Das Gericht lässt dann von einem Sachverständigen den Verkehrswert ermitteln und ordnet die Zwangsversteigerung an (durch Eintragung dieser Anordnung ins Grundbuch wird das Grundstück beschlagnahmt). Siehe auch: Zwangsvollstreckung.

Zwangsvollstreckung
Gesetzlich geregeltes Verfahren zur Durchsetzung privatrechtlicher Ansprüche gegenüber einem Schuldner. Siehe auch: Zwangsversteigerung.

Zweitmarkt
Auf dem Zweitmarkt werden Anteile an geschlossenen Fonds, die bereits früher von Anlegern erworben wurden, zum Zweiterwerb angeboten bzw. nachgefragt. Zu beachten ist, dass die Fungibilität (Liquidierbarkeit) von Fondsanteilen innerhalb eines kurzen Zeitraums in der Regel eingeschränkt ist, da es sich bei der Anlage in geschlossene Fonds grundsätzlich um eine langfristige Anlage handelt, insbesondere auch unter steuerlichen Gesichtspunkten.

Zwischenfinanzierung
Eine Zwischenfinanzierung dient der Überbrückung eines kurzfristigen Kreditbedarfs (z. B. während der Bauphase). Die Zwischenfinanzierung wird später durch Eigenkapital (z. B. aus Verkauf einer anderen Immobilie) oder die Auszahlung der langfristigen Finanzierungsmittel abgelöst.